Doppelte Ehrung für Kerkeling Preis für Kino-Comeback und Aachener Karneval
Doppelte Freude beim Entertainer: Hape Kerkeling (61) ist 2026 erneut mit der Goldenen Henne ausgezeichnet worden. In der Kategorie Film & Fernsehen setzte sich der Schauspieler und Komiker gegen namhafte Konkurrenz durch. Für Kerkeling ist es bereits die zweite Auszeichnung mit Deutschlands größtem Publikumspreis. Er hatte die Goldene Henne schon 2007 gewonnen. Zudem ehrte ihn jetzt auch der Aachener Karneval.
Das Wichtigste im Überblick
- Hape Kerkeling erhält 2026 die Goldene Henne in der Kategorie Film & Fernsehen.
- Für den Entertainer ist es nach 2007 bereits der zweite Gewinn des Publikumspreises.
- Kerkeling kehrte in diesem Jahr mit zwei Kinofilmen auf die Leinwand zurück.
- In „Extrawurst“ spielt er Heribert Bräsemann, in „Horst Schlämmer sucht das Glück“ verkörpert er erneut seine bekannte Kultfigur.
- Auch außerhalb der Unterhaltung sorgt Kerkeling mit politischen und gesellschaftlichen Stellungnahmen für Aufmerksamkeit.
- 2027 wird Kerkeling zudem mit dem Aachener „Orden wider den tierischen Ernst“ ausgezeichnet.
- Er soll am 23. Januar im Eurogress zum 77. Ordensritter des Aachener Karnevalsvereins (AKV) ernannt werden.
- Der AKV würdigt neben Kerkelings Humor insbesondere dessen Haltung gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus.
Zweite Goldene Henne
Ausschlaggebend für die diesjährige Ehrung war unter anderem Kerkelings Rückkehr auf die Kinoleinwand. Nachdem er sich in den vergangenen Jahren vergleichsweise rar gemacht hatte, war er 2026 gleich in zwei Filmen zu sehen. In der Gesellschaftssatire „Extrawurst“ übernahm Kerkeling die Rolle des Heribert Bräsemann. Der Film entwickelte sich zum Publikumserfolg und eroberte Platz 1 der Kinocharts. Noch größer dürfte für viele Fans die Rückkehr einer bekannten Figur gewesen sein: In „Horst Schlämmer sucht das Glück“ schlüpfte Kerkeling erneut in die Rolle des Grevenbroicher Lokalreporters. Nach „Isch kandidiere!“ kehrte damit eine seiner bekanntesten Kunstfiguren auf die Leinwand zurück. Das Publikum honorierte die Rückkehr mit hunderttausenden Kinobesuchen und zahlreichen Stimmen für Kerkeling bei der Wahl zur Goldenen Henne.
Komiker mit gesellschaftlicher Stimme
Kerkelings Erfolg lässt sich allerdings nicht allein auf seine berühmten Comedy-Figuren reduzieren. „Hurz!“ und Horst Schlämmer gehören zwar zu seinen bekanntesten Auftritten, doch der 1964 in Recklinghausen geborene Künstler ist auch als Schauspieler, Autor, Synchronsprecher und Sänger erfolgreich. Inzwischen gilt Kerkeling für viele als feste Größe der deutschen Kultur- und Unterhaltungslandschaft. Zugleich mischt er sich zunehmend in gesellschaftliche Debatten ein.
Besonders große Aufmerksamkeit bekam seine Rede zum Gedenken an die Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald im April. Im Anschluss an die Rede wurde sogar eine Petition gestartet, die „Hape Kerkeling als Bundespräsident“ forderte. Bei der Goldenen Henne musste sich Kerkeling gegen mehrere bekannte Kolleginnen und Kollegen behaupten. Nominiert waren unter anderem Sebastian Bezzel, bekannt aus den Eberhofer-Filmen, Polizeiruf-Ermittler André Kaczmarczyk sowie Felix Kramer und Susanne Wolff für die Netflix-Serie „Unfamiliar“. Ebenfalls zur Auswahl standen Charly Hübner und Christiane Paul für „Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“.
Nächste Ehrung wartet bereits in Aachen
Auf die Goldene Henne folgt für Kerkeling schon die nächste besondere Auszeichnung. 2027 soll er in Aachen den „Orden wider den tierischen Ernst“ erhalten. Der Aachener Karnevalsverein (AKV) will Kerkeling am 23. Januar im Eurogress zum 77. Ordensritter ernennen. Zwei Tage später, am 25. Januar, will die ARD die Aufzeichnung der Festsitzung ausstrahlen.
Der Orden würdigt dabei nicht allein Kerkelings jahrzehntelange Karriere und seinen Humor. Nach Angaben des AKV-Elferrats spielte ebenso auch seine politische Haltung eine wichtige Rolle bei der Entscheidung. Kerkeling positioniere sich immer wieder unmissverständlich gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus. Das habe den Elferrat nachhaltig beeindruckt. AKV-Präsident Freese betonte die Bedeutung einer solchen Haltung gerade angesichts zunehmender gesellschaftlicher Auseinandersetzungen: „Demokratie lebt vom Mut derjenigen, die ihr öffentlich eine Stimme geben.“ Auch beim Westdeutschen Rundfunk (WDR) stößt die Wahl auf Zustimmung. WDR-Unterhaltungschefin Karin Kuhn sagte: „Mit Hape Kerkeling wird ein Künstler geehrt, der wie kaum ein anderer für Haltung, intelligenten Humor, und die Fähigkeit steht, mit einem Augenzwinkern den Blick auf unsere Welt zu schärfen.“
Vier Jahrzehnte im Showgeschäft
Kerkeling steht seit nunmehr rund 40 Jahren vor der Kamera und auf der Bühne. Größere Bekanntheit erlangte er bereits Anfang der 1980er Jahre mit der Fernsehsendung „Känguru“. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte er zahlreiche Figuren, die Teil der deutschen Popkultur wurden. Dazu gehörten neben Horst Schlämmer unter anderem Siegfried Schwäbli und die Schlagersängerin Uschi Blum. Daneben arbeitete Kerkeling als Schauspieler, Autor, Moderator und Regisseur. Er prägte zahlreiche Fernseh- und Filmproduktionen und wurde auch als Buchautor erfolgreich.
Eine längere Auszeit nahm er unter anderem für eine Pilgerreise auf dem Jakobsweg. Das Buch über diese Reise entwickelte sich zum Millionenbestseller. Sein nächstes großes Ziel ist nun Aachen. Dort wird aus dem Entertainer und Schauspieler ein Ordensritter – wenn auch einer mit reichlich Erfahrung im närrischen Fach. Der „Orden wider den tierischen Ernst“ wird vom Aachener Karnevalsverein seit 1950 verliehen. Ausgezeichnet werden Persönlichkeiten, die nach den Vorstellungen des Vereins Humor und Menschlichkeit miteinander verbinden. In der Geschichte des Ordens finden sich zahlreiche bekannte Namen aus der Politik. Zu den bisherigen Trägern gehören unter anderem Konrad Adenauer, Helmut Schmidt, Johannes Rau, Annalena Baerbock, Armin Laschet und Lars Klingbeil. Auch aus der Welt des Films und der Unterhaltung wurden bereits Persönlichkeiten in den Ritterstand aufgenommen. Dazu zählen beispielsweise Mario Adorf und Iris Berben.