Direkt zum Inhalt

EU droht mit hohen Strafen Vier Porno-Anbietern online drohen hohe Millionenstrafen

Von ms - 27.03.2026 - 09:00 Uhr
EU droht mit hohen Strafen
Foto: IMAGO / Joko
ANZEIGE
Loading audio player...

Mehrere führende Anbieter pornografischer Inhalte geraten derzeit unter die Lupe der europäischen Aufsichtsbehörden, darunter auch Anbieter, die in der LGBTIQ+-Community sehr beliebt sind. Nach Angaben der EU-Kommission besteht der dringende Verdacht, dass die Betreiber gegen geltendes EU-Recht verstoßen.

Zu wenig Kinderschutz 

Im Fokus stehen die Plattformen Pornhub, Stripchat, XNXX und XVideos. Den Betreibern wird vorgeworfen, dass ihre Angebote für Minderjährige zu leicht zugänglich seien und erforderliche Schutzmechanismen fehlen. Sollten die ersten Ermittlungen bestätigt werden, drohen den Unternehmen empfindliche Geldstrafen.

Die EU-Kommission verweist insbesondere auf die Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste (AVMD-Richtlinie), die den Schutz Minderjähriger und die Sicherstellung eines verantwortungsvollen Zugangs zu Inhalten regelt. Zudem könnten Verstöße gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) vorliegen, wenn personenbezogene Daten von Nutzern – insbesondere von Minderjährigen – nicht ausreichend geschützt werden. Auch weitere EU-Vorschriften zum Schutz vor schädlichen Inhalten und zur Förderung eines sicheren Internetzugangs für Jugendliche könnten betroffen sein.

Effektive Altersverifikation

Die europäischen Behörden fordern unter anderem die Einführung effektiver Altersverifikationssysteme, um sicherzustellen, dass nur volljährige Nutzer auf pornografische Inhalte zugreifen können. Plattformen sollen Mechanismen implementieren, die die Nutzeridentität überprüfen und den Zugang für Minderjährige verhindern. Darüber hinaus werden zusätzliche Schutzmaßnahmen verlangt, etwa die Bereitstellung von Informationen über Risiken des Pornokonsums, Filter- und Blockierungsoptionen sowie die strikte Einhaltung der DSGVO, um personenbezogene Daten insbesondere von Jugendlichen zu sichern.

Beliebte Plattformen der Community 

Laut SimilarWeb hatte Pornhub in den letzten Jahren durchschnittlich über drei Milliarden Besuche pro Jahr, also etwa 250 Millionen Besuche pro Monat. Die Website Stripchat liegt bei etwa 60–80 Millionen Besuchen pro Monat. XNXX kommt auf rund 200–250 Millionen Besuche monatlich, XVideos auf etwa 300 Millionen Besuche. 

Insbesondere Pornhub, XNXX und XVideos bieten Filter und Kategorien eigens für Schwule, Lesben, trans* Menschen oder Bisexuelle – bei Pornhub gehören diese Angebote zu den am häufigsten angeklickten Subkategorien weltweit. Laut einem Report von 2022 kamen auf die LGBTIQ+-Kategorien auf Pornhub mehrere Milliarden Suchanfragen weltweit. Zu den Top-Suchanfragen bei XNXX und XVideos gehören „Gay“, „Lesbian“ und „Transgender“.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

Süddeutsche ZeitungVeranstaltung in Garching: Fundamentalistische Hassbotschaften im BürgerhausDER STANDARDMit Troye Sivans "She’s The Best" auf der etwas anderen PartytazRazzien gegen Queers in der Türkei: Finsternis am BosporusGALAJorge González: Schwierige Kindheit in KubaAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Sollte die geplante automatische Weitergabe sensibler Daten in Baden-Württemberg verhindert werden?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Nacktheit bei Heated Rivalry

Intime Dreharbeiten ohne Grenzen?

Die Hauptdarsteller von „Heated Rivalry“ waren zu kompletten Frontalnacktaufnahmen bereit. Regisseur Jacob Tierney entschied sich jedoch dagegen.
Frauen und Schwulenpornos

Besonderer Reiz für die Damenwelt

Die Hälfte des Publikums schwuler Pornos auf Pornhub ist inzwischen weiblich. Studien zeigen, warum Frauen Sex zwischen Männern so interessant finden.
Spätes Coming-Out mit 40

Saunabesuche, Sex und Politik

Der bekannte britische Radiomoderator Iain Dale spricht über Homophobie bei den Tories, sein spätes Coming-Out und sein früheres Sexleben.
Polizeieinsatz bei Halk TV

Türkei geht erneut gegen Medium vor

Nach einer Razzia bei Halk TV in der Türkei übernimmt der Staat jetzt die Kontrolle. Die Opposition kritisiert den Eingriff in die Pressefreiheit.
Social-Media-Verbot kommt

Regierung verschärft Jugendschutz

Die Bundesregierung plant strengere Social-Media-Regeln für Minderjährige. Für queere Jugendliche geht es dabei auch um wichtige Schutzräume.
Pentagon-Chef unter Druck

Kritik an US-Verteidigungsminister

Der schwule Demokrat Pete Buttigieg wirft US-Verteidigungsminister Pete Hegseth strategisches Versagen im Iran-Krieg vor und fordert seinen Rücktritt.
Kein Geld mehr für LGBTIQ+

Florida streicht Museumsförderung

Das bekannte LGBTIQ+-Museum in Florida verliert seine Förderung. Die Leitung kritisiert den Einfluss neuer Gesetze und fordert politischen Widerstand.
Kuss-Foto löst Hasswelle aus

Todesdrohung nach Familienfeier

Ein harmloses Kuss-Foto eines schwules Paares löst im Netz homophobe Hetze bis hin zu Todesforderungen aus. Das Paar lässt sich nicht einschüchtern.
Droht ein neues LGBTIQ-Verbot?

Aserbaidschans neue Gesetzespläne

Aserbaidschan soll ein Verbot sogenannter „LGBT-Propaganda“ nach russischem Vorbild planen. Einige Abgeordnete dementieren bisher eher halbherzig.