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Unvereinbarkeit von Positionen "Verrat an Werten": CSD Erkrath lehnt AfD-Infostand ab

Von mr - 24.06.2026 - 16:00 Uhr
CSD Erkrath
Foto: © iStock / Cunaplus_M.Faba
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Der Christopher Street Day (CSD) in Erkrath, Nordrhein-Westfalen, hat den Antrag der AfD auf einen eigenen Infostand abgelehnt. Dies berichtet der Lokalanzeiger Erkrath. Die Organisatorinnen und Organisatoren begründen den Ausschluss mit der Unvereinbarkeit der AfD-Positionen mit den Zielen der Veranstaltung. Der Vorfall findet im Kontext wachsender Spannungen zwischen queeren Initiativen und rechtspopulistischen Parteien statt und verdeutlicht die Grenzen politischer Teilhabe bei Veranstaltungen, die auf Inklusion und Akzeptanz abzielen.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Die AfD wollte am CSD Erkrath mit einem Stand vertreten sein, der Antrag wurde abgelehnt.
  • Die Organisatorinnen und Organisatoren verweisen auf das aktuelle Parteiprogramm der AfD in Sachsen-Anhalt, das queere Menschen abwertet.
  • Als weiterer Grund für den Ausschluss wurde die verspätete Anmeldung der AfD angeführt.
  • Die Ablehnung erfolgte im Vorfeld des CSD Erkrath, der am Samstag ab 12 Uhr auf dem Hochdahler Markt stattfindet.

 

Begründung der Veranstalterinnen und Veranstalter

Die Veranstalterinnen und Veranstalter des CSD Erkrath führen in einer offiziellen Stellungnahme aus, dass eine Genehmigung der AfD-Teilnahme einen „Verrat an unseren Zielen“ bedeuten würde. Sie berufen sich unter anderem auf das Programm der AfD Sachsen-Anhalt, in dem queere Menschen pauschal beschuldigt werden, „die tradierte Normalität“ zu zerstören. Zudem kritisieren die Organisatorinnen und Organisatoren die wiederkehrenden Forderungen der Partei nach einer Rücknahme von Rechten für queere Menschen sowie das Eintreten gegen Sexualkundeunterricht und für die Einschränkung pluralistischer Werte in der Bildung.

 

Politische Dimension und AfD-Strategie

Die Ablehnung in Erkrath steht im Zusammenhang mit vergleichbaren Entscheidungen bei anderen CSD-Veranstaltungen in Deutschland, bei denen Vertreterinnen und Vertreter der AfD sowie anderer populistischer Gruppierungen zunehmend ausgeschlossen werden. AfD-Politikerinnen wie Christina Baum sprechen zwar öffentlich die vermeintliche Gefährdung queerer Personen durch migrantische Gruppen an, fordern gleichzeitig aber immer wieder ein Verbot von CSD-Veranstaltungen sowie die Einschränkung von Rechten für die LGBTIQ+-Community. Laut aktuellen Positionen fordert die AfD teils offen eine Sonderstellung für die so genannte „traditionelle Familie“ und spricht queeren Lebensentwürfen die gesellschaftliche Wertigkeit ab.

„Wir können der Teilnahme der AfD nicht zustimmen, ohne unsere grundsätzlich verankerten Werte zu verraten“, erklärte das CSD-Team gegenüber dem lokalen Magazin erkrath.jetzt.

 

Hintergrund und Kontext

Der Ausschluss der AfD beim CSD Erkrath ist Teil einer größeren Entwicklung: Immer mehr Organisatorinnen und Organisatoren von queeren Veranstaltungen wehren sich gegen eine Präsenz von Parteien, die offen gegen Diversität und Inklusion agitieren. In Berlin und Göttingen wurden in den vergangenen Wochen ähnliche Entscheidungen getroffen. Laut Bundesverfassungsgericht und zahlreichen Rechtsgutachten steht privaten Verstanstalterinnen und Veranstaltern von Straßenfesten und Demonstrationen ein Hausrecht zu, das gezielte Ausschlüsse bei schutzzweckbezogenen Veranstaltungen ermöglicht. Die AfD wirft ihren Kritikerinnen und Kritikern indes politische Ausgrenzung vor.

 

Offene Fragen und nächste Schritte

Offen bleibt, wie sich der Umgang mit rechtspopulistischen Parteien bei künftigen CSD-Events weiter entwickelt und ob juristische Schritte gegen entsprechende Ausschlüsse folgen. Für den CSD Erkrath steht nun im Fokus, bei der Veranstaltung am Samstag ein deutliches Zeichen für Vielfalt und gegen Diskriminierung zu setzen.

Kommentierende Perspektive: Das Beispiel Erkrath zeigt, dass Veranstalterinnen und Veranstalter zunehmend klare Grenzen ziehen, wenn es um den Schutz queerer Menschen und demokratischer Grundwerte geht. Dies sendet ein wichtiges Signal an die Gesellschaft und politische Akteure gleichermaßen.

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