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Star Trek bleibt bunt
Foto: IMAGO / Future Image
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Star Trek bleibt bunt Wohin entwickelt sich das Trekkie-Universum nach 60 Jahren?

ms - 04.08.2026 - 14:30 Uhr
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Kurz vor dem 60. Jubiläum von „Star Trek“ im September feiern queere Schauspielerinnen und Schauspieler sowie Fans die Science-Fiction-Reihe als Symbol für Vielfalt und Inklusion. Gleichzeitig wächst jedoch die Sorge, dass der neue, konservativ ausgerichtete Eigentümer Paramount Skydance diesen Kurs künftig verändern könnte. In welche unbekannten Welten werden die Nachfolger der Enterprise und James T. Kirk aufbrechen?

Das Wichtigste im Überblick

  • Queere und homosexuelle Schauspieler und Fans feiern das 60-jährige Bestehen von „Star Trek“ als Symbol für Vielfalt und Inklusion.
  • Zugleich wächst die Sorge, dass der konservativ ausgerichtete Medienkonzern Paramount Skydance die Diversität der Reihe künftig einschränken könnte.
  • Schauspieler wie George Takei, Karim Diané, Celia Rose Gooding und Jesse James Keitel betonen die Bedeutung von queerer und vielfältiger Repräsentation.
  • Trotz Anfeindungen sehen viele Beteiligte „Star Trek“ weiterhin als Vorbild für Offenheit und gesellschaftlichen Fortschritt.

Unendliche Vielfalt 

Bei Fan-Veranstaltungen wie der Comic-Con in San Diego oder der Convention „Trek Long Island“ fiel immer wieder ein Begriff: IDIC. Das Kürzel steht für „Infinite Diversity in Infinite Combinations“ („Unendliche Vielfalt in unendlichen Kombinationen“) und wurde 1968 von „Star Trek“-Schöpfer Gene Roddenberry höchstselbst eingeführt. Ursprünglich als Werbeidee belächelt, gilt IDIC heute als Leitbild der Reihe. Der schwule Schauspieler George Takei (89), der in der Originalserie Steuermann Sulu spielte, erklärte: „IDIC bedeutet, dass wir erkennen, dass unsere Stärke darin liegt, zusammenzuarbeiten.“ Weiter sagte er: „Ich denke, das ist die Stärke von Star Trek: kreative Vielfalt in unendlichen Kombinationen – und dann lebt lang und in Frieden.“

Erster offen schwuler Klingone

Karim Diané, der in „Star Trek: Starfleet Academy“ den ersten offen schwulen Klingonen des Franchise spielt und selbst homosexuell ist, berichtete von gemischten Reaktionen. „Ich dachte: 'Okay, was soll's. Das ist doch keine große Sache.' Ich lag falsch. Es ist eine sehr große Sache.“ Auf die Frage, ob die Sexualität seiner Figur überhaupt thematisiert werden sollte, antwortete Diané: „Ich würde lieber ausführlich darüber sprechen. Aber irgendwann möchte ich an den Punkt kommen, an dem wir überhaupt nicht mehr darüber reden. Es ist buchstäblich die uninteressanteste Eigenschaft einer Figur oder eines Menschen.“

Jenseits der sexuelle Orientierung 

Auf der Convention „Trek Long Island“ standen neben LGBTIQ+-Themen auch Behinderung, psychische Gesundheit und ethnische Vielfalt im Mittelpunkt. Veranstalter Paul Michael Adams sagte: „Während andere ihre Programme für Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion zurückfahren, haben wir Panels zu Behinderung, psychischer Gesundheit, People of Color sowie LGBTIQ+-Repräsentation in Medien und Literatur organisiert.“ Der pansexuelle Drag King Beau Dacious, der einen Rollstuhl nutzt, hob hervor, dass „Star Trek“ seit Jahren Figuren mit Behinderungen zeige. „Je mehr wir darüber sprechen, desto besser können wir Veränderungen erreichen.“ Als queere Person mit Behinderung bedeute Sichtbarkeit für ihn besonders viel: „Es kann so einfach sein wie ein kleiner Kuss. Dann denke ich: 'Oh mein Gott, sie sind queer!' Das gibt mir das Gefühl, dass es okay ist, ich selbst zu sein.“

Warnung vor Rückschritten

Auch Celia Rose Gooding, die in „Star Trek: Strange New Worlds“ Uhura spielt, sieht die Entwicklung kritisch. „Ich werde nichts beschönigen. Ich glaube, wir machen gerade einen kleinen Rückschritt“, sagte sie. Die Lehren aus 60 Jahren „Star Trek“ müssten nun in die Realität übertragen werden. Sie berichtete zudem, wie bewegend es sei, wenn junge schwarze Mädchen ihre Version von Uhura nachahmen. „Ich war selbst einmal dieses kleine Mädchen, das unbedingt jemanden sehen wollte, der so aussieht wie ich und Freude, Liebe und Anerkennung erfährt. Teil dieser Veränderung zu sein, ist überwältigend.“

Die trans* Schauspielerin Jesse James Keitel, die als erste offene trans* Person eine größere Rolle im „Star Trek“-Universum übernahm, bezeichnete die Darstellung von trans* Menschen als „großartig, ikonisch, futuristisch und alles, wovon ich jemals geträumt habe. Und ich denke, wir brauchen noch mehr davon.“ Diané berichtete indes weiter, dass seine Figur im Internet zwar homophobe Reaktionen ausgelöst habe, viele Fans aber auch tief bewegt seien. „Viele Menschen haben Liebe und Hoffnung gefunden. Manche weinen vor Rührung. Deshalb ist mir die ganze Negativität ehrlich gesagt egal.“

Gemischte Gefühle bei den Fans

Nach Kritik, „Star Trek“ sei „zu woke“, wurde die Serie „Starfleet Academy“ bereits nach der ersten Staffel wieder eingestellt; eine bereits produzierte zweite und letzte Staffel soll noch veröffentlicht werden. Diané bleibt dennoch optimistisch: „Warten wir ab, was passiert. Es könnte das Beste sein, was ihr je gesehen habt. Es gibt so viel Romantik. So viele queere Geschichten. So gay!“ Auch die LGBTIQ+-Fanorganisation „To Proudly Go“ sieht die Reihe weiterhin als wichtigen Schutzraum. Sprecher John Lutton erklärte: „Wir schaffen sichere Räume für queere Communitys und queere Nerds. Wir möchten, dass sich alle willkommen fühlen.“

Gleichzeitig äußerte Lutton Zweifel an der Zukunft des Franchise: „Die Fusion von Paramount mit Skydance stimmt mich nicht hoffnungsvoll.“ Ähnlich äußerte sich Schauspielerin Stephanie Czajkowski („Star Trek: Picard“): „Die Welt ist – wenn überhaupt – unendlich vielfältig, auf Arten, die wir noch gar nicht entdeckt haben.“ Queere Menschen habe es immer gegeben. „Man hat ihnen jetzt endlich erlaubt, sie selbst zu sein.“

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