Direkt zum Inhalt
Klage gegen das FBI

Klage gegen das FBI Warum wurde ein langjähriger schwuler Mitarbeiter gekündigt?

ms - 20.11.2025 - 11:00 Uhr
Loading audio player...

Ein langjähriger Mitarbeiter des FBI hat jetzt Klage eingereicht und behauptet, dass er wegen des Zeigens einer Pride-Flagge an seinem Schreibtisch ungerechtfertigt entlassen worden ist. Die Klage richtet sich gegen FBI-Direktor Kash Patel, das US-amerikanische Justizministerium sowie gegen Generalstaatsanwältin Pam Bondi.

Kündigung wegen Pride-Flagge?

David Maltinsky arbeitete über 16 Jahre lang seit 2009 als Spezialist für Geheimdienstoperationen für das FBI, zehn Jahre lang davon war er Ermittler im Bereich der öffentlichen Korruption und Cyberkriminalität. Die Bundesbehörde habe ihn nicht nur „unverfassungsmäßig und politisch motiviert“ entlassen, sondern auch gegen sein Recht auf freie Meinungsäußerung verstoßen, so die Anklageschrift, die gestern beim Bezirksgericht für den District of Columbia eingereicht wurde. Maltinsky klagt dabei auf Wiedereinstellung. In seiner 18-seitigen Klageschrift betonte Maltinsky weiter, dass er aus der FBI-Akademie entlassen wurde, nachdem er eine Pride-Flagge an seinem Arbeitsplatz aufgestellt hatte – eine Flagge, die ihm einst von seinen Vorgesetzten zur Anerkennung seiner Unterstützung für die Diversity-Initiativen des FBI überreicht worden war.

„Von klein auf wollte ich nichts anderes, als meinem Land dienen und mit den brillanten und engagierten Frauen und Männern des FBI zusammenarbeiten, um seine Sicherheit zu gewährleisten. Ich zeigte die Pride-Flagge – die 2021 vor dem Wilshire-Federal-Gebäude gehisst wurde – nicht als politische Stellungnahme, sondern als Symbol für Inklusion, Einheit und gleiche Dienstleistung. Diese Werte haben das FBI einst stark gemacht. Jetzt ist es ein Ort, an dem Menschen wie ich ins Visier genommen werden. Ich glaube, ich wurde nicht wegen dessen entlassen, wer ich bin, sondern was ich bin: ein stolzer schwuler Mann“, so Maltinsky weiter. 

LGBTIQ+ als „politische Werbung“

Maltinskys Klage beschreibt, dass ein Kollege sich gegenüber einem Vorgesetzten „besorgt“ gezeigt habe, weil er die Pride-Flagge auf seinem Schreibtisch aufgestellt hatte. Maltinsky habe daraufhin vorsichtshalber den „Chief Division Counsel“ des FBI in Los Angeles gebeten, zu überprüfen, ob das Zeigen der Flagge und eines dazugehörigen Schildes zulässig sei. Der Anwalt habe ihm versichert, dass es keine Richtlinie, Regel oder Verordnung gebe, die das Verbot der Flagge rechtfertigen würde. Trotz dieser Bestätigung wurde Maltinsky jedoch im Oktober 2023 gekündigt. 

In einem Schreiben erklärte FBI-Direktor Kash Patel die Entscheidung wie folgt: „Ich habe festgestellt, dass Sie mit der unpassenden Anzeige von politischer Werbung an Ihrem Arbeitsplatz in Ihrer früheren Position im Los Angeles Field Office schlechtes Urteilsvermögen gezeigt haben. Gemäß Artikel II der Verfassung der Vereinigten Staaten und den Gesetzen der Vereinigten Staaten wird Ihr Arbeitsverhältnis mit dem Federal Bureau of Investigation hiermit beendet.“ Zur nun eingereichten Klage wollte weder das FBI noch das Justizministerium eine erneute Stellungnahme abgeben. 

Kampagne gegen unliebsame Mitarbeiter?

Maltinskys Anwältin Kerrie Riggs betonte dazu: „Die unrechtmäßige Entlassung dieses Mitarbeiters ist Teil einer größeren Kampagne, in der Bundesbehörden sich von Mitarbeitern trennen, die andere Ansichten vertreten, aus marginalisierten Gruppen stammen oder sich gegen Diskriminierung aussprechen. Der Kampf von David betrifft nicht nur ihn, sondern geht darum, die Rechte und Freiheiten aller Bundesbediensteten zu sichern.“ In den letzten Monaten kam es dabei zu mehreren ähnlichen Fällen, FBI-Mitarbeiter sollen so unter anderem entlassen worden sein, weil sie in Ermittlungen gegen Trump involviert gewesen waren oder anderweitig Kritik geübt haben sollen. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Fans und Crew bestürzt

Dreharbeiten vorerst ausgesetzt

"Drag Race Philippines" trauert: Die Kandidatin Misua ist plötzlich während der Dreharbeiten gestorben. Sie wurde nur 27 Jahre alt.
Direkte Folgen für Sicherheit

Gewaltschutzgesetz-Anpassung nötig

Personen aus der LGBTIQ+-Community sind laut Forschung besonders häufig von digitaler Gewalt betroffen, die durch KI-Einsatz gezielt verstärkt wird.
Er sei besser als Donald Trump

Ex-CNN-Moderator ins Weiße Haus?

Don Lemon hat erstmals öffentlich darüber gesprochen, sich vorstellen zu können, als erster offen schwuler US-Präsident zu kandidieren.
25 Jahren nicht in Deutschland

Entscheidung fällt im Oktober

Dresden steht vor der Ausrichtung des Europride 2029, Deutschland wäre nach 25 Jahren wieder Ausrichter.
Urteil gegen Jacques Tilly

102 Monate Haft für Karnevalsbauer

Ein Gericht in Moskau hat den Karnevalswagenbauer Jacques Tilly in Abwesenheit zu acht Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.
Diskriminierung bei Gesundheit

RKI legt neue Studiendaten vor

Eine neue Studie des RKI zeigt auf, dass queere Menschen nach wie vor im deutschen Gesundheitsbereich besonders oft Diskriminierung erleben.