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Nuclear Family Month

Nuclear Family Month Indianas Gouverneur sorgt mit Aktion zur Kernfamilie für Heiterkeit

ms - 05.06.2026 - 12:30 Uhr
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Der republikanische Gouverneur des US-Bundesstaates Indiana, Mike Braun, hat den Juni offiziell zum „Nuclear Family Month“ erklärt. Der „nukleare“ Familienmonat, der auf die Kernfamilie abzieht, soll das Gegenstück zum Pride Monat der LGBTIQ+-Community sein. Online erhält Braun für seine Namensnennung viel Spott und Hohn. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Indianas Gouverneur Mike Braun hat den Juni zum „Monat der Kernfamilie“ erklärt, dem Nuclear Family Month. 
  • Das mögliche Wortspiel rund um den Begriff „Nuclear“ sorgt für viel Heiterkeit online. 
  • Die Proklamation wurde als Gegenentwurf zum Pride Monat entwickelt.
  • Das Dokument definiert die Kernfamilie als Ehe nur zwischen Mann und Frau mit Kindern.
  • Kritiker werfen Braun vor, vom Pride Monat ablenken zu wollen.
  • Braun weist die Vorwürfe zurück, dass sich die Erklärung gegen gleichgeschlechtliche Paare oder andere Familienformen richte.

Gestaltung der Zukunft?

„Als Vater von vier Kindern und Großvater von sieben Enkeln habe ich aus erster Hand erlebt, welchen Einfluss liebevolle und engagierte Familien über mehrere Generationen hinweg haben können“, schrieb Braun in einem Beitrag auf X, dem die Proklamation beigefügt war. Weiter erklärte er: „Während wir uns dem 250. Jahrestag Amerikas nähern, würdigt diese Erklärung die wichtige Rolle, die Familien bei der Gestaltung der Zukunft unseres Bundesstaates und unseres Landes spielen. Indiana wird weiterhin politische Maßnahmen unterstützen, die Familien stärken und der nächsten Generation helfen, erfolgreich zu sein.“ In der Proklamation heißt es, die Kernfamilie – „bestehend aus einem Ehemann, einer Ehefrau sowie biologischen, adoptierten oder Pflegekindern“ – sei „Gottes Entwurf für die Familienstruktur“ und bilde seit der Erschaffung der Welt das Fundament der Gesellschaft. 

Das Dokument führt weiter aus, dass „Studien zeigen, dass Kinder, die bei ihren verheirateten biologischen Eltern leben, ein besseres körperliches und emotionales Wohlbefinden aufweisen“. Zudem heißt es darin, dass die Gesellschaft einspringen müsse, wenn Familien geschwächt würden – durch „teure und minderwertige Lösungen wie Sozialsysteme, Schulen als Ersatzeltern und die Polizei als Ersatz für Disziplin“. Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte Indianas Vizegouverneur Micah Beckwith. Der Pastor veröffentlichte in sozialen Medien eine illustrierte Version der Proklamation mit dem Titel: „Holt euch den Regenbogen zurück!“ 

Heiterkeit und Doppeldeutigkeit 

In sozialen Netzwerken stieß die Initiative auf teils scharfe Kritik und viel Heiterkeit. Ein Nutzer schrieb: „So merkwürdig – all diese Versuche, vom Pride Month abzulenken.“ Ein anderer User kommentierte: „Sagt einfach, dass ihr Schwule hasst. Das wären weniger Worte.“ Ein Dritter schrieb: „Welche politischen Maßnahmen setzt ihr tatsächlich um, um Familien zu helfen? Bezahlter Mutterschaftsurlaub? Irgendetwas? Oder ist das nur homophobes Profilieren mit einer bedeutungslosen Erklärung?“

Innerhalb der Online-Community gab es immer wieder auch viel Heiterkeit aufgrund der bewussten Wortwahl – zwar bezieht sich der Gouverneur mit dem Wort „Nuclear“ auf die Kernfamilie, die Doppeldeutigkeit ist aber nicht von der Hand zu weisen. Indirekt könnte man den Begriff daher auch bewusst falsch verstehen wollen und von einer nuklear verstrahlten, strikt heterosexuellen Familie sprechen, die sich lieber weiter zersetzt, anstatt freundlich zu Homosexuellen zu sein. 

Gouverneur rudert zurück

Angesichts der kontroversen Reaktionen verteidigte Braun daraufhin seine Entscheidung. Gegenüber der US-Presse erklärte er, die Proklamation solle „keine andere Botschaft senden, als dass die Kernfamilie wichtig ist“. Und: „Andere mögen etwas anderes behaupten, aber das ist nicht der Fall.“ Die Erklärung richte sich nicht gegen homosexuelle Paare, geschiedene Eltern oder andere Familienformen. So recht glauben mag ihm das derzeit kaum allerdings kaum einer. 

Auch demokratische Politiker in Indiana übten Kritik. In einer Stellungnahme gegenüber dem Capital Chronicle erklärte Sprecher Sam Barloga: „Die Menschen in Indiana haben genug von den ständigen Kulturkämpfen der Braun-Regierung. Tausende Familien gehen leer aus, weil diese Regierung Bundesmittel für Sommer-Ernährungsprogramme abgelehnt hat. Die Menschen in Indiana brauchen echte Kämpfer für Familien im Parlament des Bundesstaates. Es ist Zeit für eine Staatsregierung, die jede Familie in Indiana unterstützt.“

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