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Sichtbares Signal für LGBTIQ+ Marco Ferrara heiratet Jiho trotz Eheverbot in Südkorea

Von tb - 06.05.2026 - 20:30 Uhr
Marco Ferrara heiratet Jiho trotz Eheverbot in Südkorea
Foto: © instagram.com/seoulmafia
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Der italienische YouTuber Marco Ferrara, besser bekannt als „Seoul Mafia“, hat am 5. Mai 2026 seinen langjährigen Partner Jiho in Südkorea geheiratet. Das Paar wagte diesen Schritt trotz der Tatsache, dass gleichgeschlechtliche Ehen im Land rechtlich nicht anerkannt werden – ein deutliches Signal für Sichtbarkeit und Mut inmitten restriktiver Gesetze. Die Zeremonie fand in Seoul statt und wurde von beiden Familien und Freundinnen sowie Freunden begleitet. Für Ferrara, der seit Jahren Teil der koreanischen Medienlandschaft ist, markiert die Ehe einen persönlichen wie öffentlichen Wendepunkt.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Das Paar heiratete am 5. Mai 2026 in Seoul, Südkorea.
  • Gleichgeschlechtliche Ehen sind in Südkorea weiterhin gesetzlich nicht anerkannt.
  • Marco Ferrara ist als „Seoul Mafia“ ein prominenter YouTuber mit Fokus auf K-Pop und interkulturelles Leben.
  • Jiho stammt aus China, wo Homosexualität gesellschaftlich stark tabuisiert bleibt.
  • Die Familien beider Partner nahmen an der Zeremonie teil.

 

Ein Hoch auf die Liebe – trotz Verbot

Die Trauung von Marco Ferrara und Jiho ist alles andere als gewöhnlich. Während auf Social Media die Glückwünsche überquellen, steckt hinter der öffentlichen Romantik eine ernste Botschaft: Südkoreas Behörden erkennen die Verbindung offiziell nicht an. Nach aktuellem Recht bleiben gleichgeschlechtliche Paare von Ehe und eingetragener Partnerschaft ausgeschlossen. Das bedeutet: Kein automatisches Sorgerecht, keine steuerlichen Vorteile, kein Notfallrecht – ja, nicht einmal den Status als Familie im Einwohnermelderegister.

Wer denkt, das sei längst überholt, irrt: Noch 2023 lehnte das südkoreanische Verfassungsgericht die Einführung der Homo-Ehe mit der Begründung ab, Ehe sei ausschließlich als Verbindung von Mann und Frau zu verstehen. Und das, obwohl die Gesellschaft immer offener über LGBTIQ+-Themen spricht und selbst das nationale Statistikamt gleichgeschlechtliche Partnerschaften zumindest informell erfasst.

 

Von K-Pop-Traum zum Outing-Star

Ferraras Werdegang in Korea liest sich wie ein modernes Märchen mit Reality-Check. Einst kam er als Musik-Talentshow-Kandidat nach Seoul, wollte als K-Pop-Idol durchstarten und musste viele Schwierigkeiten meistern. Man verordnete ihm regelmäßiges Schweigen über seine Homosexualität im Fernsehen und forderte Anpassung ans Bild des „westlichen Exoten“. Seine Liebe zu Jiho, den er bei einem Fotoshooting kennenlernte, hielt das Kameralicht lange fern – zu groß war die Angst vor Ablehnung, gerade auf Jiho-Seite, dessen Familie aus dem konservativen China stammt.

Öffentlich wurden Marco und Jiho dann im Netz: Mit Ferraras YouTube-Kanal „Seoul Mafia“ teilten sie erstmals unverblümt ihr Liebesleben. Trotzdem: Für Jiho bleibt das alles unsichtbar, weil YouTube in China gesperrt ist und seine Familie auf den digitalen Spuren nichts erfährt. Erst mit der Hochzeit wagten beide den Schritt ins Rampenlicht – ganz real, mit Eltern und Trauzeugen.

 

Was bleibt nach dem Ja-Wort?

Auch wenn die Märchenhochzeit in Seoul für Glücksmomente sorgt, bleibt viel zu tun. Südkorea geht in Minischritten voran: Zuletzt öffnete der Oberste Gerichtshof für gleichgeschlechtliche Paare einige Wege zu Krankenversicherungsleistungen, einen echten Ehe-Status stellt das aber nicht dar. Der gesellschaftliche Wandel kommt – aber für Marco, Jiho und viele andere heißt es weiter: Sichtbar bleiben, weitermachen, warten. Immerhin, Liebe kennt nun mal keinen Gesetzestext und kein Zensusfeld.

 

Wichtige Fragen zum Thema

Können gleichgeschlechtliche Paare in Südkorea offiziell heiraten?
Nein, nach südkoreanischem Recht bleibt die Ehe auf verschiedengeschlechtliche Paare beschränkt. Gleichgeschlechtliche Paare haben keinen rechtlichen Ehe- oder Partnerschaftsstatus.

Gibt es aktuelle rechtliche Verbesserungen für LGBTIQ+-Paare?
Ja, der Oberste Gerichtshof hat einigen Paaren Zugang zu bestimmten Krankenversicherungsleistungen eröffnet – umfassende Rechte wie Steuervergünstigungen oder Erbfolge gibt es weiterhin nicht.

Wie sichtbar ist die Community heute?
Die Akzeptanz in der Gesellschaft wächst, und Prominente wie Marco Ferrara helfen durch ihr öffentliches Auftreten, das Thema aus der Tabuzone zu holen.

Mit dem gemeinsamen Schritt trotzen Marco Ferrara und Jiho nicht nur dem koreanischen Standesamt, sondern zeigen auch: Liebe lässt sich nicht verstecken – weder hinter Pseudonymen, noch vor Mutter und Schwiegermutter.

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