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Homophobie bei den Bobbys Die Metropolitan Police kämpft noch immer mit Hass

Von ms - 28.11.2025 - 12:00 Uhr
Homophobie bei den Bobbys
Foto: iStock / coldsnowstorm
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Die Metropolitan Police in London wird einer neuen Untersuchung unterzogen, um zu überprüfen, ob die Behörde nach einem vernichtenden Bericht inzwischen tatsächlich grundlegende Veränderungen vorgenommen hat. Den Beamten werden in massiver Weise Homophobie, Sexismus und Rassismus vorgeworfen. Fällt die zweite Bewertung der Sachlage nun ähnlich vernichtend aus wie die sogenannte „Casey“-Studie von 2023, könnte die größte Polizeibehörde Großbritanniens aufgelöst oder komplett neu strukturiert werden, wenn sie sich nicht grundlegend reformiert.

Untersuchung mit neuer Vorsitzenden

Die Untersuchung, die ursprünglich bereits für Anfang dieses Jahres geplant war, verzögerte sich und startete nun mit der Ernennung von Dr. Gillian Fairfield als Vorsitzende. Sie wird nun die „Casey 2“-Untersuchung leiten, um zu prüfen, ob die Met in den letzten Jahren signifikante Fortschritte bei der Bekämpfung der systemischen Probleme gemacht hat, die im ursprünglichen Bericht aufgezeigt wurden. Ihre Ernennung wurde vom Büro des Bürgermeisters für Polizei und Kriminalität unter der Leitung von Londons Bürgermeister Sadiq Khan entschieden. Louise Casey, die den ursprünglichen Bericht erstellte, arbeitet indes weiterhin mit der Zentralregierung zusammen.

Skandale treiben das Handeln voran

Die Notwendigkeit der „Casey 2“-Untersuchung wurde durch zwei jüngsten Skandale in der Metropolitan Police erneut angestoßen. Der erste Vorfall betraf die Entdeckung übermäßiger Gewaltanwendung und bigotter Äußerungen von Beamten auf der Charing-Cross-Station, die durch einen Undercover-Report des BBC-Programms „Panorama“ ans Licht kamen. Der zweite Aufreger war ein neuer Bericht von Dr. Shereen Daniels, in dem die Polizei beschuldigt wurde, „rassistischen Schaden“ an schwarzen Menschen zu verursachen. Außerdem, so der Experte weiter, schütze die Führungsebene der Met die Londoner Polizeibehörde bis heute vor echten Veränderungen. Daniels’ Bericht hob explizit hervor, dass trotz der Versprechen des Met-Kommissars Mark Rowley kaum Fortschritte erzielt wurden. 

Im Zuge dieser fortlaufenden Probleme erklärte Rowley derweil, dass die Met bereits 1.500 Beamte entlassen habe und noch mehr folgen würden. Obwohl er anerkenne, dass Diskriminierung ein systemisches Problem sei, weigere er sich, die Met als institutionell rassistisch, sexistisch oder homophob zu bezeichnen.

Keine Ausreden mehr!

Andy George, Vorsitzender der National Black Police Association, forderte, dass die neue Vorsitzende der Untersuchung eine unnachgiebige Haltung einnehmen müsse, um endlich die Ausreden der Met zu durchschauen und die Wahrheit ans Licht zu bringen: „Wir brauchen jemanden, der unermüdlich nach der Wahrheit sucht, jemanden, der hinter die Rhetorik blickt.“ Er befürchtet, dass die Met-Führung zu viel Zeit erhalten habe, ohne dass echte Veränderungen stattgefunden hätten.

Dal Babu, der ehemalige Chief Superintendent der Met und heutiges Mitglied des Londoner Polizeibeirats, betonte ebenso, wie wichtig eine unabhängige Überprüfung der Empfehlungen von Baroness Casey sei, insbesondere in Bezug auf institutionellen Rassismus, Sexismus und Homophobie. Er merkte überdies an, dass trotz gewisser Fortschritte die Panorama-Untersuchung zeige, dass noch viel mehr getan werden müsse, um die tief verwurzelten Probleme innerhalb der Polizei zu beheben.

Homophobie unter Polizisten 

Der ursprüngliche „Casey-Bericht“ offenbarte 2023 ein bisher ungekanntes Ausmaß an Homophobie und Sexismus. Homosexuelle Polizisten wurden verbal und mitunter körperlich attackiert und beleidigt und Beamte fantasierten in WhatsApp-Gruppen darüber, schwule oder lesbische Kollegen zu vergewaltigen. Verbrechen gegen homosexuelle Menschen wurden in vielen Fällen nicht bearbeitet oder ganz vertuscht. 

Meldeten sich betroffene homosexuelle Opfer direkt bei der Polizei, erlebten sie in vielen Fällen, dass sie von den Met-Beamten verspottet und diskriminiert wurden. Gleichzeitig sind die Fälle von Hassverbrechen gegen LGBTIQ+-Menschen in ganz Großbritannien auf einem Allzeithoch. Schlagzeilen machte in diesem Zusammenhang der Fall des Serienmörders Stephen Port, der als „Grindr-Killer“ in die britische Kriminalgeschichte einging. Port hatte ab 2014 mindestens vier schwule Männer ermordet – die Polizei in London ermittelte lange Zeit gar nicht und anschließend nur extrem lückenhaft, weil es sich bei den Opfern „nur“ um Homosexuelle handelte. 

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