Neue Serie über Ludwig II. TV-Produktion beleuchtet die Homosexualität des Märchenkönigs
Die Dreharbeiten für die neue Historienserie „Ludwig“ sind abgeschlossen, Drehstart war im Oktober letzten Jahres. Die achtteilige Produktion widmet sich dem Leben von König Ludwig II. von Bayern (1845-1886) und rückt dabei auch erstmals in dieser Form in einer TV-Produktion dessen homosexuelles Liebesleben in den Mittelpunkt. Die Ausstrahlung ist für 2027 geplant.
Ein Königsleben als True Crime
Gedreht wurde in Bayern, Tschechien und der Schweiz. Hinter dem Projekt steht eine Koproduktion von W&B Television mit ARD Degeto Film, dem Bayerischen Rundfunk, ServusTV und dem Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). Die Serie ist als aufwendig produzierte historische True-Crime-Geschichte im Stil eines „Cold Case“ angelegt und zeigt den bayerischen „Kini“ nicht als weltfremden Träumer, sondern als politischen Freigeist und Opfer einer repressiven Zeit. Thematisiert werden dabei mehrfach auch seine homosexuellen Begierden, für die es damals vor über 150 Jahren noch wenig Verständnis gab. Auch seine Beziehung zu Richard Wagner findet Einzug in die Mini-Serie.
Freitod oder Mord?
Erzählt wird die Handlung vor dem Hintergrund der Ermittlungen zu seinem bis heute ungeklärten Tod. Während einige davon überzeugt sind, dass der Märchenkönig nach seiner Entmündigung aufgrund einer attestierten schizotypen Persönlichkeitsstörung den Freitod im Starnberger See wählte, gehen andere bis heute von einem Mord aus. Die Ermittlungen führen aus Sicht des Sonderermittlers Gustav Zimmermann, dargestellt vom Zürcher Schauspieler Felix Mayr, durch ein Geflecht aus politischen Interessen, Intrigen und Loyalitätskonflikten.
Zimmermann wird 1886 beauftragt, den Tod des Monarchen zu untersuchen, und stößt dabei auf Hinweise auf eine mögliche Liebesbeziehung zwischen Ludwig II., gespielt von Luis Pintsch, und dem jungen Offizier Paul, verkörpert von Jonathan Kriener. Eine solche Enthüllung droht die bereits geschwächte Dynastie weiter zu destabilisieren.
Beziehung zu Richard Wagner
Historisch belegt ist Ludwigs enge Verbindung zu dem Komponisten Richard Wagner, den er während dessen Exil mehrfach in der Schweiz besuchte. Entsprechend entstanden Dreharbeiten nebst Deutschland und Österreich auch in der Zentralschweiz rund um den Vierwaldstättersee und die Wagnervilla. Die Schweiz wird dabei zugleich als politischer Gegenentwurf zu den damaligen Monarchien inszeniert.
Zur Besetzung zählen neben Felix Mayr und Luis Pintsch unter anderem Aaron Friesz, Carlotta Bähre, Tom Wlaschiha, Karl Markovics und Nikolai Kinski. Regie und Drehbuch kommen von Nina Vukovic und Sebastian Ko. Der Leiter Fiktion des SRF, Baptiste Planche, erklärte: „´Ludwig´ ist eine aufwendig realisierte historische Crime-Serie, die dank der Zusammenarbeit europäischer Partner realisiert werden kann. Wir freuen uns außerordentlich, dass SRF Teil dieses internationalen Projekts ist und wir dem Schweizer Publikum Zugang zu einer Serie auf höchstem Produktionsniveau ermöglichen können.“