CSD-Auftritt für die Crew Johnny Knoxville nennt Jackass „ziemlich schwul“
Mit dem Kinostart von „Jackass: Einer geht noch“ feiern Johnny Knoxville und seine Crew ihr angeblich letztes großes Stunt-Spektakel. In einem offenen Interview betonte Knoxville überraschend, wie queer die Ursprünge und der Humor der berüchtigten Filmreihe seien – eine Selbsteinordnung, die nicht nur durch den aktuellen CSD-Auftritt der Crew, sondern auch durch die radikale Körperkomik des neuen Films unterstrichen wird.
Das Wichtigste im Überblick
- „Jackass: Einer geht noch“ ist seit wenigen Tagen international im Kino zu sehen.
- Johnny Knoxville (55) äußert explizit, dass die Reihe „ziemlich schwul“ sei.
- Die Crew wurde zur CSD-Parade in West Hollywood eingeladen und trat dort auf.
- Neu im Film: Prostataprüfung durch einen Roboter und riskante Genitalschocks.
Queere Körperkomik auf Leinwand
In der aktuellen Ausgabe liefern Knoxville und seine Mitstreiter eine Mischung aus neuen Stunts und Archivmaterial. Zu den spektakulären Szenen zählt etwa, wie Steve-O sich vor laufender Kamera einer Prostatauntersuchung durch den Roboter-Urologen Larry unterzieht. Ebenfalls spektakulär: Newcomer Poopies balanciert auf einem Schwebebalken, während sein Intimbereich mit einem Schockhalsband verdrahtet ist. Diese Inszenierungen nehmen in ihrer Überdrehtheit und Freizügigkeit die Grenzüberschreitungen traditioneller „Männlichkeit“ bewusst aufs Korn.
Die Teilnahme der Crew an der diesjährigen CSD-Parade in West Hollywood beweist, wie sehr sich die „Jackass“-Erfinder als Teil queerer Popkultur verstehen. Knoxville selbst gab an, von der Einladung „absolut aus dem Häuschen“ gewesen zu sein und sprach von einer Anerkennung nach über zwei Jahrzehnten kontroverser Körperkomik.
Was „ziemlich schwul“ an Jackass ist
Im Hintergrundinterview mit Esquire räumte Johnny Knoxville ein, dass die wiederkehrende Nacktheit der Crew nicht rein jugendlicher Provokation entspringt. Laut Knoxville sei es schlicht „lustiger, wenn man nackt ist“, und die dadurch entstehenden Momente hätten immer auch queere Subtexte getragen. Schon 2010 erklärte der Hauptdarsteller, Jackass sei „eine CSD-Parade in 3D, bei der es nur ums Abspritzen“ gehe. Ziel sei es laut Knoxville – durchaus mit einem Augenzwinkern –, Homophobie „humanitär anzugreifen“.
Bemerkenswert auch: Knoxville suchte trotz eigenen heterosexuellen Backgrounds wiederholt aktiv Kontakt zur queeren Medienszene. Sein geplatzter Versuch, auf das Cover des schwulen Bären-Magazins „American Grizzly“ zu kommen, weckt beinahe nostalgische Erinnerungen an einen weniger aufgeladenen Popkultur-Diskurs. Knoxville berichtet, wie sein Freund John Waters ihm davon abriet, weiter beim Magazin zu „betteln“.
„John Waters wollte nicht, dass ich ‚American Grizzly‘ weiter damit nerve, auf das Cover zu kommen. Also habe ich es auf sich beruhen lassen“, erzählt Knoxville und lacht.
Kino zwischen Selbstironie und Statement
Dass „Jackass: Einer geht noch“ gerade jetzt Premiere feiert und sich deutlich mit queeren Symbolen und Humor schmückt, ist kein Zufall: Die Crew geht einen Schritt weiter als viele Hollywood-Stars ihrer Generation. Johnny Knoxville hebt sich dabei durch seine entspannte, empathische Haltung hervor – und nutzt selbst die waghalsigsten Stunts, um Genderrollen und pubertäres Machotum zu karikieren.
Ob die „Jackass“-Reihe tatsächlich mit dieser Folge endet, bleibt offen. Sicher ist: Die Bewusstheit für queere Satire und körperlichen Wagemut in Popkultur hat damit ein neues Level erreicht.