Outfit als Kunstkonzept Grammys: Chappell Roan erscheint halbnackt
Die amerikanische Sängerin Chappell Roan sorgte mit ihrem Outfit bei den diesjährigen Grammy-Verleihungen für den Hingucker schlechthin: Mit ihrem transparenten dunkelroten Kleid, das nur an ihren Nippel-Piercings hing und ihren Fantasy-Bemalungen am nackten Körper, trug die offen lesbische Musikerin wohl den extremsten Look des Abends - der an gewagten Bekleidungen auch nicht arm war.
Naked Dress war gestern - Chappell goes naked
BH oder Unterhemdchen braucht die queere Künstlerin nicht, sie ist mutig genug Nacktheit zu zeigen und nicht nur mit "Naked Dresses" zu spielen. Heidi Klum trug solch ein Model im hautengen Latex, worin sie allerdings kaum gehen konnte und eher dadurch zum Gesprächsstoff wurde als mit ihrem Look, mit dem das Top-Model wohl zu schockieren hoffte. Das gelang Chappell Roan mit ihrem durchschimmernden Thierry-Mugler-Kleid, das durch aufwendig gestaltete temporäre Tattoos noch mehr schillerte. Die lesbische Sängerin machte mit ihrem Dress einmal mehr ihr Anliegen deutlich, den Anblick weiblicher Haut zu enttabuisieren.
Der Rote Teppich als Bühne
Das Kleid wird bei Roan aber mehr als nur zu einem Outfit - es ist ein Kunstkonzept, das Ästhetik und Fantasy miteinander vereint: Die Sängerin, die für zwei Auszeichnungen nominiert war, ist sowieso bekannt für ihre Kompromisslosigkeit. Hier wollte sie historische Referenzen und die moderne Ikonografie des Pop miteinander verbinden. Darüber hinaus ist der Entwurf ein Ausdruck ultimativer Leichtigkeit, braucht das Kleid doch keinerlei Träger. Dadurch entsteht eine wunderbare Silhouette, die den Körper im Stil klassischer Statuen schimmern lässt. Verantwortlich für das visuelle Gesamtbild war Make-up Artist Andrew Dahling. Im Brustbereich prangte übrigens das Tattoo eines Einhorns oder auch Ponys, das eventuell auf Roans Hit "Pink Pony Club" anspielte.
„Sobald die Tattoos ins Spiel kamen, bekam alles eine mittelalterliche Dimension – aber auf authentische Weise", so Dahling zu der Outfit-Idee.
Zudem ist das Kleid im Übrigen eine Hommage an ein Design aus dem Jahr 1998, ebenfalls von Mugler, das damals schon für Schlagzeilen sorgte.