Sex habe dort nichts zu suchen Leonardo Tano kritisiert queere Sichtbarkeit bei Olympia
Leonardo Tano, der schillernde Spross des Erotik-Giganten Rocco Siffredi, sorgt mit einer scharfzüngigen Anti-Woke-Offensive für ordentlich Zündstoff in Italien – und das, nachdem er jahrelang in Unterwäsche-Kampagnen als Liebling der queeren Szene galt. Was ist nur in Mailands Glitzerwelt los?
Von Unterwäschestar zum Moralwächter
Kein Laufsteg zu heiß: Schon als Teenager tanzte Leonardo Tano halbnackt über die Titel von Modemagazinen wie DUST und warb für die schwulenfreundliche Marke MSGM, stets unter den neugierigen Augen seines Vaters und einer Community, die ihn feierte. Bei Pitti Uomo marschierten gleich beide Eltern stolz in der ersten Reihe. Nun aber wirbelt Tano mit wütenden Instagram-Storys gegen den „woke“-Zeitgeist, zieht Vergleiche zwischen queeren französischen Olympia-Inszenierungen und Meloni-konformen Feierlichkeiten in Italien und teilt gegen das, was er als moralische Extreme empfindet, ordentlich aus.
Tano schimpft über queere Sichtbarkeit
Mit markigen Worten erklärte Tano unlängst, dass „Sexualität ihren Platz und Moment hat, aber sicherlich nicht bei den Olympischen Spielen“. Ihm gehe nicht um die Freiheit selbst, sondern um deren „Extremisierung“. Scheinbar übersieht er dabei großzügig, dass gerade sein bisheriger Glamour-Lebenslauf maßgeblich auf den schultern jener Gemeinschaft ruht, gegen deren Anliegen er sich nun so vehement positioniert. Prompt hagelt es im Netz Reaktionen, viele queere Nutzerinnen und Nutzer zeigen sich enttäuscht über diesen rasanten Meinungsschwenk ihres einstigen Aushängeschilds.
Familienstolz und das große Schweigen
Spielte der prominente Vater Rocco Siffredi, in Pornokreisen längst eine Institution, bisher auf den Promi-Sohn nur amüsant an, so lässt er aktuelle Tanos Hasstiraden gegen progressive Werte einfach unkommentiert vorbeiziehen. Immerhin war es eben jene Offenheit gegenüber sexueller Diversity, die Leonardo Karrierechancen eröffnete – er selbst posierte Seite an Seite mit seinem Bruder Lorenzo für das schwule Kultmagazin ICON, stets im Zeichen eines tolerant-queeren Lifestyles.
Rückwärtsgang im Rampenlicht?
Bleibt die Frage: Ist Leonardo Tanos neue Vehemenz ein echter Sinneswandel oder doch nur Imagepflege fürs konservative Publikum? Sicher ist nur: Die Zeit der herzlichen Umarmung mit der queeren Modewelt scheint vorerst vorbei. Wird der Blondschopf bald als Verteidiger traditioneller Werte durch Talkshows tingeln oder rudert er doch zurück, wenn Mailand wieder Regenbogenfarben zeigt? Wir beobachten gespannt – und rufen der Modewelt zu: Outfits kann man wechseln, Haltung weniger leicht.