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Christian Dobrick nach Outing Fußball bleibt Herausforderung beim Thema Homosexualität

Von ms - 06.08.2026 - 10:30 Uhr
Christian Dobrick nach Outing
Foto: IMAGO / Niklas Heiden
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Fußballtrainer Christian Dobrick hat Monate nach seinem öffentlichen Coming-Out über seine Sorgen vor möglichen beruflichen Konsequenzen gesprochen. Der Jugendcoach des FC St. Pauli erklärte, er habe sich vor seinem Schritt auch auf ein mögliches Ende seiner Trainerkarriere eingestellt. Die große Unterstützung danach habe ihn jedoch überrascht.

Das Wichtigste im Überblick

  • Fußballtrainer Christian Dobrick sprach über seine früheren Ängste vor möglichen Folgen seines Coming-Outs.
  • Der Jugendtrainer des FC St. Pauli hatte Ende März seine Homosexualität öffentlich gemacht.
  • Die große Welle an Unterstützung nach dem Schritt überraschte ihn.
  • Trotz einzelner Hassnachrichten bewertet Dobrick sein Coming-Out als Gewinn an Lebensqualität.
  • Homosexualität bleibt im Männer-Profifußball weiterhin ein weitgehend tabuisiertes Thema.

Viel Feedback nach Outing 

„Ich lebe jetzt unter meinen Bedingungen, für mich und nicht mehr für andere. Aber vorher habe ich mir viele Gedanken gemacht: Ist das mein Karriereende? Ist meine Sexualität die gläserne Decke? Ich habe mich innerlich auf den Fall vorbereitet, nicht mehr als Trainer arbeiten zu können“, so Dobrick gegenüber dem Berliner Tagesspiegel. Ende März hatte der Trainer in einem Interview von RTL öffentlich gemacht, dass er homosexuell ist. Danach äußerten sich mehrere bekannte Persönlichkeiten aus dem Fußball positiv zu einem offeneren Umgang mit Homosexualität im Sport. 

Dazu gehörten unter anderem Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann, Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß und Frauen-Bundestrainer Christian Wück. Rückblickend zeigte sich Dobrick von der Resonanz überrascht. „Dass es so groß wird, habe ich nicht erwartet. Ich dachte, es wird eine Nachricht und es wird darüber berichtet. Aber die Flut an Reaktionen hat mich überrascht. Ich bin schließlich kein Nationalspieler“, sagte er. Aus seinem persönlichen Umfeld und von seinen Spielern habe er ausschließlich positive Rückmeldungen erhalten.

Offenheit bringt neue Lebensqualität

Für Dobrick stand bei seinem Coming-Out vor allem die persönliche Entlastung im Mittelpunkt. Das jahrelange Verbergen seiner Sexualität habe ihn stark belastet. „Die Versteckspiele waren absolut zermürbend. Man überlegt sich ständig: Was tue ich? Wann tue ich es? Wem erzähle ich was? Wenn man dann 29 ist und noch ein paar Jahre vor sich hat im Fußball, muss man sich irgendwann fragen, ob das die Art ist, wie man auf Dauer leben möchte“, sagte der gebürtige Flensburger. Gleichzeitig berichtete der Trainer auch von negativen Reaktionen. In sozialen Netzwerken habe es einzelne Beleidigungen gegeben. „Aber natürlich gibt es auch die anderen Stimmen. Vereinzelt wurde ich beleidigt, zum Beispiel als 'Drecksschwuchtel, die Jesus finden soll'“, berichtete Dobrick. „Alle zur Anzeige bringen kann man nicht. Die Zeit möchte ich mir für solche Menschen auch gar nicht nehmen“, sagte er.

Homosexualität bleibt im Männerfußball Thema

Im Männer-Profifußball gilt Homosexualität weiterhin als sensibles Thema. Zwar setzen sich insbesondere Fanorganisationen für mehr Offenheit ein, ein aktiver Profi aus den höchsten drei deutschen Ligen hat sich bislang jedoch nicht öffentlich geoutet. Anders ist die Situation im Frauenfußball: Dort spielt die sexuelle Orientierung von Spielerinnen seit Jahren eine deutlich geringere Rolle in der öffentlichen Wahrnehmung. Dobrick hatte mit seinem Schritt eine Debatte über Sichtbarkeit und Akzeptanz im Fußball ausgelöst. Seine eigenen Erfahrungen nach dem Coming-Out bewertet er trotz der anfänglichen Ängste als überwiegend positiv.

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