Sequel-Gerüchte mehren sich "Call Me By Your Name" kehrt zum Pride Month ins Kino zurück
Nach einer wochenlangen Gerüchtewelle hat Sony Pictures Classics offiziell angekündigt, dass der vielfach ausgezeichnete queere Liebesfilm "Call Me By Your Name" vom 12. bis 18. Juni 2026 exklusiv in US-Kinos zurückkehrt – zeitlich abgestimmt auf Pride-Veranstaltungen im ganzen Land. Die Rückkehr des Films von Regisseur Luca Guadagnino gilt als bedeutender Schritt in einer Debatte um inklusive Geschichten und deren Sichtbarkeit, während die Diskussion um eine mögliche Fortsetzung weiter befeuert wird.
Das Wichtigste im Überblick
- "Call Me By Your Name" läuft zwischen dem 12. und 18. Juni 2026 erneut in ausgewählten AMC-Kinos in den USA.
- Die Aktion fällt mit dem Pride Month zusammen und soll das queere Publikum direkt ansprechen.
- Ein Sequel wurde nicht offiziell bestätigt, die gezielte Wiederaufnahme treibt jedoch die Spekulationen an.
Kinoscreening als strategisches Signal
Sony Pictures Classics wählte bewusst den Juni, den internationalen Pride Month, um den 2017 erschienenen Film wieder auf die große Leinwand zu bringen. Der Verleih spricht explizit die queere Community an und nutzt dafür das Social-Media-Label "#CMBYN", um die Resonanz zu messen. Mit dem kurzen, limitierten Engagement wird deutlich, wie Streaming und klassische Kinostarts in Zeiten digitaler Fragmentierung gezielt für Publicity eingesetzt werden. Branchenanalystinnen wie Branchenanalysten sehen darin einen kalkulierten Versuch, sowohl die Nostalgie der Fans als auch das Interesse an einer Fortsetzung zu testen.
Industrielle Lesart: Prüfstein für Fortsetzung
Medienbeobachterinnen und Medienbeobachter interpretieren diese exklusive Kinoauswertung als potenziellen Markttest für ein mögliches Sequel. Bereits in der Vergangenheit hatte Regisseur Guadagnino Ideen für eine Fortführung des Romans von André Aciman angedeutet, bislang jedoch ohne verbindliche Zusage. Die zeitgleiche Welle an kryptischen Tweets durch Sony Classics, gepaart mit der begrenzten Laufzeit, soll die Nachfrage klar quantifizierbar machen. Laut Kommentaren aus einschlägigen US-Fankreisen wird der Erfolg dieses Mini-Releases als Gradmesser für eine eventuelle zweite Verfilmung verstanden.
"happy pride 🌈 happy summer ☀️ und happy #CMBYN back in US theaters ausschließlich bei AMC Theatres für eine Woche nur", so Sony Pictures Classics am 27. Mai 2026 via X (ehemals Twitter).
Medienkritik: Vermarktung statt queerer Kulturarbeit?
Während viele Fans den Schritt begrüßen, werfen medienkritische Stimmen dem Verleih gezielte Nostalgie-Vermarktung vor: Das Timing zum Pride Month inszeniert queere Sichtbarkeit, ohne jedoch konkrete Zusagen für neue queere Kinoprojekte zu liefern. Zugleich spiegelt das Vorgehen einen Branchentrend, Klassiker als Event-Verwertung in Streamingzeiten auszuspielen, um Hypes für zukünftige Franchises zu generieren. Die tatsächliche Repräsentation queeren Lebens bleibt dabei häufig an Markterwartungen gebunden.
Hintergrund: Ein queerer Meilenstein und sein Erbe
"Call Me By Your Name" wurde seit seiner Premiere auf Festivals 2017 mehrfach für seine zarte Inszenierung einer schwulen Coming-of-Age-Geschichte gefeiert. Als exemplarisches Werk im Mainstream-Kino verhalf der Film einer queeren Liebeserzählung zu internationaler Sichtbarkeit. Die erneute Kinoauswertung zeigt, wie Studios ihre Filme strategisch als kulturelles Kapital platzieren, um nicht nur Diversität sichtbar zu machen, sondern vor allem kommerziellen Wert zu generieren.
Die Frage bleibt, ob die Verkaufszahlen der Wiederaufführung tatsächlich zur grünen Ampel für ein Sequel führen werden oder ob Studios wie Sony Pictures Classics auch künftig lieber sichere Retrowellen fahren, statt neue queere Kinokonzepte zu wagen. Die Entscheidung dürfte zeigen, wie ernst es der Industrie mit nachhaltiger Diversität tatsächlich ist.