Kontroverse um Denkmal Keine Ehrung für Freddie Mercury und Montserrat Caballé?
In Barcelona sorgt die geplante Errichtung eines Denkmals für Freddie Mercury (✝45) und Montserrat Caballé (✝85) für zunehmende Diskussionen. Das Rathaus der katalanischen Hauptstadt möchte eine Statue zu Ehren des verstorbenen britischen Rockstars und der spanischen Opernsängerin auf dem neu renovierten Glòries-Platz aufstellen. Die beiden Musiklegenden hatten in den 1980er Jahren mit ihrem gemeinsamen Song „Barcelona“ und dem gleichnamigen Album der Stadt ein musikalisches Erbe hinterlassen, das bis heute viele Fans begeistert. Doch das Vorhaben trifft auf Widerstand.
Zerwürfnis mit der Operndiva
Kritik kommt vor allem aus den umliegenden Nachbarschaften. Anwohnervereinigungen lehnen den Standort der Statue auf dem Glòries-Platz, nahe der berühmten Sagrada Família, ab. Die Zeitung „La Vanguardia“ berichtet über die Bedenken der Kritiker, die vor allem die Vergangenheit von Montserrat Caballé ins Spiel bringen. Einige Anwohner werfen der 2018 verstorbenen Sopranistin so vor, dass sie ihren Wohnsitz aus finanziellen Gründen ins Ausland verlegt habe und zudem wegen Steuerbetrugs angeklagt und verurteilt worden sei. „Wir haben nichts gegen Freddie Mercury“, zitierte La Vanguardia Vertreter der Nachbarschaftsvereine, „aber Caballé kann trotz ihrer außergewöhnlichen Stimme nicht als Vorbild dienen.“ Der Erfolg der Opernsängerin allein rechtfertige aus ihrer Sicht keine solche Ehrung.
Betonung auf künstlerisches Erbe
Das Projekt wird jedoch von Angehörigen von Caballé verteidigt. Sie argumentieren, dass die umstrittenen Aspekte aus der persönlichen Biografie der Sängerin nicht ihr künstlerisches Erbe überschatten dürften. Caballé habe Barcelona und ihre Heimat mit ihrer Musik weltweit vertreten und sei als eine der größten Operndiven der modernen Musikgeschichte anerkannt. Trotz der kontroversen Diskussionen bleibt der Glòries-Platz der favorisierte Standort für das Denkmal, auch wenn die endgültige Entscheidung über den Standort noch aussteht. Als mögliche Alternative wird der Brunnen Font Màgica im Montjuïc-Park ins Spiel gebracht, wobei die Oppositionspartei PP bereits eine von künstlicher Intelligenz erzeugte Visualisierung veröffentlicht hat, die das Monument dort gut integriert zeigt.
Unsterblicher Song
Freddie Mercury, der 1991 im Alter von 45 Jahren an den Folgen von Aids starb, wurde als Leadsänger und Songwriter der Band Queen („Bohemian Rhapsody“) zu einer weltweiten Ikone. Auch Montserrat Caballé, die 2018 im Alter von 85 Jahren starb, hinterließ mit ihrer kraftvollen Stimme und ihrer außergewöhnlichen Bühnenpräsenz einen bleibenden Eindruck in der Welt der Oper. Ihr gemeinsames Lied „Barcelona“ wurde 1992 zu einem der offiziellen Songs der Olympischen Spiele in der katalanischen Metropole – ein weiterer Meilenstein in der kulturellen Verbindung zwischen den beiden Künstlern und der Stadt.