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Masturbation bei Männern
Foto: IMAGO / ingimage
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Masturbation bei Männern Schwule haben mehr Solo-Sex, Lesben am wenigsten

ms - 16.07.2026 - 16:00 Uhr
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Schwule Männer berichten häufiger von sexuellem Verlangen ohne Partner und masturbieren öfter als heterosexuelle Männer. Das zeigt eine neue Untersuchung der Universität Granada, die in der Fachzeitschrift „Psychology & Sexuality“ veröffentlicht wurde.

Das Wichtigste im Überblick

  • Schwule Männer berichten  häufiger von sexuellem Verlangen ohne Partner und masturbieren häufiger als alle anderen.
  • Lesbische Frauen masturbieren seltener als heterosexuelle Frauen und schwule Männer.
  • Forscher sehen mögliche Zusammenhänge zwischen Sexualverhalten, gesellschaftlicher Prägung und Beziehungszufriedenheit.
  • Die Universität Granada befragte rund 1.500 Personen.
  • Die Studie beschäftigte sich mit Masturbation, Orgasmen, sexueller Lust und Schamgefühlen.

Fragen rund um die Masturbation

Die Studie betrachtete Unterschiede beim Masturbationsverhalten und bei der sexuellen Zufriedenheit zwischen verschiedenen sexuellen Orientierungen. Dabei untersuchten die Forscher nicht nur die Häufigkeit von Selbstbefriedigung, sondern auch die Rolle von Beziehungen, gesellschaftlichen Erwartungen und persönlichen Erfahrungen. Ziel sei gewesen, ein umfassenderes Bild davon zu erhalten, wie sich sexuelle Selbstbefriedigung bei verschiedenen Gruppen unterscheidet und welche Rolle Partnerschaften dabei spielen. Wissenschaftler der Universität Granada befragten dafür rund 1.500 Personen. Dabei untersuchten sie unter anderem, wann Menschen mit Masturbation begannen, wie häufig sie sexuelles Verlangen ohne Partner erleben, wie sie ihre Orgasmen bei alleiniger sexueller Aktivität bewerten und welche Scham- oder Stigmata-Gefühle damit verbunden sind

Unterschiede zwischen Männern und Frauen

Nach den Ergebnissen der Untersuchung gaben schwule Männer häufiger sexuelles Verlangen ohne Partner an und masturbierten häufiger als heterosexuelle Männer. An dritter Stelle im Ranking stehen dann heterosexuelle Frauen, Schlusslicht sind lesbische Frauen. Die Forscher vermuten, dass Unterschiede zwischen Männern und Frauen auch mit gesellschaftlicher Prägung zusammenhängen könnten. Männer würden häufig dazu erzogen, die eigene sexuelle Lust stärker in den Mittelpunkt zu stellen. Frauen hingegen lernten vielfach, ihre eigenen Bedürfnisse eher zurückzustellen.

Sexuelle Lust bei Lesben

Ein weiteres Ergebnis der Studie betrifft lesbische Frauen. Sie berichteten seltener von sexuellem Verlangen ohne Partner als heterosexuelle Frauen, masturbierten weniger häufig und beschrieben ihre Orgasmen bei alleiniger sexueller Aktivität als weniger intensiv. Heterosexuelle Frauen gaben dagegen häufiger intensivere Orgasmen beim Masturbieren an. Die Forscher sehen eine mögliche Erklärung in der Beziehungszufriedenheit. Lesbische Frauen berichten in Untersuchungen häufig von einer höheren Zufriedenheit innerhalb ihrer Partnerschaften als heterosexuelle Frauen. Dies könne wiederum dazu führen, dass das Interesse an alleiniger sexueller Aktivität geringer ausfalle.

Früher Beginn bei Homosexuellen

Die Studie zeigt außerdem, dass sowohl schwule Männer als auch lesbische Frauen früher mit Masturbation begannen als heterosexuelle Vergleichsgruppen. Die Forscher gehen davon aus, dass dies damit zusammenhängen könnte, dass sexuelle Minderheiten häufiger außerhalb traditioneller Vorstellungen von Sexualität eigene Wege finden müssen, um sexuelle Zufriedenheit und persönliche Zugehörigkeit zu entwickeln. Die Autoren betonen außerdem, dass die Forschung zur menschlichen Masturbation noch weiterer Untersuchungen bedarf. Gleichzeitig gebe es keinen Grund, sich für sexuelle Selbstbefriedigung zu schämen. Die Ergebnisse könnten nach Einschätzung der Forscher dazu beitragen, sexuelle Erfahrungen stärker im Zusammenhang mit Beziehungen, gesellschaftlichen Erwartungen und individuellen Lebenswegen zu betrachten.

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