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Hape Kerkeling in Hauptrolle "Extrawurst": Komödie startet bundesweit am 15. Januar

Von kw - 09.01.2026 - 19:30 Uhr
"Extrawurst": Komödie startet bundesweit am 15. Januar
Foto: © IMAGO / Eventflash
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Mit Feststimmung und Schneegestöber wurden am 8. und 9. Januar in Essen und München gleich zwei Premieren der turbulenten Gesellschaftskomödie „Extrawurst“ von Hape Kerkeling zelebriert. Im Scheinwerferlicht der Essener Lichtburg sowie dem Mathäser Filmpalast zog die Starbesetzung, darunter auch Christoph Maria Herbst, Fahri Yardim, Anja Knauer, Friedrich Mücke und Gaby Dohm, über den roten Teppich und feierte mit jeweils mehr als 1.200 Gästen ausgelassene Filmpremieren. Currywurst, winterliche Atmosphäre und begeisterter Zuspruch sorgten für einen Auftakt, der passender nicht hätte sein können – und machten Hunger auf mehr.

 

Ein satirischer Spiegel unserer Zeit

Die Handlung von „Extrawurst“ nimmt in einem Tennisclub Fahrt auf, in dem der Vereinsvorsitzende Heribert (Hape Kerkeling) und sein Stellvertreter (Friedrich Mücke) die Anschaffung eines neuen Grills diskutieren. Als Vereinsmitglied Melanie (Anja Knauer) vorschlägt, aus Rücksicht auf Erol (Fahri Yardim), den einzigen muslimischen Clubkollegen, einen separaten Grill zu beschaffen, entfaltet sich eine hitzige Debatte. Schnell wird aus dem Grill ein Symbol für gesellschaftliche Gräben, in denen sich deutsche und türkische Vereinsmitglieder, Gläubige, Atheistinnen, Gutmenschen und Hardliner gegenüberstehen. Besonders Regisseur Marcus H. Rosenmüller gelingt es, diese Konflikte mit Witz, Charme und einem Hauch Bitterkeit zu inszenieren – nah an der Lebensrealität vieler Zuschauerinnen und Zuschauer.

Eine Premiere in beiden Städten zeigte: „Extrawurst“ trifft einen gesellschaftlichen Nerv. Die moderne Komödie beeindruckt laut ersten Expertinnen und Experten durch ihre pointierte Sprache und den gelungenen Spagat zwischen Humor und Ernsthaftigkeit. Die Vorlage stammt von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob und zählt bereits seit Jahren zu den meistgespielten deutschsprachigen Theaterstücken, was die Wandlungsfähigkeit dieses Stoffes unterstreicht.

„Mit feinsinnigem Humor legt ‚Extrawurst‘ gnadenlos die Aufgeregtheiten des modernen Zusammenlebens offen. Lachen und Nachdenken gehen Hand in Hand.“ – Süddeutsche Zeitung

Die Jury der Deutschen Film- und Medienbewertung sieht im Film eine „ebenso kluge wie unterhaltende Momentaufnahme des gesellschaftlichen Alltags“, die weit über den Grillplatz hinausreicht. Zahlen belegen: Bereits die Theaterfassung verzeichnete bundesweit über 300 Aufführungen mit mehr als 250.000 Besucherinnen und Besuchern innerhalb von zwei Jahren – ein deutlicher Hinweis auf das Bedürfnis nach dialogorientierter Unterhaltung in einer vielfältigen Gesellschaft.

 

Von der Bühne auf die Leinwand

Die Bühnenvorlage wurde 2019 uraufgeführt und verleiht mit ihrer Zuspitzung auf das Thema Alltagsdiskriminierung und Vereinsleben dem gesellschaftlichen Diskurs eine zugängliche Stimme. Der Weg vom Theater auf die Kinoleinwand bedeutet für „Extrawurst“ eine neue Reichweite und die Chance, auch jenen Menschen Denkanstöße zu geben, die selten ins Theater gehen. Die Zusammenarbeit von Lieblingsfilm, Studiocanal und ARD Degeto Film ermöglicht zudem eine breite Auswertung – im Kino, später im Fernsehen und auf Streaming-Plattformen.

Der Regisseur Marcus H. Rosenmüller, bekannt für Produktionen wie „Wer früher stirbt ist länger tot“, bringt seine Pointensicherheit und das Gespür für lebensnahe Temperamente auch in diese Adaption ein. Herausragend bleibt das Ensemble: Kerkeling überzeugt nach mehrjähriger Kinopause einmal mehr als exzellenter Darsteller, Yardim bringt Authentizität in die sensible Rolle, Herbst glänzt mit sarkastischer Ernsthaftigkeit.

„Extrawurst“ startet am 15. Januar 2026 bundesweit in den Kinos und bietet einen Spiegel für aktuelle Debatten zur Identität, Integration und Solidarität im Vereinsleben. Gerade angesichts der populären Diskussionen um Teilhabe und kulturelle Diversität trifft der Film viele Zuschauer*innen ins Mark. In einer Zeit, in der Zusammenhalt neu ausgehandelt wird, bleibt die Frage: Bietet der Grillplatz genug Platz für alle – oder braucht es tatsächlich immer eine Extrawurst? Die ersten Reaktionen stimmen optimistisch: Mit Feingefühl, Humor und offenem Blick kann gesellschaftliche Verständigung gelingen.

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