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Schuldspruch in Belgien Drei Minderjährige auf "Pädo-Jagd" erstachen Schwulen im Park

Von ms - 13.03.2026 - 11:30 Uhr
Schuldspruch in Belgien
Foto: IMAGO / Photo News
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Drei junge Männer sind im belgischen Gent wegen ihrer Beteiligung am Tod von David Polfliet (✝42) zu jeweils 15 Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht befand sie des versuchten Diebstahls und Raubes mit Todesfolge für schuldig. Die Angehörigen des Opfers zeigten sich nach dem Urteil erleichtert. „Wir sind froh, dass es vorbei ist. Am wichtigsten ist, dass sein Ansehen wiederhergestellt wurde“, erklärten sie.

Gedemütigt, geschlagen, erstochen

Die damals noch minderjährigen Täter hatten sich über die Dating-App Grindr mit ihrem späteren Opfer für ein Date verabredet. Der vorsitzende Richter hob die Schwere der Tat hervor. „Die Verurteilten lockten David Polfliet in einen verlassenen Park, um ihn zu demütigen und zu berauben. Er versuchte zu entkommen, doch es war zu spät. Sein verzweifelter Widerstand war machtlos. Er wurde gedemütigt, geschlagen und schließlich erstochen.“ Schockierend sei zudem, dass die Täter die Tat filmten und niemand die Rettungsdienste alarmierte.

Die Angeklagten – K.B. (22), L.N. (21) und R.P. (22) – hörten das Urteil ohne erkennbare Emotionen an. Die Jury unterschied bei der Strafzumessung nicht zwischen den Tätern, obwohl dies von der Staatsanwaltschaft vorgeschlagen worden war. R.P., der die tödlichen Stichverletzungen beigebracht hatte, erhielt so die gleiche Strafe wie seine Mittäter.

Die verhängte Haftstrafe liegt dabei unter den von der Staatsanwaltschaft geforderten 23 bis 25 Jahren, aber deutlich über den Erwartungen der Verteidigung. Die Anwälte hatten fünf Jahre Haft unter Auflagen beantragt, um eine Rückkehr ins Gefängnis zu vermeiden. Die Jury berücksichtigte mildernde Umstände wie die schwierige Kindheit der Täter und ihr junges Alter zum Tatzeitpunkt. Dennoch müssen die drei Männer mindestens ein Drittel der Strafe tatsächlich verbüßen.

Richter betont „feige Tat“

„Es war notwendig, ein deutliches Signal zu setzen“, betonte das Gericht. „Es schien für sie keine Option zu sein, Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen. Nur sich selbst zu retten, zählte. Mit ihrer feigen Tat haben sie das Leben eines 42-jährigen Mannes mit Träumen, Erwartungen und einem ganzen Leben vor sich genommen.“ Die Jury wandte sich zudem an die Angehörigen: „Wir haben David Polfliet als angenehmen und warmherzigen Menschen kennengelernt. Wir haben während unserer Beratungen an ihn gedacht.“

Die Geschwister des Opfers zeigten sich nach dem langen Prozess erleichtert. „Wir sind sehr froh, dass es vorbei ist. Wir sind mit dem Urteil der Jury zufrieden. Für uns waren alle drei von Anfang an gleichermaßen verantwortlich.“ Besonders wichtig sei ihnen, dass der Name von David Polfliet wiederhergestellt wurde, nachdem zu Beginn des Prozesses ein Bild von ihm als pädophiler Mann gezeichnet worden sei. Auch die Verteidigung äußerte Verständnis für das Urteil.

„Pädo-Jagd“ über Grindr

Am 5. März 2021 hatten die damals minderjährigen Täter David Polfliet über die Dating-App Grindr in einen Park in Beveren gelockt. Später wurde seine Leiche dort gefunden. Die Verdächtigen, ein 17-Jähriger aus Antwerpen sowie ein 16- und ein 17-Jähriger aus Beveren, stellten sich schließlich der Polizei. Sie gaben an, Polfliet als „Pädo-Jäger“ in den Park gelockt zu haben, um ihm „eine Lektion zu erteilen“, bestritten jedoch, ihn töten zu wollen. Bei der Auseinandersetzung stach einer der Täter Polfliet in das Bein – die Verletzung führte zum Tod des schwulen Mannes. Anfangs wurde ein rein homophobes Motiv vermutet, dies konnte jedoch während der Ermittlungen nicht nachgewiesen werden. David Polfliet war 42 Jahre alt.

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