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Kim Petras fordert Vertragsauflösung

Trans* Star kritisiert Label Pop-Sängerin Kim Petras fordert Vertragsauflösung

kw - 21.01.2026 - 20:30 Uhr
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Kim Petras fordert Vertragsauflösung: Popstar prangert Machtlosigkeit gegenüber Major-Labels an.

 

Künstlerinnen und Künstler kritisieren Label-Blockade

Mitten in der Veröffentlichungsvorbereitung von „Detour“ fordert Kim Petras öffentlich, von ihrem Label Republic Records, das zu Universal Music gehört, entlassen zu werden. Der Grund: Das Label halte ihr fertiges Album seit sechs Monaten zurück und verweigere die Bezahlung für mitwirkende Musikerinnen. Trotz eines selbstfinanzierten Musikvideos, könne sie weder Veröffentlichungstermin noch künstlerische Kontrolle einfordern. Petras betonte, sie sei der Fremdbestimmung überdrüssig und wolle künftig ihre Projekte eigenständig gestalten und finanzieren. Die Forderung nach mehr Unabhängigkeit erfährt breite Rückendeckung aus der Musikszene und löst erneut die Debatte über strukturelle Probleme in Verträgen mit Major-Labels aus.

 

Prominente Stimmen und Branchenrealität

Unterstützung erhält Petras dabei unter anderem von Kesha, die die Einschränkungen eines solchen Vertrags als „goldenen Käfig“ bezeichnet und ein grundlegendes Recht auf künstlerische Freiheit fordert. Kesha selber war über Jahre juristisch gegen ihren Produzenten Dr Luke und die Kontrolle des Major-Systems vorgegangen – auch sie gründete nach dem Ende ihres Konflikts ein eigenes Label. Dazu äußerte Musikerin Grimes, dass ihrer Erfahrung nach fast jede Künstlerin und jeder Künstler irgendwann unter mangelhafter Betreuung und Kontrolle durch große Labels leidet. DJ Shygirl hob die Vorteile unabhängiger Labels hervor und warnte vor Illusionen, die mit den Versprechungen der Major-Industrie verkauft werden.

 

Label-Macht und Sichtbarkeit queerer Künstlerinnen

Petras machte deutlich, dass ihr internationaler Erfolg – sie gewann als erste trans* Frau einen Grammy in einer Hauptkategorie – nicht vor struktureller Diskriminierung durch das Label schützt. Sie wurde zwar für gemeinsame Titel wie „Unholy“ mit Sam Smith gefeiert, erhält laut eigener Aussage jedoch keine ernsthafte Unterstützung mehr, da ihre Musik nicht in gängige Social Media-Trends passe. Der Vorwurf: Solange sich Künstlerinnen und Künstler nicht perfekt vermarkten lassen, bleibe echte Förderung aus. Branchenanalysen zeigen, dass kontroverse oder nicht-trendige Künstlerinnen, insbesondere queere Personen, häufig mit Verträgen am Durchbruch gehindert werden.

 

Möglichkeiten und Grenzen für Musikerinnen heute

Das jüngste Beispiel Kim Petras zeigt, welche Macht ein Label über Laufbahnen ausüben kann – und wie prekär die Situation selbst für preisgekrönte Künstlerinnen bleibt. Die Diversität der Musiklandschaft droht darunter zu leiden, wenn kreative Stimmen problematischen Vertragskonstruktionen zum Opfer fallen. Für das Musikpublikum bleibt damit die Frage, wie viele Talente im System verlorengehen – und ob die zunehmende Kritik tatsächlich zu mehr Selbstbestimmung der Künstlerinnen führt.

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