Preis für Toleranz und Dialog Bayerischer Verdienstorden: Markus Söder ehrt Vicky Leandros
Mit einer feierlichen Geste ehrte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder am Montag die ESC-Legende Vicky Leandros und zeichnete sie mit dem Bayerischen Verdienstorden aus. Die in Griechenland geborene und in Deutschland groß gewordene Künstlerin steht damit nun offiziell in einer Reihe von Persönlichkeiten, denen besonderer Dank für ihren Beitrag zum Freistaat Bayern und zur Gesellschaft ausgesprochen wird. Das Augenmerk lag jedoch nicht allein auf ihren musikalischen Erfolgen: Die LGBTIQ+-Ikone wird auch für ihren leidenschaftlichen Einsatz für Toleranz, kulturelle Verständigung und gegen Hass gewürdigt.
Orden als Zeiger gesellschaftlicher Relevanz
Der Bayerische Verdienstorden, der auf höchstens 2.000 lebende Trägerinnen und Träger beschränkt ist, avanciert zunehmend zum Symbol gesellschaftlicher Werteorientierung. Anders als bei vielen staatlichen Ehrenzeichen betont der Freistaat in seiner Begründung ausdrücklich Verdienste für Toleranz und Dialog – in Zeiten wachsender Polarisierung ein starkes Signal. Eine aktuelle Studie zeigt zudem, dass Musik gerade auch in Krisenzeiten Menschen verbindet und Hoffnung stiftet – Werte, die Leandros mit ihrer Karriere verkörpert.
Dabei spiegelt die Auszeichnung für Vicky Leandros aktuelle gesellschaftliche Debatten wider: Künstlerinnen und Künstler nehmen längst eine Rolle als Vermittlerinnen und Vermittler zwischen kulturellen Ursprüngen und neuen gesellschaftlichen Realitäten ein. Leandros, die 1972 den Eurovision Song Contest gewann, hat immer wieder Zeichen gesetzt – nicht nur mit Songs wie „Ich liebe das Leben“, sondern auch durch klare Haltungen gegen Antisemitismus und Ausgrenzung. Erst dieses Jahr sorgte Leandros für Schlagzeilen mit ihrer klaren Haltung gegen die AfD. Als sie bei den Regensburger Thurn und Taxis Schlossfestspielen auftrat, sagte sie deutlich: "Alice Weidel ist nicht willkommen". Die Politikerin war Gast der umstrittenen Schirmherrin Gloria von Thurn und Taxis und nach den Aussagen von Leandros erschien Weidel auch nicht bei dem Konzert.
Dass ausgerechnet Ministerpräsident Söder die Entscheidung zur Ehrung öffentlich als persönliche Angelegenheit bezeichnete, wirft ein Licht auf den strategischen Umgang mit Symbolen in der Landespolitik. Während Popkultur früher oft als unpolitisch galt, nutzt sie heute breitenwirksame Ikonen wie Leandros gezielt, um gesellschaftliche Werte zu stärken.
„Vicky Leandros ist eine weit über musikalische Grenzen hinaus bekannte Brückenbauerin zwischen Bayern und Griechenland und setzt sich mutig für Vielfalt und Verständigung ein“, sagte Söder im Rahmen der Ordensverleihung.– Pressemitteilung der Bayerischen Staatsregierung