Verlust queerer Repräsentation BBC stellt LGBTQ+-Dating-Shows aus Finanzdruck ein
Die BBC streicht die bahnbrechenden LGBTIQ+-Dating-Shows „I Kissed A Boy“ und „I Kissed A Girl“ – ein deutliches Zeichen für die aktuellen Herausforderungen bei der Finanzierung inklusiver Formate. Trotz wachsender Anerkennung und Relevanz queerer Repräsentation im britischen Fernsehen wird es keine Fortsetzungen dieser Formate geben. Offiziell bestätigt ein BBC-Sprecher, dass „keine aktuellen Pläne für die Rückkehr der Sendungen“ bestehen.
Repräsentation unter Finanzdruck
Der Sender begründet die Absetzung mit erheblichen finanziellen Engpässen. Die Formate, die queeren Männern und Frauen eine erstmalige Bühne in britischen Dating-Shows boten, gelten als Meilenstein – vor allem, nachdem „I Kissed A Boy“ mit Teilnehmenden wie Lars Fellows, dem ersten trans* Kandidaten, neue Standards bei der Sichtbarkeit setzte. Die beiden Staffeln erreichten große Aufmerksamkeit und wurden insbesondere in der LGBTIQ+-Community gefeiert, da sie queere Lebensrealitäten und Vielfalt erstmals einem breiten Publikum zugänglich machten. Beide Shows folgten einem einzigartigen Konzept, in dem sich Singles bereits beim ersten Aufeinandertreffen küssten und dann gemeinsam Beziehungs- und Freundschaftsdynamiken erkundeten.
Reaktionen aus der Branche und Community
Prominente wie Gastgeberin Dannii Minogue und ehemalige Teilnehmende betonen die Bedeutung dieses Formats: „Es ist so ein wichtiges und kraftvolles Projekt“, unterstreicht Minogue, „ich bin unglaublich stolz, dass wir diese Vielfalt zeigen konnten.“ Auch auf Social Media wächst die Sorge über die fortschreitende Verringerung von LGBTIQ+-Sichtbarkeit, nachdem in den vergangenen zwölf Monaten schon mehrere queer-geführte Serien großer Streaminganbieter abgesetzt wurden. Branchenbeobachter nennen als Ursache nicht nur Sparzwänge, sondern auch zunehmende Zurückhaltung bei Investitionen in Diversity-Projekte.
Bedeutungsverlust queerer Geschichten
GLAAD zufolge werden im kommenden Jahr rund 40 Prozent der queeren Fernsehcharaktere nicht ins Programm zurückkehren. Einrichtungen für Medienvielfalt sehen diese Entwicklung kritisch, da sie die Gefahr einer wachsenden Unsichtbarkeit marginalisierter Gruppen befürchten. Gleichzeitig berichten Kreativschaffende verstärkt von einer „Nervosität“ in Redaktionen, die es erschwert, vielfältige Geschichten zu erzählen.
Blick nach vorn
Mit dem überraschenden Aus für „I Kissed A Boy“ und „I Kissed A Girl“ wächst die Unsicherheit über die Zukunft inklusiver Unterhaltungsformate. Die Frage bleibt: Wer übernimmt langfristig Verantwortung dafür, dass queere Lebenswelten im internationalen Fernsehprogramm repräsentiert bleiben? Für viele Zuschauerinnen und Zuschauer bleibt zu hoffen, dass neue Produktionen das entstandene Vakuum bald füllen.