Gezielte Ansteckung mit HIV Adam Hall aus England infizierte Männer und Jugendliche gezielt
Ein Mann ist in England zu einer lebenslangen Haftstrafe mit einer Mindestverbüßungsdauer von 23 Jahren verurteilt worden, weil er gezielt schwule Männer mit HIV infiziert hat. Unter den Opfern waren auch mehrere minderjährige Jugendliche.
Das Wichtigste im Überblick
- Adam Hall (43) aus dem englischen Washington (Tyne and Wear) wurde am Newcastle Crown Court zu lebenslanger Haft verurteilt.
- Hall infizierte zwischen 2016 und 2023 gezielt mindestens fünf junge Männer und zwei minderjährige Jungen im Alter von 15 und 17 Jahren mit HIV.
- Er wurde wegen schwerer Körperverletzung verurteilt, darunter vier Vergewaltigungen mit dem Ziel der HIV-Übertragung.
- Opfer berichten von extremer psychischer Belastung und Angst.
- Ermittler vermuten, dass es weitere Betroffene gibt und rufen diese zur Meldung auf.
Gezielte Infektion mit HIV
Adam Hall (43), ursprünglich aus dem englischen Washington (Tyne and Wear), hat zwischen 2016 und 2023 mindestens fünf junge Männer und zwei Jungen im Alter von 15 und 17 Jahren mit HIV angesteckt. Die Staatsanwältin Kama Melly erklärte vor Gericht in Newcastle, Hall habe eine „Kampagne der Vergewaltigung“ geplant und konsequent durchgeführt, um den Opfern absichtlich HIV zuzufügen. Zudem sei sein „wirkliches sexuelles Interesse“ darin gelegen, „Schmerz und Schaden“ durch sein aggressives und dominantes Verhalten zuzufügen.
Sex und Vergewaltigung
Hall wurde wegen schwerer Körperverletzung an sieben Opfern verurteilt, darunter die Vergewaltigung von vier Personen ebenso mit der Absicht, HIV zu übertragen. Ein Opfer, das bei der Tat gerade einmal 18 Jahre alt war, berichtete dem Gericht, es sei „auf die entsetzlichste und entmenschlichendste Weise verletzt worden“. Zudem betonte der junge schwule Mann: „Ich fühle mich ekelhaft, beschämt und völlig allein. Es gibt Tage, an denen ich das Gefühl habe, nur noch irgendwie zu überleben, nicht mehr zu leben.“
Weitere Opfer in ganz England
Hall reiste auch viel herum, unter anderem nach County Durham, Middlesbrough, North Yorkshire, West Yorkshire, Manchester und London. Die Behörden vermuten daher, dass höchstwahrscheinlich weitere Personen von seinen Taten betroffen sein könnten und es weitere schwule Opfer gibt, die er bewusst mit HIV infiziert hat, insbesondere im Schwulen-Mekka London sind die Chancen dafür hoch. Detective Chief Inspector Emma Smith von der Northumbria Police ergänzte daher nach der Urteilsverkündung: „Wir glauben, dass es noch andere Männer geben könnte, die von Adam Halls Verhalten betroffen sind und Opfer eines Verbrechens sein könnten, und wir würden sie ermutigen, sich zu melden.“ Hall war 2010 mit HIV diagnostiziert worden.
Amy Dixon, leitende Staatsanwältin des Crown Prosecution Service, lobte überdies jene Opfer, die mutig genug waren, um eine Aussage vor Gericht zu machen: „Vor allem möchte ich den Mut und die Würde ehren, die die Opfer und Zeugen in diesem Fall gezeigt haben. Ich hoffe, dass alle, die von Adam Halls Handlungen betroffen sind, Trost darin finden können, dass ihre Aussagen entscheidend dazu beigetragen haben, diese erhebliche Freiheitsstrafe gegen ihn zu erwirken.“