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Queerer Bodybuilder-Film „Test“

Weltpremiere beim SXSW London Muskeln und Zweifel: Queerer Bodybuilder-Film „Test“

kw - 28.05.2026 - 16:30 Uhr
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Ein verschlossener Bodybuilder kämpft mit seiner Sexualität und verliebt sich in seinen Trainer – dieses zentrale Motiv hebt den neuen queeren Indie-Film „Test“ von Brock Yurich ab. Das Drama, das seine Weltpremiere am 3. Juni 2026 beim renommierten SXSW London feiert, beleuchtet eindrucksvoll, wie unter der glänzenden Oberfläche eines muskelbepackten Sports tiefe menschliche Konflikte brodeln. Die Authentizität des Werks wird durch die persönliche Beteiligung von Yurich als Drehbuchautor, Produzent und Hauptdarsteller zusätzlich verstärkt.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • „Test“ feiert seine Weltpremiere am 3. Juni 2026 beim SXSW London.
  • Brock Yurich übernimmt sowohl das Drehbuch als auch die Hauptrolle.
  • Die Geschichte spielt im ländlichen Ohio und thematisiert religiöse Schuld, Familienverantwortung und geheime Beziehungen.
  • Als nächster Festivalstopp folgt das Provincetown International Film Festival in den USA.
  • San Francisco zeigt den Film am 25. Juni im Rahmen von Frameline50.

 

Körperkult und innere Zerreißprobe

Sam McConnell, bekannt für seine feinfühligen Regiearbeiten, bringt mit „Test“ einen Film auf die Leinwand, der mit Vorurteilen bricht: Was zunächst nach dem klassischen Sportfilm klingt, wird zum psychologischen Kammerspiel über Maskulinität, Selbstakzeptanz und queeres Verlangen. Eddie, gespielt von Yurich, steht unmittelbar vor dem Sprung zur professionellen Bodybuilding-Karriere. Doch sein Alltag ist vom Spagat zwischen familiären Pflichten und verdrängten Gefühlen geprägt. Besonders stark wirken die Szenen, in denen Eddie versucht, seine aufkeimende Liebe zu seinem Trainer Mike zu verbergen – ein Thema, das in Hollywood-Sportfilmen bisher selten solche Tiefe erfahren hat.

 

Authentizität aus schmerzhaft eigener Erfahrung

Brock Yurich schöpft für „Test“ aus seiner eigenen Vergangenheit in der Bodybuilding-Szene. Diese echte Vertrautheit zu Milieu und Figuren ist spürbar: Der Film verzichtet auf überzeichnete Klischees und setzt statt dessen auf glaubhafte Konflikte – von übersteigerter Leistungsoptimierung bis zu toxischer Männlichkeit und privaten Geheimnissen. Die emotionale Dichte, die Yurich seinem Charakter verleiht, resultiert laut eigenen Angaben aus einem ein Jahrzehnt andauernden Entwicklungsprozess des Drehbuchs. Besonders sehenswert: die Momente, in denen die äußere Fassade Eddies zu bröckeln beginnt.

„Wir haben ‚Test‘ so entworfen, dass er wie ein echter Blick hinter den Vorhang wirkt. Die Geschichte hat mich lange nicht losgelassen,“ beschreibt Regisseur McConnell das Konzept des Films.

 

Warum „Test“ als Meilenstein gilt

Die Besetzung mit etablierten Stars wie Tammy Blanchard als Eddies religiöse Mutter und Matthew Morrison als Pastor verleiht dem Independent-Film zusätzliche Tiefe. Auch das sensible Drehbuch verzichtet auf erhobene Zeigefinger und lässt existenzielle Fragen um Religion, Scham und Selbstwertgefühl im Raum stehen. Die Entscheidung, einen queeren Bodybuilder als Identifikationsfigur zu wählen, ist cineastisch mutig und gesellschaftlich hochaktuell. Im internationalen Festivalcircuit sorgt „Test“ bereits vor Filmstart für Aufsehen und gilt laut Branchenmagazin „Variety“ als einer der wenigen Sportfilme, die queere Selbstfindung und Leistungsdruck so radikal ehrlich verknüpfen.

 

Wichtige Fragen zum Thema

Wann ist der deutsche Kinostart von „Test“?
Bisher wurde kein offizieller Kinostart für Deutschland bekanntgegeben; die Premiere findet zunächst auf internationalen Festivals statt.

Ist „Test“ autobiografisch?
Brock Yurich hat bestätigt, dass viele Erlebnisse aus seiner eigenen Bodybuilding-Zeit ins Drehbuch eingeflossen sind.

Welche Festivals zeigen den Film nach SXSW?
Nach London läuft „Test“ beim Provincetown International Film Festival und in San Francisco bei Frameline50.

Mit „Test“ hat das queere Kino einen neuen Rohdiamanten: ein Film, der packende Sportatmosphäre, intime Tragik und gesellschaftliche Brisanz vereint. Es bleibt zu hoffen, dass dieses außergewöhnlich persönliche Werk auch auf deutschen Leinwänden sein Publikum findet.

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