Direkt zum Inhalt
Erstmals deutsche Dragqueen bei RuPaul’s Race
Foto: © instagram.com/theonlynaomy
ANZEIGE

The Only Naomy ist dabei Erstmals deutsche Dragqueen bei RuPaul’s Race

kw - 12.01.2026 - 17:30 Uhr
Loading audio player...

Kaum jemand hätte es nach ihrem Abschneiden bei „Drag Race Germany“ für möglich gehalten: The Only Naomy, die in der ersten Staffel 2023 nur Platz zehn erreichte, schickt sich an, Mediengeschichte zu schreiben. Ab dem 27. Januar 2026 steht die Kölner Dragqueen beim internationalen Format „RuPaul’s Drag Race UK vs The World“ im Rampenlicht – als erste deutsche Queen auf dieser Bühne. Für die queere Community in Deutschland markiert dieser Schritt einen bedeutsamen Meilenstein in der Sichtbarkeit und internationalen Vernetzung.

 

Drag erobert neue Bühnen

Die kommende Staffel der international gefeierten Reality-Show bringt zehn Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt zusammen – aus Großbritannien, den USA, Schweden, Thailand, Kanada, den Philippinen, Mexiko und erstmals Deutschland. Zu den britischen Vertreterinnen zählen Kate Butch, Sminty Drop und Zahirah Zapanta, während The Only Naomy als deutsche Hoffnungsträgerin antritt. Sie konkurrieren um den Titel „Queen of the Mother-tucking World“ – und 50.000 Pfund Preisgeld. Damit spiegelt die Casting-Show den global gewachsenen Stellenwert von Dragkultur wider, die längst nicht mehr auf Nischenmärkte beschränkt ist. Streamingdienste wie WOW Presents Plus, die die neue Staffel zeigen, machen Drag weltweit zugänglich.

 

Sichtbarkeit und Empowerment

Auch wenn der Rückhalt in der Mainstream-Unterhaltung wächst, ist die Bühne für Dragqueens immer noch herausfordernd: Klare Meinungen und Ecken sind gefragt. The Only Naomy macht im Trailer deutlich, dass sie sich nicht verstecken will: „Leg dich nicht mit mir an, ich könnte die Bösewichtin der Saison sein“, kündigt sie selbstbewusst an. Ihre offene Art und ihr Humor, auf Deutsch wie Englisch, machen sie für viele zur Identifikationsfigur – besonders für jüngere queere Menschen, denen diverse Vorbilder fehlen.

 

Die Drag-Szene im Wandel

Noch vor wenigen Jahren waren queere Formate in deutschen Medien kaum präsent. Erst Formate wie „Drag Race Germany“ oder die stärkere Einbindung queerer Künstlerinnen und Künstler in Musik und TV zeigen einen Wandel. Der Hype um Shows wie „RuPaul’s Drag Race“ hat weltweit Spin-Offs und Ableger inspiriert. Fachleute verweisen darauf, dass Drag global als Medium gesellschaftlicher Debatte und Aufklärung funktioniert und mittlerweile selbst auf großen Bühnen wie dem Eurovision Song Contest akzeptiert wird. Dennoch berichten viele Queen weiterhin von Anfeindungen und Vorurteilen, sowohl on- als auch offline.

 

Was bedeutet der internationale Durchbruch?

Mit The Only Naomy erlebt Deutschland einen symbolträchtigen Moment: Nicht nur wird eine bisher wenig sichtbare Subkultur ins Scheinwerferlicht gerückt, es rückt auch die Diskussion um Vielfalt und Inhalte ins Zentrum. Für die deutschen Zuschauerinnen und Zuschauer könnte diese Plattform dazu beitragen, Vorurteile abzubauen und Verständnis zu fördern. Bleibt zu hoffen, dass der mediale Hype nicht nur kurzfristige Aufmerksamkeit generiert, sondern langfristig auch mehr queeren Stimmen echte Teilhabe garantiert. Folgt auf den großen Auftritt von The Only Naomy nun ein dauerhafter Schritt zu mehr Sichtbarkeit – oder bleibt Drag auch hierzulande ein zeitweiliges Spektakel?

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Don Both & Maria O'Hara

His Green Eyes

Nach dem ersten Roman "His Blue Eyes" folgt mit "His Green Eyes" nun der zweite Streich des Autorenduos Don Both & Maria O'Hara.
Cécil Ludwig Röski

Trizeps Royal

Cécil Ludwig Röski verknüpft in seinem Roman "Trizeps Royal" Queerness, königliche Männlichkeit und deutsche Geschichte zur klugen Adelsrevue.
Trotz Entschuldigung

Gage geht an eine Spende

Alphaville haben ihren Auftritt beim Festival „Glücksgefühle“ abgesagt, obwohl der Veranstalter die Band nach Entschuldigung erneut eingeladen hatte.
Monster-Serie

Die Geschichte von Lizzie Borden

Die Serie "Monster" nimmt sich nach Jeffrey Dahmer, den Menendez-Brüdern und Ed Gein erstmals einer weiblichen Protagonistin an: Lizzy Borden.
Polizei prüft Ermittlungen

Posting eines „Upskirt“-Fotos

J.K. Rowling verbreitete online ein Foto, das eine trans* Frau unvorteilhaft bis entwürdigend zeigt und diese abwertend kommentiert.
Everything But The Girl

30 Jahre " Walking Wounded"

Everything But The Girl veröffentliche anlässlich des 30-jährigen Jubiläums ihres Albums "Walking Wounded" eine Deluxe version dieses Meisterwerks.
Lied über homosexuelle Trauer

Erst nach seinem Tod bekannt

Song über homosexuelle Trauer: Alle Erlöse von George Michaels „Jesus To A Child“ wurden gespendet wie erst nun bekannt wurde.