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Miefige These US-Podcasterin: Schwul durch Autoluft­erfrischer?

Von kw - 08.04.2026 - 15:30 Uhr
Schwul durch Autoluft­erfrischer
Foto: © iStock / grafikeray
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Eine konservative US-Podcasterin hat in einem viralen Clip behauptet, Autoluft­erfrischer könnten das sexuelle Verlangen und die geschlechtliche Identität beeinflussen und damit „Menschen homosexuell machen“. Die Aussagen der Influencerin Alex Clark sind am Wochenende wieder öffentlich verbreitet worden und sorgen national wie international für Kritik und Fassungslosigkeit. Fachleute und wissenschaftliche Studien widersprechen ihren Behauptungen entschieden.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Alex Clark behauptete, Autoluft­erfrischer wirkten sich auf Testosteron aus und könnten „schwul machen“.
  • Medizinische und biologische Expertinnen und Experten bezeichnen diese These als wissenschaftlich widerlegt.
  • Experimente und Studien zeigen: Duftstoffe beeinflussen weder Hormonspiegel noch sexuelle Orientierung.
  • Der Clip wurde erstmals im Juli 2025 aufgenommen und aktuell in sozialen Medien vielfach geteilt.

 

Wissenschaftliche Faktenlage zu Luft­erfrischern

Die Podcasterin Alex Clark vertrat in einem Podcast die Auffassung, künstliche Duftstoffe aus Auto­erfrischern würden „den Testosteron­spiegel senken und die Hormonregulation zerstören“. Dabei bezog sie sich auf keinerlei wissenschaftliche Grundlage und brachte den Fall eines Uber-Fahrers als vermeintliches Beispiel an. Sie forderte offen ein Verbot solcher Produkte. Forschungen von Umwelt- und Gesundheitsbehörden wie dem Bundesumweltamt zeigen jedoch, dass Duftstoffe – etwa sogenannte Phthalate oder andere flüchtige organische Verbindungen – zwar in sehr hohen Konzentrationen gesundheitsschädlich sein können, aber keinerlei Einfluss auf Geschlechtsidentität oder sexuelle Orientierung haben.

Auch ein Überblick verschiedener peer-reviewed Studien belegt, dass weder Testosteron noch andere hormonelle Marker durch Autoluft­erfrischer messbar verändert werden. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie betont: Eine Veränderung der sexuellen Orientierung durch äußere Umwelteinflüsse sei nach Stand der Wissenschaft ausgeschlossen.

 

Reaktionen und Bedeutung

Der virale Clip hat große mediale Aufmerksamkeit erregt und wurde unter anderem vom britischen Comedy-Influencer Luke Hamnett satirisch kommentiert. Expertinnen und Experten warnen davor, solche Mythen und Falschinformationen zu verbreiten. Dr. Anja Woidl, Professorin für Humanbiologie an der Universität Regensburg, erklärt:

„Von Duftstoffen allein geht keine Gefahr für sexuelle Orientierung oder Hormonhaushalt aus. Solche Behauptungen sind wissenschaftlich haltlos.“

Laut Verschwörungsforschern und LGBTIQ+-Organisationen speisen sich derartige Aussagen aus diskriminierenden Stereotypen und erzeugen unbegründete Ängste.

 

Hintergrund: Forschung über Einflüsse auf sexuelle Orientierung

Die sexuelle Orientierung ist laut aktuellem Forschungsstand ein komplexes Zusammenspiel genetischer, biologischer und psychosozialer Faktoren. Kein bekanntes Umweltgift oder Produkt – darunter Autoluft­erfrischer oder Parfüm – beeinflusst bewiesenermaßen das individuelle Empfinden von Sexualität oder die Geschlechterrolle. Dies belegen zahlreiche internationale Metastudien und Stellungnahmen medizinischer Fachverbände.

 

Was kommt als Nächstes?

Die Diskussion zeigt, wie schnell Fehlinformationen im Netz zirkulieren und wie wichtig mediale Aufklärung bleibt. Institutionen wie das Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung planen, gezielt gegen Gesundheitsmythen vorzugehen und Falschbehauptungen über geschlechtliche Identität sachlich zu widerlegen.

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