Meilenstein für Queer-Athleten Tennis: Erster offen schwuler Spieler bei ATP-Turnier
Der Brasiliener Joao Lucas Reis da Silva schreibt Tennisgeschichte!
Debüt eines offenen schwulen Spielers auf ATP-Level
Mit seinem Auftritt im Hauptfeld des ATP-500-Turniers in Rio de Janeiro gelang Joao Lucas Reis da Silva ein historischer Moment: Er ist der erste offen schwule Profi, der bei einem ATP-Turnier dieser Größenordnung ein Match bestreitet. Der 26-Jährige stand dem Deutschen Yannick Hanfmann gegenüber und unterlag in zwei Sätzen. Dennoch ist seine Qualifikation für das Hauptfeld eines bedeutenden Turniers ein Meilenstein für die Sichtbarkeit queerer Sportler.
Fortschritte im Profisport und noch viele Hürden
Reis da Silva, derzeit auf Platz 208 der Weltrangliste, hat nach seinem Coming-out 2024 kontinuierlich sportliche Fortschritte erzielt und erreichte im November 2025 mit Rang 187 seine bislang beste Platzierung. Neben ihm gibt es mit dem Schweizer Mika Brunold erst einen weiteren offen schwulen Mann auf ATP-Ebene. Die Reaktionen seitens des Publikums und anderer Profis fallen positiv aus, trotzdem bleibt die Herren-Tour im Vergleich zur WTA ein Ort mit bisher wenig queerer Repräsentanz. Nur etwa 3 Prozent aller in den großen Tennisverbänden erfassten Profispieler identifizieren sich offen als Teil der queeren Community – davon die Mehrheit im Frauentennis, wo Vorbilder wie Martina Navratilova Maßstäbe gesetzt haben.
Stimmen aus dem Tennisumfeld zu neuer Sichtbarkeit
Direkt nach seinem Match äußerte sich Reis da Silva: „Es ist wichtig, dass queere Teenager sehen, dass Authentizität und Leistung vereinbar sind – unabhängig davon, gegen wen man spielt.“ Auch Kollegen wie Brunold betonen, wie bestärkend der Zuspruch vieler Fans wirkt. Die Trainerin Rennae Stubbs unterstreicht, welch positives Signal von dieser Entwicklung für junge Talente ausgeht.
Homophobie und Diskriminierung in Männersportarten sind weiterhin keine Seltenheit, wie aktuelle Untersuchungen der UNESCO und der Internationalen Tennisföderation zeigen. Gerade im Profisport gibt es hohe soziale Hürden für Coming-outs, oft aus Sorge um Sponsoren oder öffentlichen Rückhalt. Doch der Mut einzelner Akteure beginnt, Strukturen zu bewegen: Der Anteil queerer Leistungsträger in Spitzenpositionen wächst langsam an – auch ermutigt durch gesellschaftliche Veränderungen und Initiativen wie „Athlete Ally“.