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Erneute Absage des Papstes Direkter Konfrontationskurs zur Kirche in Deutschland

Von ms - 24.04.2026 - 08:00 Uhr
Erneute Absage des Papstes
Foto: IMAGO / ABACAPRESS
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Papst Leo XIV. hat sich erneut gegen die Segnung homosexueller Paare in der katholischen Kirche in Deutschland ausgesprochen und reagiert damit auf die jüngsten Segnungsmöglichkeiten im Erzbistum München-Freising. „Der Heilige Stuhl hat mit den deutschen Bischöfen bereits Gespräche geführt“, erklärte das Kirchenoberhaupt. „Dabei wurde deutlich gemacht, dass wir mit der Segnung von Paaren – sei es homosexueller Paare oder Paare in irregulären Lebensgemeinschaften – nicht einverstanden sind.“ Diese Praxis gehe über das hinaus, was Papst Franziskus zuvor erlaubt hatte, als er betonte, dass grundsätzlich alle Menschen einen Segen erhalten könnten.

Das Wichtigste im Überblick

  • Papst Leo XIV. kritisiert die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare in Deutschland.
  • Segnungen wurden zuletzt im Bistum München und Freising durch Kardinal Reinhard Marx erlaubt.
  • Der Vatikan betont, dass solche Rituale über das hinausgehen, was Papst Franziskus gestattet hat.
  • Papst Leo XIV. sieht größere Prioritäten wie Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und Religionsfreiheit.

Streit um Aussagen von Papst Franziskus 

Die Äußerungen des Papstes beziehen sich auf Entscheidungen des früheren Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. In seinem Bistum München-Freising hatte Marx kürzlich die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare gestattet. Grundlage dafür ist eine Empfehlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken aus dem vergangenen Jahr. In mehreren deutschen Bistümern ist eine solche Segnung bereits üblich.

Papst Franziskus hatte Ende 2023 Segnungen homosexueller Paare unter engen Bedingungen freigegeben. Demnach dürfen solche Segnungen nicht als Eheschließung verstanden werden, sie dürfen keine Elemente eines Hochzeitsritus enthalten und Priester dürfen sie nicht im Rahmen eines Gottesdienstes erteilen. Aus Sicht der DBK steht die Empfehlung in Einklang mit Rom und den damaligen Richtlinien von Franziskus. Vor allem konservative Katholiken sehen dies jedoch kritisch.

Unterschiedliche Reaktionen 

In München stößt die Entscheidung auf Freude. Der progressive Priester Wolfgang Rothe, der offen homosexuell ist, bezeichnete sie als „epochalen Fortschritt“. Paare gleicher Geschlechtszugehörigkeit könnten nun ihre Liebe segnen lassen, ohne negative Konsequenzen für die beteiligten Geistlichen befürchten zu müssen. Schon 2021 hatte Rothe im Rahmen der Aktion „#liebegewinnt“ homosexuelle Paare demonstrativ gesegnet. Die ökumenische Arbeitsgruppe „Homosexuelle und Kirche“ erklärte, sie begrüße diesen „wichtigen Schritt hin zu mehr pastoraler Praxis“, betonte aber auch, es bestünde dennoch „weiterer Handlungsbedarf“. Das Katholische LSBT+ Komitee fordert eine flächendeckende und vollumfängliche Umsetzung der Segenshandreichung. 

Daran hapert es allerdings noch, denn es gibt nach wie vor auch Bischöfe, die strikt gegen die Segnung von Homosexuellen sind, allen vorn Kölns Kardinal Rainer Maria Woelki. Sein Presseamt erklärte: „Wir werden die angesprochene Handreichung im Erzbistum Köln nicht zur Anwendung bringen. Hier geht die Handreichung nach unserer Einschätzung über die weltkirchlichen Regelungen hinaus“, heißt es. Der bekannte Kölner Biologe und ehemaliger Bürgermeister-Kandidat Mark Benecke kritisierte, dass der Kardinal bei seiner „völlig lebensfremden Meinung“ bleibe, „dass queere Menschen nichts wert sind“. Woelki würde nur noch ein „krasseres Fremdschämen“ auslösen und sei „eine der rückständigsten Personen in ganz Köln, vielleicht sogar im ganzen Rheinland“. 

Pontifex betont wichtigere Themen

Leo XIV. betonte weiter, dass die Kirche nicht in erster Linie über Sexualmoral diskutieren sollte: „Es ist sehr wichtig zu verstehen, dass sich Einheit oder Spaltung der Kirche nicht um Fragen der Sexualität drehen sollte. Wir haben eine Tendenz zu denken, dass die Kirche, wenn sie von Moral spricht, nur von Sexualmoral spricht. In Wirklichkeit, glaube ich, gibt es viel größere und wichtigere Themen wie Justiz, Gleichberechtigung, Freiheit von Mann und Frau, Freiheit der Religion.“

Zur konkreten Praxis der Segnungen sagte der Papst: „Franziskus’ Formulierung ›tutti, tutti, tutti‹ – alle, alle, alle – drückt die Überzeugung der Kirche aus, dass alle willkommen sind, eingeladen, Jesus zu folgen und sich zum Glauben zu bekehren. Wenn man darüber hinausgeht, kann dies eher zu Uneinigkeit als zu Einigkeit führen.“ Insbesondere die katholische Kirche in Afrika lehne die Segnung homosexueller Paare ab.

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