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Mordversuch in Marokko
Foto: iStock / carlos Pereira
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Mordversuch in Marokko 30-jähriger Aktivist und Freund von Mob fast totgeschlagen

ms - 23.03.2026 - 11:30 Uhr
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Der 30-jährige Schwulen-Aktivist Mimoun Kabdani aus Rabat, Marokko, wurde zusammen mit seinem Freund brutal niedergeschlagen und lebensgefährlich verletzt, weil sie in der Öffentlichkeit Händchen gehalten hatten. Online berichtete Kabdani in bewegenden Worte von dem Überfall und dem grausamen Alltag, mit dem Homosexuelle und queere Menschen in Marokko konfrontiert sind.

Homophobie in Marokko 

Marokko hat eine sehr strenge Gesetzgebung, die homosexuelle Beziehungen mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft. Diese Bestimmung im Artikel 489 des marokkanischen Strafgesetzbuches fördert bis heute ein gesellschaftliches Klima der Feindseligkeit gegenüber homosexuellen Menschen, in dem selbst einfache Gesten der Zuneigung, wie das Händchenhalten, zu Angriffen und Diskriminierung führen können. Zuletzt machte der Fall der lesbischen Aktivistin Ibtissame Lachgar Schlagzeilen, die wegen eines T-Shirts mit der Aufschrift „Allah ist eine Lesbe“ zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt wurde und derzeit im Gefängnis um ihr Leben kämpft. 

Die Polizei hilft nicht 

Kabdani erinnerte sich an die homophoben Beleidigungen und physischen Angriffe, die er zusammen mit seinem Partner erlebte. „Was mehr wehtat als die Schläge, war zu wissen, dass die Polizei nichts tun würde – in Marokko besagt das Gesetz, dass wir die Kriminellen sind. Wir leben mit einem ständigen Gefühl der Unsicherheit!“ Neben der physischen Gewalt, die er erlebte, sieht sich die Community im Land auch mit einem starken gesellschaftlichen Stigma konfrontiert. Viele Opfer von Diskriminierung und Gewalt vermeiden es, Hilfe zu suchen, aus Angst, öffentlich bloßgestellt oder rechtlich verfolgt zu werden. Menschenrechtsorganisationen berichten von Hunderten von Verfahren gegen homosexuelle Personen in den letzten Jahren.

Der Schein trügt

Laut lokalen Aktivisten gibt es einen Widerspruch zwischen dem modernen Bild, das die marokkanische Regierung für den Tourismussektor zu vermitteln versucht, und der Realität der Ausgrenzung und Gewalt, die „abweichende Sexualitäten“ im Land erfahren müssen. Jamal Malek, Gründer eines verbotenen LGBTIQ+-Kollektivs, erklärte: „Die Regierung bewirbt Marokko als modern für Touristen, während sie uns privat als ‚Abschaum‘ bezeichnet.“

Kabdani entschloss sich, das Schweigen zu brechen und seine Geschichte öffentlich zu machen. „Unsere Geschichten zu erzählen bedeutet, Widerstand zu leisten. Die Welt muss wissen, was hier passiert“, sagte er. Aktivisten fordern nicht nur die Aufhebung der diskriminierenden Gesetze, sondern auch einen kulturellen Wandel, der Toleranz, Respekt und den Dialog über Vielfalt fördert. „Der Kampf gegen die Gewalt gegen Homosexuelle in Marokko erfordert eine breite Mobilisierung, die rechtliche, gesellschaftliche und bildungspolitische Maßnahmen umfasst“, so Malek. Beide Männer appellieren an die internationale Staatengemeinschaft, ihre Solidarität zu zeigen und dafür zu sorgen, dass „die Freiheit zu lieben in Marokko und weltweit ein universelles Recht wird – ohne Angst und ohne Gewalt.“

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