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Rainbow Map 2026 Neuer Rekord für Deutschland auf Platz 7 im Ranking

Von ms - 12.05.2026 - 08:30 Uhr
Rainbow Map 2026
Foto: iStock / AlxeyPnferov
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Spanien hat erstmals die Spitzenposition der europäischen „Rainbow Map“ übernommen und damit Malta nach einem Jahrzehnt an der Spitze verdrängt. Das geht aus der neuen Rangliste der Organisation ILGA-Europe hervor, die die rechtliche und politische Situation von LGBTIQ+-Menschen in 49 europäischen Staaten bewertet. Deutschland feiert einen neuen Rekordwert. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Spanien führt erstmals die europäische „Rainbow Map“ zu LGBTIQ+-Rechten an
  • Malta verliert nach zehn Jahren Platz eins, bleibt aber auf Rang zwei
  • Russland, Aserbaidschan und die Türkei bilden das Schlusslicht der Rangliste
  • Rumänien bleibt das schlechtestplatzierte EU-Land vor Bulgarien und Polen
  • In vielen europäischen Staaten fehlen weiterhin Schutzrechte für LGBTIQ+-Personen
  • Deutschland erstmals auf Platz 7 im Ranking, neuer Rekord für die Bundesrepublik

Mehr Mut und mehr Angriffe 

Nach Angaben der Organisation profitierte Spanien insbesondere von der Umsetzung der 2023 verabschiedeten Gesetze zu LGBTIQ+- und trans* Rechten. Die Regierung habe unter anderem Aktionspläne zur Gleichstellung beschlossen, eine unabhängige Behörde für Gleichbehandlung geschaffen und die Entpathologisierung von trans* Personen im Gesundheitssystem vollständig umgesetzt.

Die stellvertretende Direktorin von ILGA-Europe, Katrin Hugendubel, erklärte: „Die diesjährige Rainbow Map erzählt gleichzeitig zwei Geschichten.“ Einerseits gebe es „echten Mut“ in Staaten wie Spanien sowie bei Gerichten und politischen Entscheidungsträgern, die sich schützend vor betroffene Gemeinschaften stellten, anstatt sie zum Sündenbock zu machen. Andererseits wachse die Gefahr für die Rechte von LGBTIQ+-Menschen in Europa deutlich und dürfe nicht unterschätzt werden. „Die Frage, die jede Regierung in Europa nun beantworten muss, lautet, zu welcher dieser Geschichten sie gehören will“, sagte Hugendubel.

Island, Belgien und Dänemark weit vorne

Die „Rainbow Map“ bewertet Staaten auf einer Skala von 0 bis 100 Prozent anhand ihrer Gesetze und politischen Maßnahmen zugunsten von LGBTIQ+-Personen. Grundlage ist zudem ein jährlicher Bericht zur Menschenrechtslage in Europa und Zentralasien. Nach Angaben von ILGA-Europe wurden die Daten von mehr als 250 Fachleuten, darunter Aktivisten, Juristen und Politikexperten, überprüft.

Malta fiel trotz eines weiterhin hohen Werts von fast 88 Prozent auf den zweiten Rang zurück. Ausschlaggebend dafür sei vor allem Spaniens Fortschritt gewesen, das Land kam auf 88,7 Prozent der möglichen Punkte. Zugleich verwies die Organisation auf ausbleibende Reformen in Malta. Unter anderem fehle weiterhin ein umfassendes Antidiskriminierungsgesetz. Ein entsprechender Gesetzentwurf aus dem Jahr 2019 liege bislang auf Eis.

Island verteidigte den dritten Platz und steigerte seinen Wert auf knapp 86 Prozent. Nach Angaben von ILGA-Europe erneuerte die Regierung ihren Gleichstellungsaktionsplan und setzte erste Maßnahmen um, darunter ein Schulungsprogramm für Mitarbeiter im Asylbereich gemeinsam mit einer LGBTIQ+-Organisation. Auf den weiteren Plätzen landen dann Belgien (85,3%) und Dänemark (85,1%). 

Deutschland neuer Spitzenwert

Mit deutlichem Abstand sicherte sich Finnland dann mit fast 70 Prozent den sechsten Platz. Deutschland erreicht Platz 7 mit 69,5 Prozent. Es ist der beste Ranking-Wert für die Bundesrepublik in der Geschichte, noch 2020 lag Deutschland auf Platz 16 und hat sich seitdem schrittweise nach oben gearbeitet, 2025 kam das Land mit Platz 8 erstmals in die Top-10 der Rainbow Map.  

Schlusslicht Russland 

Am unteren Ende der Rangliste stehen Russland und Aserbaidschan mit jeweils zwei Prozent sowie die Türkei mit fünf Prozent. Unter den EU-Mitgliedstaaten schnitt Rumänien mit 19 Prozent erneut am schlechtesten ab. Dahinter folgen Bulgarien mit 20 Prozent und Polen mit 22 Prozent. Der Bericht verweist zudem auf erhebliche Unterschiede beim Schutz von LGBTIQ+-Rechten in Europa. Demnach verfügen sieben Staaten über keinerlei gesetzlichen Schutz vor Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität, Geschlechtsausdruck oder Geschlechtsmerkmalen. Ein vollständiger Schutz in Antidiskriminierungsgesetzen existiert laut der Untersuchung nur in Albanien, Belgien, Bosnien und Herzegowina, Dänemark, Finnland, Griechenland, Island, Montenegro und Spanien.

Homo-Heilungen, Ehen und trans* Rechte

Sogenannte Konversionspraktiken sind europaweit lediglich in zehn Ländern verboten. Hasskriminalität und Hassrede aufgrund sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität und Geschlechtsmerkmalen werden nur in Belgien, Dänemark, Griechenland, Island, Malta sowie in einzelnen Regionen Spaniens und des Vereinigten Königreichs ausdrücklich erfasst. Die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare ist derzeit in 22 europäischen Staaten möglich. In 18 Ländern gibt es dagegen nach wie vor keinerlei rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften.

Eine vollständige rechtliche Anerkennung von trans* Elternschaft besteht laut Bericht nur in Belgien, Dänemark, Finnland, Island, Malta, Slowenien, Spanien und Schweden. Besonders unterschiedlich fallen die Regelungen zur rechtlichen Anerkennung des Geschlechts aus. Zwölf Staaten verfügen nach Angaben von ILGA-Europe weiterhin über keinerlei rechtliche oder administrative Verfahren dafür. In Bulgarien, Georgien, Ungarn, Russland, der Slowakei und dem Vereinigten Königreich gebe es ausdrückliche Verbote oder andere rechtliche Hürden, die eine rechtliche Geschlechtsanerkennung faktisch unmöglich machten. Nur in zwölf Ländern können trans* Personen ihr Geschlecht auf Grundlage der Selbstbestimmung rechtlich ändern lassen. 

Zudem sieht der Bericht Einschränkungen der Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit von LGBTIQ+-Gruppen in mindestens 13 Staaten. Beim Asylrecht erkennen 34 Länder sexuelle Orientierung als Schutzgrund an, Geschlechtsidentität wird in 28 Staaten berücksichtigt. Intergeschlechtliche Asylsuchende sind nach Angaben der Organisation lediglich in sieben Ländern ausdrücklich gesetzlich geschützt.

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