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Anschlag auf Pascal Kaiser Drei Unbekannte attackierten ihn im eigenen Garten

Von ms - 09.02.2026 - 13:10 Uhr
Anschlag auf Pascal Kaiser
Foto: Pascal Kaiser privat
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Der bisexuelle deutsche Fußballschiedsrichter Pascal Kaiser (28) ist eine gute Woche nach seinem öffentlichen Heiratsantrag vor 50.000 Fußballfans im Stadion des 1. FC Köln jetzt Opfer eines homophoben Anschlags geworden – drei Männer sollen den 28-Jährigen am letzten Wochenende in seinem eigenen Garten überfallen und zusammengeschlagen haben. Nach Informationen von Kaiser hatte er nach seinem Antrag Drohungen von mutmaßlichen Fans bekommen.   

Überfall im eigenen Garten

Dabei sei ihm mitgeteilt worden, seine Privatadresse in Nordrhein-Westfalen sei bekannt. Auch mehrere Fußballmagazine hatten online berichtet, dass die Privatadresse des jungen Mannes publik gemacht worden wäre. Nach Informationen von Kaiser habe er daraufhin die Polizei über die Drohungen informiert, diese hätten ihm demnach allerdings gesagt, dass keine unmittelbare Gefahr bestehen würde. Zwanzig Minuten später sei er zum Rauchen in den Garten gegangen, wo ihm drei Männer auflauerten.

Nach Angaben der französischen Sport-Zeitung „L’Équipe“ griffen die unbekannten Täter ihn in der Nacht von Samstag auf Sonntag direkt an, schlugen auf ihn ein und flüchteten anschließend. Kaiser erlitt dabei schwere Verletzungen. Der Schiedsrichter veröffentlichte anschließend Fotos auf Instagram, die ihn mit einem deutlich sichtbaren blauen Auge sowie weiteren Verletzungen zeigen. Kaiser vermutet, dass der Angriff in direktem Zusammenhang mit seinem öffentlichen Heiratsantrag an seinen Freund Moritz steht. 

Zum Thema Gewalt gegenüber queeren Menschen hatte Kaiser noch im letzten Jahr im SCHWULISSIMO-Interview gesagt: "Was mich erschüttert, ist dieses Gefühl, dass wir gesellschaftlich gerade eher Rückschritte machen. Hass wird wieder salonfähiger. Es fühlt sich so an, als müssten wir um Dinge kämpfen, die wir längst für sicher hielten. Wir dürfen nicht zulassen, dass wir zurückfallen. Nicht politisch, nicht gesellschaftlich und schon gar nicht menschlich. Queeres Leben darf kein Luxus in Großstädten sein – es muss ein selbstverständlicher Teil unserer gesamten Gesellschaft sein."

Erste Reaktionen 

Der Vorfall hat erneut eine Debatte über Homophobie und Gewalt im Umfeld des Fußballs ausgelöst. Das öffentliche Bekenntnis zur eigenen sexuellen Orientierung habe Kaiser offenbar zur Zielscheibe radikaler homophober Angriffe gemacht. Die Linke NRW zeigt sich entsetzt über die Nachricht, Dominik Goertz, queerpolitischer Sprecher von Die Linke NRW, erklärte: „Dieser Angriff ist ein Angriff auf die queere Sichtbarkeit in ganz Deutschland und ein alarmierendes Zeichen dafür, dass Queerfeindlichkeit wieder salonfähig geworden ist. Jahr für Jahr steigen queerfeindliche Straftaten in NRW an, doch von der Landesregierung gibt es selten mehr als warme Worte.“ 

Und weiter: „Dass die Polizei, bei der sich Kaiser meldete, weil er explizit Drohungen unter Erwähnung seines Wohnortes erhielt, noch unmittelbar vor dem Angriff versicherte, es bestünde keine Gefahr, ist ein Skandal! Queere Menschen werden immer noch zu oft bei Polizei und Behörden nicht ernst genommen. Dieser Fall muss gründlich aufgearbeitet werden.“ Die Linke NRW fordert die Landesregierung auf, „jetzt endlich zu handeln“ und noch vor der Landtagswahl einen umfangreichen Aktionsplan gegen Queerfeindlichkeit auf den Weg zu bringen. Dieser müsse auch Maßnahmen enthalten, um die Polizei für queerfeindliche Straftaten zu sensibilisieren. „Wir stehen solidarisch an der Seite von Pascal Kaiser und allen queeren Menschen, die Opfer von Hass und Gewalt wurden. Sichtbarkeit darf nicht gefährlich sein – sie muss geschützt werden“, erklärte Goertz abschließend.

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