Charme mit Winnetouch "Kanu des Manitu" holt Bayerischen Filmpreis
24 Jahre nach seiner legendären Western-Parodie ist Michael Bully Herbig zurück im Rampenlicht – und das fulminanter als je zuvor. „Das Kanu des Manitu“, der mit Spannung erwartete Nachfolger, ist bei der 47. Verleihung des Bayerischen Filmpreises als „Erfolgreichster Film“ ausgezeichnet worden. Das Publikum feiert, die Branche jubelt – ein Triumph, der nicht nur Zahlen, sondern auch gesellschaftliche Signale sendet.
Glanz und Mut im Komödienkostüm
Herbig gelingt es, mit seinem neuen Film unmittelbar an den Kultstatus seines Vorgängers „Der Schuh des Manitu“ anzuknüpfen. In einer Zeit, in der das Kino ums Überleben kämpft, sorgt sein filmisches Comeback für Rekordzahlen: Über fünf Millionen Menschen strömten bundesweit ins Kino. Was auf den ersten Blick wie pure Unterhaltung wirkt, überzeugt auf der Leinwand durch visuelle Eleganz und doppelbödigen Witz. Besonders bemerkenswert ist, wie Michael Bully Herbig nicht nur Drehbuch, Regie und Hauptrolle in Personalunion übernimmt, sondern auch als Winnetouch, der schwule Bruder der Hauptfigur, für queere Sichtbarkeit sorgt – ein Novum im Mainstream-Comedy-Kino der Gegenwart.
Die Begeisterung für das Sequel ist auch in der Fachjury spürbar: Neben der erzählerischen Leichtigkeit würdigen die Jurorinnen und Juroren vor allem Herbigs Vielseitigkeit. Kein anderer deutscher Filmvereinigt künstlerisches Können mit Publikumserfolg auf so eindrucksvolle Weise – eine Einschätzung, die Bayerns Staatsminister Florian Herrmann ausdrücklich betont. Die Gala im Prinzregententheater, live im Bayerischen Rundfunk am 23. Januar übertragen, bietet dem Kino eine Bühne, die sich gerade in Streaming-Zeiten als wichtiger denn je erweist. „Das Kanu des Manitu“ ist mittlerweile der Kassenschlager des Jahres und durchbricht damit die zuletzt kritisierten Besucherrückgänge im deutschen Film.
Filmgeschichte trifft Zeitgeist
Der Bayerische Filmpreis, Dotierung 300.000 Euro, gilt als Gradmesser für Relevanz in der Branche. Seit 1979 prämiert die Porzellanstatue Pierrot nicht nur künstlerischen Anspruch, sondern auch gesellschaftliches Engagement. „Das Kanu des Manitu“ transportiert Humor und Nostalgie, verliert aber nie den Blick fürs Hier und Jetzt: Die deutliche Auseinandersetzung mit queeren Figuren und Identitäten macht den Film 2025 zu einem cineastischen Statement gegen Verdrängung und Klischees.
Mit der Auszeichnung für Michael Bully Herbig setzt der Bayerische Filmpreis ein Zeichen für Mut zum Risiko und Diversität im Kino. Bleibt zu hoffen, dass noch mehr deutsche Produktionen diesem Beispiel folgen: Erfolgreiche Unterhaltung, die Haltung zeigt, ist erwiesenermaßen publikumswirksam und dringend nötig. Welche neuen Geschichten wirft die Zukunft auf die große Leinwand?