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Wie schwul wird die Story? "Heated Rivalry"-Schöpfer: Netflix kündigt neue Serie an

Von kw - 06.03.2026 - 18:30 Uhr
Netflix gibt grünes Licht für neue Serie
Foto: © IMAGO / SOPA Images
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Die weltgrößte Streaming-Plattform Netflix setzt auf queere Geschichte: Nach dem globalen Überraschungserfolg des Eishockeyromanze-Hits „Heated Rivalry“ des Konkurrenten HBO bekommt Schöpfer Jacob Tierney grünes Licht für seine neue Prestige-Serie „Alexander“. Das Drama bringt die Jugend des legendären Feldherrn Alexander den Großen – und offenbar auch sein queeres Begehren – in den Fokus des Mainstreams.

 

Netflix greift nach dem nächsten LGBTIQ+-Serienhit

Netflix wird „Alexander“ nicht nur produzieren, sondern überlässt Jacob Tierney fast völlige kreative Freiheit. Der Regisseur, Autor und Produzent verfilmt den Roman „The Golden Mean“ von Annabel Lyon. Doch während die Vorlage „platonischer“ mit historischen Fakten umgeht, strebt die Serienadaption eine radikalere Perspektive an: Das Augenmerk richtet sich auf Alexanders komplizierte Beziehung zu seinem Lehrer Aristoteles, Macht, Krieg, gesellschaftliche Tabus – und vor allem „verbotene Liebe“.

 

Queere Historie: Sichtbarkeit, die provoziert

Ob Alexander tatsächlich schwul oder bisexuell war, ist unter Fachleuten weiterhin umstritten. Fest steht: In der Antike gehörten gleichgeschlechtliche Beziehungen, insbesondere zwischen Männern, zum gesellschaftlichen Alltag. Historische Quellen berichten von Alexanders tiefer Bindung zu seinem Freund Hephaistion, die in aktuellen Netflix-Produktionen schon offen als Liebe interpretiert wurde. Derartige Darstellungen entfachen regelmäßig homophobe Empörung – und werfen die Frage auf, wem Geschichte „gehört“. Gerade im Streaming-Bereich findet jedoch eine vorsichtige Öffnung für vielfältige Perspektiven statt: Laut aktuellen Branchendaten waren 16 Prozent aller Netflix-Hauptfiguren 2025 queer, ein Rekordwert.

 

Stimmen: Macher fordern neue Narrative

„Die Serie inszeniert den uralten Machtkampf zwischen Mentor und Protegé mit einer Intensität, die brutal und intim zugleich ist“, heißt es von Netflix-Programmchefin Jinny Howe. Das lässt Raum für Hoffnung, dass queere Figuren nicht mehr am Rand stehen müssen. Schon Tierneys Statement zur Produktion macht klar, dass es um einen persönlichen Herzensstoff geht, der nicht auf Sensationslust, sondern auf Identifikation zielt.

 

Historische Fakten und heutige Sehnsüchte

Antike Geschichtsschreibung, queere Träume und modernes Medienmarketing kollidieren hier beispielhaft: Die literarische Vorlage konzentriert sich stark auf Aristoteles Perspektive, doch die Neuinterpretation durch Netflix will Alexander selbst ins Zentrum rücken. Damit öffnet sich die Tür, nicht nur seine politischen, sondern vor allem seine emotionalen Kräfte neu zu erzählen – und damit einer queeren Leserschaft Identifikationsraum zu bieten, wie ihn das US-Fernsehen lange verweigert hat.

 

Wie queeres Storytelling Geschichte umschreibt

Mit der Neuverfilmung von Alexanders Leben strebt Netflix nichts Geringeres an als eine Neubewertung von Geschichte. Die antiken Liebeswelten werden auf heutige Fragen nach Identität, Macht und Zugehörigkeit projiziert. Bleibt abzuwarten, wie konsequent die queere Perspektive im Drehbuch verankert wird – und wie groß der Einfluss auf zukünftige Historienserien und ihre Sichtbarkeit sein wird. Wer also „Alexander“ spielt, steht noch nicht fest. Die kommende Serie verspricht jedoch schon jetzt eine hitzige Debatte über Vielfalt, Wahrheit und das Recht auf ein diverses Geschichtsbild im globalen Medienmainstream.

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