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Teilweise Kehrtwende
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Teilweise Kehrtwende Neubewertung des US-Ärzteverbandes zu trans* Operationen

ms - 06.02.2026 - 09:30 Uhr
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Die größte Berufs- und Interessenvertretung von Ärzten und Medizinstudenten in den USA, die American Medical Association (AMA), sowie die weltweit größte Organisation zertifizierter plastischer Chirurgen, die American Society of Plastic Surgeons (ASPS), haben jetzt eine Neubewertung bezüglich der Behandlung von minderjährigen trans* und nicht-binären Menschen vorgenommen. 

Aufschub bei Operationen 

Beide Fachverbände sprachen sich jetzt dafür aus, geschlechtsangleichende Operationen grundsätzlich bis zum Erwachsenenalter aufzuschieben. Die AMA erklärte in einer Stellungnahme, über die die New York Times zuerst berichtete, dass „chirurgische Eingriffe bei Minderjährigen grundsätzlich bis zum Erwachsenenalter verschoben werden sollten“. Der Verband vertritt über 200 medizinische Fachgesellschaften. Bereits einen Tag zuvor hatte die ASPS eine ähnliche Position bezogen. Zur Begründung verwies sie auf eine begleitend veröffentlichte Literaturübersicht, der zufolge es bislang nicht genügend Forschung zu den Vorteilen geschlechtsangleichender Operationen gebe.

Entscheidungsgewalt bei Ärzten und Eltern

Die AMA betonte allerdings zugleich, dass sie ihre Unterstützung für Pubertätsblocker nicht zurückgenommen habe und dies auch nicht plane. Man habe lediglich entschieden, operative Eingriffe bei Minderjährigen aufzuschieben. Andere medizinische Organisationen wie die American Academy of Paediatrics (AAP), ein Berufsverband für Kinder- und Jugendärzte aus Illinois, erklärten gegenüber der New York Times, keine „pauschale Empfehlung für Operationen bei Minderjährigen“ abgeben zu wollen. AAP-Präsident Andrew Racine sagte: „Die AAP hält weiterhin an dem Grundsatz fest, dass Patientinnen und Patienten, ihre Familien und ihre Ärztinnen und Ärzte – nicht Politiker – gemeinsam darüber entscheiden sollten, welche Behandlung für sie am besten ist.“

Kritik von queeren Verbänden

Die neuen Stellungnahmen werden von queeren Aktivisten und Organisationen als Rückschritt für die Rechte von LGBTIQ+-Personen in den USA und darüber hinaus gewertet. Empfehlungen der AMA und anderer medizinischer Fachverbände galten bislang häufig als Beleg dafür, dass eine angemessene geschlechtsangleichende Versorgung sicher und wirksam sei. Zudem bekräftigen die Verbände, dass eine angemessene medizinische Versorgung die Lebensqualität von trans* Jugendlichen deutlich verbessern und Suizidalität verringern kann. Die queere Menschenrechtsorganisation Human Rights Campaign betonte dabei, dass inzwischen nahezu ein Viertel aller trans* Jugendlichen in den USA in einem Bundesstaat lebt, der geschlechtsangleichende Versorgung zumindest teilweise untersagt hat.

Politische Kontroverse 

Zudem verweisen die queeren Verbände auch auf die angespannte Lage aufgrund der Trump-Administration. Die Neubewertung der Empfehlungen fällt in eine Phase zunehmender politischer Angriffe auf geschlechtsangleichende Versorgung in den USA. Zwar hatten zahlreiche Bundesstaaten entsprechende Behandlungen bereits vor Beginn von Trumps zweiter Amtszeit eingeschränkt oder verboten, zuletzt wurden jedoch auch medizinische Organisationen in Bundesstaaten unter Druck gesetzt, in denen die Versorgung weiterhin legal ist.

Zusätzliche Dynamik erhielt die Debatte außerdem, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA ein Verbot geschlechtsangleichender Versorgung für trans* Jugendliche im Bundesstaat Tennessee bestätigt hatte. Damit wurde ein rechtlicher Präzedenzfall geschaffen, der bestehenden und künftigen Gesetzen dieser Art Rückendeckung gibt.

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