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Debatte um „Ozempic-Penis“ Wenn der Penis sichtbarer wird

Von ms - 14.09.2026 - 15:30 Uhr
Debatte um „Ozempic-Penis“
Foto: iStock / Kyrylo Syvun
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Schneller Gewichtsverlust kann den Körper sichtbar verändern. Neben dem sogenannten „Ozempic Face“, bei dem das Gesicht durch den Abbau von Fett eingefallen wirken kann, wird inzwischen auch von einem „Ozempic-Penis“ gesprochen. Gemeint ist damit allerdings keine durch das Medikament verursachte tatsächliche Vergrößerung des Penis.

Das Wichtigste im Überblick

  • Der Begriff „Ozempic-Penis“ beschreibt keine tatsächliche Vergrößerung des Penis durch das Medikament.
  • Nach starkem Gewichtsverlust kann der Penis bei Männern größer erscheinen, weil Fett im Scham- und Oberschenkelbereich abgebaut wird.
  • Der plastische Chirurg Dr. Terry Dubrow erklärt den Zusammenhang mit dem sogenannten „Buried Penis Syndrome“.
  • Bei Frauen kann schneller Gewichtsverlust dagegen zu einer Erschlaffung im Genitalbereich führen, die als „Ozempic-Vulva“ bezeichnet wird.
  • Ozempic, Wegovy und Mounjaro gehören zu den verschreibungspflichtigen GLP-1-Medikamenten.
  • GLP-1-Medikamente werden unter anderem bei Typ-2-Diabetes eingesetzt und können die Gewichtsabnahme unterstützen.
  • Mögliche Nebenwirkungen sind unter anderem Übelkeit, Erbrechen, Verdauungsprobleme, Blähungen, Sodbrennen, Reflux, Müdigkeit und Schwindel.
  • Die Medikamente sind nicht für jeden Menschen geeignet und sollten von medizinischem Fachpersonal verschrieben werden.

Fettgewebe verschwindet

Der plastische Chirurg Dr. Terry Dubrow hat den Begriff in einem Gespräch im Podcast We Need To Talk von Paul C. Brunson erklärt. Dubrow ist mit Heather Dubrow aus der Reality-Serie Real Housewives of Orange County verheiratet und beschäftigt sich nach eigenen Angaben intensiv mit GLP-1-Medikamenten. Nach Dubrows Erklärung geht es beim „Ozempic-Penis“ vor allem darum, dass durch den Gewichtsverlust Fettgewebe rund um den Genitalbereich abgebaut wird. Bei stark übergewichtigen Männern kann viel Fett im Schambereich und an den Innenseiten der Oberschenkel vorhanden sein.

Dubrow sagte: „Wenn man darüber nachdenkt, haben Männer, die sehr stark übergewichtig sind und viel Fett im Schambereich und an den Innenseiten der Oberschenkel haben, bei starkem Übergewicht das, was wir als Buried Penis Syndrome bezeichnen. Man kann ihn dort drin nicht finden. Wenn man also Ozempic oder eines dieser Medikamente nimmt und das gesamte umliegende Fett verliert, sieht der Penis größer aus.“ Das sogenannte „Buried Penis Syndrome“ beschreibt dabei einen Penis, der durch das ihn umgebende Gewebe teilweise verdeckt wird. Wird dieses Fettgewebe reduziert, kann mehr vom Penis sichtbar werden. Es handelt sich demnach eher um eine optische beziehungsweise anatomische Veränderung durch den Fettabbau als um ein tatsächliches Wachstum des Penis.

Veränderungen des Körpers

Dubrow bewertet diesen Effekt bei Männern positiv und sagte: „Wie viel Glück wir Männer haben! Die Ausstattung ist immer dieselbe, und unsere Penisse werden größer, wenn wir Gewicht verlieren.“ Seine Zusammenfassung fällt entsprechend eindeutig aus: „‚Ozempic-Vulva‘ ist schlecht. ‚Ozempic-Penis‘ ist gut.“ Der von Dubrow beschriebene Effekt steht im Zusammenhang mit einer breiteren Diskussion über körperliche Veränderungen nach einer schnellen Gewichtsabnahme. Bei Frauen wird teilweise vom „Ozempic-Vulva“ gesprochen. Gemeint ist eine Erschlaffung im Bereich der Vulva, die durch den schnellen Verlust von Körperfett entstehen kann. Der Begriff „Ozempic Face“ wiederum beschreibt ein eingefallen wirkendes Gesicht, das nach einem schnellen Gewichtsverlust auftreten kann. Das Phänomen wurde insbesondere bekannt, nachdem immer mehr Menschen GLP-1-Medikamente zur Gewichtsabnahme einsetzten.

Kein Medikament für jeden

Ozempic wird eigentlich zur Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzt. Wegen seiner gewichtsreduzierenden Wirkung wird es jedoch ebenso wie andere GLP-1-Medikamente mit der schnellen Gewichtsabnahme bei Prominenten und anderen Anwendern in Verbindung gebracht. GLP-1-Medikamente helfen unter anderem dabei, den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren. Gleichzeitig können sie das Sättigungsgefühl nach dem Essen verstärken und dadurch den Appetit reduzieren. Zu den bekannten Präparaten dieser Wirkstoffgruppe gehören Ozempic, Wegovy und Mounjaro. Sie sind verschreibungspflichtig.

Der Begriff „Ozempic-Penis“ sollte allerdings nicht als Empfehlung verstanden werden, sich ein GLP-1-Medikament verschreiben zu lassen. Die Präparate sind nicht für jeden Menschen geeignet und müssen ärztlich verordnet werden. Im Allgemeinen kommen Menschen mit einem Body-Mass-Index (BMI) von mindestens 30 für eine Behandlung zur Gewichtsabnahme infrage. Darüber hinaus werden GLP-1-Medikamente Menschen mit Typ-2-Diabetes verschrieben, um die Kontrolle des Blutzuckers zu unterstützen. Die Medikamente können zugleich unangenehme Nebenwirkungen verursachen. Dazu gehören Übelkeit und Erbrechen, Schwierigkeiten beim Toilettengang, Blähungen, Sodbrennen oder starker Reflux. Auch Müdigkeit und Schwindel können auftreten. Der vermeintlich positive Nebeneffekt eines „Ozempic-Penis“ ist daher kein eigenständiger Grund für eine Behandlung. Entscheidend ist vielmehr, ob ein GLP-1-Medikament aus medizinischer Sicht für die jeweilige Person geeignet ist. Zudem: Wer reguliert beispielsweise durch eine bewusste Ernährungsumstellung abnimmt, erlebt den "Penis-Effekt" ebenso ohne die Einnahme von Medikamenten. 

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