Direkt zum Inhalt
Marla Svenja Liebich festgenommen

Festnahme Marla Svenja Liebich Fahndung mit europäischen Haftbefehl nach Monaten erfolgreich

ms - 10.04.2026 - 08:00 Uhr
Loading audio player...

Die monatelang gesuchte Rechtsextremistin Marla Svenja Liebich ist jetzt in Tschechien festgenommen worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Halle erfolgte der Zugriff auf Grundlage eines europäischen Haftbefehls. Demnach nahmen tschechische Einsatzkräfte die trans* Frau in Schönbach bei Asch fest. Nun soll ein Auslieferungsverfahren eingeleitet werden.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Die verurteilte Rechtsextremistin Marla Svenja Liebich ist in Tschechien festgenommen worden.
  • Grundlage war ein europäischer Haftbefehl; ein Auslieferungsverfahren soll folgen.
  • Liebich hatte eine Haftstrafe wegen Volksverhetzung nicht angetreten und war untergetaucht.
  • Der Fall hatte auch eine Debatte über das Selbstbestimmungsgesetz ausgelöst.

Untergetauchte Rechtsextremistin 

Liebich habe dabei offenbar noch versucht, sich in letzter Minute der Festnahme zu entziehen, betonte ein Polizeisprecher. Die trans* Person befindet sich jetzt in Gewahrsam, eine Auslieferung nach Deutschland ist vorgesehen. Liebich war zuvor wegen Volksverhetzung und weiterer Delikte verurteilt worden. Das Amtsgericht Halle hatte im Juli 2023 eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verhängt. Die Verurteilte trat ihre Haft jedoch nicht an. Spätestens seit dem 29. August 2025 hätte sie die Strafe im Frauengefängnis in Chemnitz verbüßen müssen, erschien dort aber nicht. In der Folge wurde bundesweit nach ihr gefahndet. In sozialen Netzwerken hatte Liebich zwischenzeitlich selbst erklärt, sich ins Ausland abgesetzt zu haben.

Debatte über Selbstbestimmungsgesetz

Der Fall hatte zudem über die Fahndung hinaus Aufmerksamkeit erregt: Liebich, die früher unter dem Namen Sven Liebich auftrat, ließ ihren Geschlechtseintrag von männlich auf weiblich ändern und nahm den Vornamen Marla Svenja an. Im Zusammenhang mit einer möglichen Unterbringung im Frauenvollzug entwickelte sich eine öffentliche Debatte über das Selbstbestimmungsgesetz. Bürgerrechtsorganisationen und queere Verbände äußerten in diesem Kontext den Verdacht, es könnte sich um eine gezielte rechtsextremistische Provokation gegen das Gesetz handeln.

Recherchen des Mitteldeutschen Rundfunk zufolge geht der Landkreis Saalekreis davon aus, dass im konkreten Fall ein Missbrauch des Gesetzes vorliegt, und hat rechtliche Schritte eingeleitet. So stellten Vertreter des Landkreises bereits im Dezember 2025 beim Amtsgericht Halle einen Antrag, die vorgenommenen Änderungen von Geschlechtseintrag und Namen rückgängig zu machen. Liebich selbst indes soll offenbar einen erneuten Wechsel des Geschlechtseintrages planen, der künftig auf „divers“ lauten soll. Zudem soll die Rechtsextremistin einen weiteren Namenswechsel zu „Anne Frank“ andenken. Dem Portal Euronews erklärte Liebich vor seiner Festnahme zuletzt, sie überlege eine Neudefinition als nicht-binär, weil sie als trans* Frau so viel Hass und Hetze erlebt habe.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Bunter Widerstand in Miami

Regenbogen aus Pflastersteinen

Miami rebelliert mit einem Regenbogen aus Pflastersteinen im Park gegen die skurrilen Verbote von Floridas Gouverneur DeSantis.
Neues Verbot im Profisport

Dart-Verband sperrt trans* Frauen

Der größte Dart-Verband PDC hat jetzt trans* Frauen von Frauenwettkämpfen ausgeschlossen und betont geschlechtsspezifische Unterschiede.
Dating-Masche in der Schweiz

Hohe Haftstrafen für Kriminelle

Zwei junge Männer wurden in der Schweiz jetzt zu hohen Haftstrafen verurteilt, sie hatten schwule Männer bei vorgetäuschten Dates brutal ausgeraubt.
Neues Verbot in Russland

Menschenrechtsorganisation Memorial

Ein russisches Gericht hat jetzt die bekannte Menschenrechtsorganisation Memorial verboten; der Verein setzte sich auch für LGBTIQ+ ein.
Hassverbrechen in Bremen

Verdopplung Angriffe auf LGBTIQ+

In Bremen haben sich die Fälle von Hasskriminalität gegenüber queeren Menschen binnen eines Jahres verdoppelt, wie Innensenatorin Högl jetzt mitteilte
Mpox in Berlin

Deutliche Zunahme der Fallzahlen

Die Zahl der Mpox-Fälle in Berlin steigt weiter rapide an, in der Mehrheit der Fälle handelt es sich dabei um die gefährlichere Virusvariante Klade Ib
Kirche gerät unter Druck

Olaf Latzel bereits verurteilt

Die Bremische Evangelische Kirche (BEK) startet die Evangelisationswoche trotz Kritik mit einem queerfeindlichem Pastor.
Neue Debatte über die Größe

Schwule Männer teilen ihre Meinung

Online ist die Tage eine neue Debatte unter schwulen Männer entbrannt, ob die Größe des Penis wirklich wichtig ist oder nicht.