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Gewalteskalation in Spanien

Gewalteskalation in Spanien Hassgewalt gegen LGBTIQ+-Menschen hat sich verdoppelt

ms - 10.06.2026 - 10:00 Uhr
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Spanien gilt mit Reisezielen wie Sitges, Madrid und Barcelona seit Jahren als eines der beliebtesten Länder für schwule Touristen. Jährlich besuchen Hunderttausende homosexuelle und queere Reisende das Land. Zudem führt das Land seit diesem Jahr erstmals das Ranking der Rainbow Map in puncto LGBTIQ+-Rechte an. Die Kehrseite: Die neusten Zahlen belegen eine massive Zunahme von Hassgewalt, Diskriminierung und Belästigungen gegen queere Menschen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Hassverbrechen gegen LGBTIQ+-Menschen haben in Spanien deutlich zugenommen.
  • Mehr als die Hälfte der befragten queeren Menschen berichtete von Übergriffen im vergangenen Jahr.
  • Der Anteil queerfeindlich motivierter Hassdelikte stieg innerhalb kurzer Zeit von 17 auf 35 Prozent.
  • LGBTIQ+-Organisation fordert von der Regierung einen nationalen Aktionsplan gegen Hassverbrechen.

Queere Hassgewalt verdoppelt sich

Besonders in den vergangenen beiden Jahren haben sich demnach entsprechende Vorfälle spürbar gehäuft und verschärft. Der Anteil der registrierten Hassverbrechen gegen LGBTIQ+-Menschen ist nach Angaben der Federation of LGBTQ+ People (FELGTB+) erheblich gestiegen: Während im Jahr 2024 noch 17 Prozent aller registrierten Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität der Betroffenen verübt wurden, stieg dieser Anteil bis 2026 auf 35 Prozent und hat sich damit mehr als verdoppelt. Nach Angaben der FELGTB+ berichteten 2024 noch 20 Prozent der LGBTIQ+-Menschen von Belästigungen. Zwei Jahre später liegt dieser Wert nun bereits bei 36 Prozent. Diskriminierungserfahrungen nahmen von 23 auf 29 Prozent zu, während der Anteil der gemeldeten körperlichen Übergriffe von sieben auf 22 Prozent anstieg und sich damit mehr als verdreifachte. 

Jeder Zweite wurde angegriffen 

Nach der aktuellen Studie berichteten überdies 54 Prozent der homosexuellen und queeren Spanier im vergangenen Jahr Opfer von Anfeindungen oder Übergriffen geworden zu sein. Da sich nach Schätzungen rund zwölf Prozent der spanischen Bevölkerung als LGBTIQ+ identifizieren – das entspricht etwa sechs Millionen Menschen –, verdeutlichen die Zahlen das Ausmaß von Diskriminierung und Gewalt, denen viele Betroffene regelmäßig ausgesetzt sind. Besonders stark betroffen ist dabei auch die trans* Community. Jede zweite trans* Person gab an, körperlich angegriffen worden zu sein.

Die Entwicklung fällt in eine Zeit, in der Hasskriminalität in Spanien insgesamt zunimmt. Nach den jüngsten verfügbaren Daten des Innenministeriums stieg die Zahl der Hassverbrechen zwischen 2020 und 2024 um 30 Prozent. Die Zahl antisemitischer Hassverbrechen ist dabei im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 86 Prozent gestiegen. Die sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität der Opfer stellt im Bereich Hate Crime inzwischen das zweithäufigste Tatmotiv dar. Häufiger sind lediglich rassistisch oder fremdenfeindlich motivierte Angriffe. 

Forderungen nach Maßnahmen 

Nach Veröffentlichung der Studie forderte die FELGTB+ die spanische Regierung auf, stärkere Maßnahmen zum Schutz der LGBTIQ+-Community zu ergreifen. Sie fordern von der spanischen Regierung die Einführung eines landesweiten Aktionsplans zur Bekämpfung von Hassverbrechen sowie einen besseren Schutz queerer Menschen. Zudem sprach sich der Verband für die Verabschiedung eines nationalen Pakts gegen Hassrede aus. Nach Ansicht des Vereins seien koordinierte Maßnahmen auf nationaler Ebene notwendig, um der zunehmenden Gewalt und Diskriminierung wirksam entgegenzutreten und die Sicherheit von LGBTIQ+-Personen nachhaltig zu stärken.

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