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Kinky Szenen in Pillion Hauptdarsteller plaudern über Intimität im schwulen SM-Film

Von ms - 20.02.2026 - 16:15 Uhr
Kinky Szenen in Pillion
Foto: IMAGO / Landmark Media
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Ende März startet der schwule SM-Film „Pillion“ in Deutschland, zuvor haben die beiden Hauptdarsteller Alexander Skarsgård und Harry Melling sowie Regisseur Harry Lighton jetzt über intime Szenen als zentraler Punkt der Geschichte gesprochen, basierend auf dem Roman „Box Hill“.  

Respektvoller Blick auf Community

Um die SM-Liebesgeschichte zwischen einem Biker und einem devoten jungen Mann realistischer und authentischer zu gestalten, besetzte Lighton Mitglieder eines echten schwulen Motorradclubs. Melling betonte, dass deren Anwesenheit für den Film entscheidend war. „Sie waren unglaublich großzügig. Man könnte denken, dass es entblößend wäre, praktische Fragen zu bestimmten Szenen zu stellen, aber sie wollten wirklich, dass wir es richtig machen.“

Auch Skarsgård bestätigte die besondere Bedeutung dieser Beteiligung und merkte an, dass viele der Biker zu den Vorführungen reisten und das Projekt unterstützten. Besonders emotional sei es für ihn gewesen, ihre Reaktionen auf die fertige Version des Films zu sehen, vor allem, da das Thema so verletzlich und intim sei. Ihre Teilnahme hat auch den Blickwinkel des Films verändert: Anstatt BDSM als bloßes Spektakel darzustellen, verortet „Pillion“ die Story in der Community und gibt dem Thema eine authentische und respektvolle Darstellung.

Intimität und Unbeholfenheit

In vielen Filmen wird BDSM entweder bedrohlich oder glatt inszeniert. Skarsgård erklärte, dass Lighton sich bewusst darum bemühte, beide Extreme zu vermeiden. „Wenn Sub-Dom-Dynamiken gezeigt werden, ist es entweder einschüchternd oder überromantisiert. Hier ist es manchmal explizit, aber auch zärtlich und unbeholfen.“

Diese Unbeholfenheit würde dabei zu einem wichtigen Teil der Ehrlichkeit des Films. Sex wird nicht als perfekte Fantasie choreografiert, sondern die Körper stolpern, Positionen verändern sich und Erfahrung wird erarbeitet, nicht vorausgesetzt. Für Melling unterstrich dieser Ansatz die Entwicklung seiner Figur Colin: „Es läuft nicht immer so, wie es in Filmen dargestellt wird. Das war aufregend aus einer Schauspielperspektive.“ Der Biker Ray im Gegensatz spricht nur wenig. Skarsgård scherzte, dass sein Charakter nur wenige Zeilen hat. Doch dieses Schweigen bedeute keineswegs Distanz. Vielmehr stütze sich die Darstellung auf physische Präsenz, Zurückhaltung und subtile Verschiebungen in der Kontrolle.

Jenseits des Klischees

„Pillion“ vermeidet es dabei auch, Kink als etwas zu zeigen, das im Verborgenen bleibt. Stattdessen fokussiere sich der Film auf Verhandlungen, Unsicherheit und die Spannung zwischen körperlicher Intensität und emotionalem Bedürfnis, so die beiden Hauptdarsteller. Als Colin beginnt, sich zu fragen, ob Hingabe allein genug ist, entwickelt sich die Geschichte weiter in Richtung Selbstbewusstsein. 

Der „Pillion“-Passagier fängt an zu überlegen, ob er weiterhin auf dem Rücksitz bleiben möchte. Das Ergebnis ist eine schwule Romanze, die Macht als fließend und Intimität als etwas versteht, das sowohl chaotisch als auch bedeutungsvoll sein kann. Für Skarsgård und Melling ist es genau diese Balance, die den Film so besonders macht. Es geht nicht um Schockeffekte, sondern darum zu zeigen, dass Menschen selbst innerhalb rigider Rollen noch dabei sind, sich selbst zu entdecken, betonten die beiden abschließend. 

Besondere Einflüsse

Regisseur Lighton indes erzählte noch, welche TV-Shows und Filme ihn in seinem „sexuellen Erwachens-Prozess“ beeinflussten. „Die meisten schwulen Menschen haben einen Moment, in dem sie etwas im Fernsehen oder in einem Film sehen und denken: ‚Oh, vielleicht bin ich ja nicht hetero.‘ Und für mich war das eine Folge von Die Simpsons!“ 

Der 33-jährige Filmemacher verriet, dass es eine Folge (Staffel 3, Episode 19) war, in der Hausmeister Willie sein Hemd auszieht und einen überraschend muskulösen Oberkörper zeigt. Willie jagt darin den Simpsons-Hund Knecht Ruprecht durch einen Luftschacht. Lighton erinnert sich: „Er trägt nur Unterwäsche. Irgendetwas an seinem Akzent, seinem roten Bart und seinem Körper ließ mich aufhorchen und denken: ‚Oh, das gefällt mir.‘“ Daneben beeinflusste ihn der Animationsfilm „Das große Rennen von Belleville“ aus dem Jahr 2003. Der Film dreht sich um einen Radfahrer, und Lighton sagt, dass, wenn man das Lycra durch Leder ersetzt, man erkennen kann, wie dieser Film „Pillion“ beeinflusste.

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