Schauspielerin Olivia Colman Keine Außenseiterin mehr dank jungen queeren Menschen
Die britische Schauspielerin und Oscarpreisträgerin Olivia Colman (52) hat sich in einem Interview offen über ihr besonderes Verhältnis zur Community geäußert und erklärt, sie fühle sich „wie ein schwuler Mann!“
Besondere Geschichten in der Community
Colman sprach im Rahmen der Promotion des Films „Jimpa“, der kürzlich beim Sundance Film Festival Premiere feierte – darin spielt Colman eine Mutter, die mit ihrem nicht-binären Kind den schwulen Vater in Amsterdam besucht. Im Interview-Gespräch wurde darauf hingewiesen, dass ihre Karriere zahlreiche Projekte mit LGBTIQ+-Bezug umfasst, darunter „The Favourite“, „Heartstopper“ und „Beautiful People“. Auf die Frage, was sie an Geschichten mit homosexuellen und queeren Figuren besonders anspreche, erklärte Colman: „Ich glaube, es ist eine Gemeinschaft, in der ich mich sehr willkommen fühle. Ich finde, die liebevollsten und schönsten Geschichten kommen aus dieser Community. Und ich fühle mich sehr geehrt, dort aufgenommen zu werden.“
Weiter sagte sie: „Mein ganzes Leben lang hatte ich Diskussionen mit Menschen, bei denen ich immer das Gefühl hatte, irgendwie non-binär zu sein.“ Zugleich betonte sie: „Mach daraus bitte kein großes Etikett! Aber ich habe mich als Frau nie besonders feminin gefühlt.“
Keine Lust auf „strikte Heterosexualität“
Colman schilderte auch Gespräche mit ihrem Ehemann: „Ich habe mich meinem Mann gegenüber immer als schwuler Mann beschrieben. Und er sagt dann: ‚Ja, das verstehe ich.‘ Deshalb fühle ich mich wohl und entspannt. Ich habe das Gefühl, mit einem Fuß in verschiedenen Lagern zu stehen.“ Sie verbringe zudem wenig Zeit mit Menschen, die „sehr strikt heterosexuell“ seien. „Die Männer, die ich kenne und liebe, sind sehr im Einklang mit all ihren Seiten“, sagte sie.
„Jimpa“-Regisseurin Sophie Hyde erklärte im Interview, viele Menschen würden zwar als Frauen erzogen und sozialisiert, doch das bedeute nicht, dass die Vorstellung von Weiblichkeit für alle passe. Colman ergänzte, auch Männer seien durch gesellschaftliche Erwartungen eingeschränkt. „Mein Mann und ich wechseln uns darin ab, die ‚starke Person‘ zu sein oder diejenige, die ein bisschen Sanftheit braucht. Ich glaube, jeder Mensch trägt all das in sich.“ Erst durch den Austausch mit jüngeren homosexuellen und queeren Menschen habe sie das Gefühl, „keine Außenseiterin mehr“ zu sein.
Colman zählt zu den erfolgreichsten britischen Schauspielerinnen ihrer Generation. Für ihre Hauptrolle in „The Favourite“ erhielt sie 2019 den Oscar als beste Hauptdarstellerin. Zudem wurde sie unter anderem für ihre Rollen in der Serie „The Crown“ sowie in Filmen wie „The Father“ und „The Lost Daughter“ mehrfach mit Golden Globes, Emmys und BAFTAs ausgezeichnet. Zuletzt war sie im Kino in „Die Rosenschlacht“ sowie bei Amazon Prime in der zweiten Staffel von „The Night Manager“ zu sehen.