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Madonnas Blick in die Seele

Madonnas Blick in die Seele Die Queen of Pop spricht offen über Schicksalsschläge

ms - 30.09.2025 - 11:00 Uhr
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Popweltstar Madonna (67) hat jetzt in einem Podcast intime Details über ihr Leben preisgegeben und scheute nicht davor zurück, sehr offen über Schicksalsschläge wie den Tod ihres schwulen Bruders, ihre schwere Sepsis-Erkrankung und Suizidgedanken zu sprechen. 

Suizidgedanken während Rechtsstreit

An Selbstmord dachte die Musikern immer wieder während ihres Sorgerechtsstreits mit ihrem Ex-Mann Guy Ritchie um ihren Sohn Rocco im Jahr 2016. Damals spielte sich der Rechtsstreit vor Gerichten in den USA und Großbritannien ab, nachdem der damals 15-jährige Rocco ihre „Rebel Heart Tour“ verlassen und sich entschlossen hatte, bei seinem Vater in London zu bleiben. Madonna, die bis dahin das alleinige Sorgerecht innehatte, beantragte daraufhin eine gerichtliche Intervention, um ihn nach New York zurückzuholen, aber Rocco wehrte sich dagegen. 

Der Streit endete schließlich im September des gleichen Jahres und ermöglichte es Rocco, in Großbritannien zu bleiben. In Jay Shettys Podcast „On Purpose“ sprach die Sängerin nun über den Schmerz, den sie dabei erlitten habe, und bezeichnete die Zeit als eine der dunkelsten Phasen ihres Lebens. „Weißt du, es gab Momente in meinem Leben, in denen ich mir die Arme abhacken wollte. Ich habe tatsächlich über Selbstmord nachgedacht. Und das klingt wahrscheinlich wirklich seltsam, wenn es aus meinem Mund kommt, weil ich nicht... ich bin nicht emotional, verstehst du, was ich meine? Aber ich dachte mir: Ich kann diesen Schmerz nicht mehr ertragen. Mir mein Kind wegnehmen zu wollen, war für mich so, als würde man mich umbringen. Und ich war zu dieser Zeit auf Tournee, also musste ich jeden Abend auf die Bühne gehen. Ich lag einfach auf dem Boden meiner Garderobe und weinte. Ich dachte wirklich, es wäre das Ende der Welt. Ich konnte es nicht ertragen. Ich konnte es einfach nicht ertragen. Aber Gott sei Dank fühle ich mich nicht mehr so.“

Geholfen habe ihr ihre Spiritualität, die Kabbala, wie die Pop-Queen weiter erklärte. „Sobald man versteht, dass das, was einem widerfährt, eine Herausforderung ist, dass man karmisch dazu bestimmt ist, diese Erfahrung zu machen, daraus zu lernen und sich zu einem höheren Bewusstseinsniveau zu entwickeln, kann man dieses Ereignis, diese Erfahrung als Lektion und nicht als Strafe betrachten.“

Der Tod des Bruders 

Ähnlich dramatisch war der Tod zwei ihrer Brüder: Ihr älterer Bruder Anthony verstarb 2023 mit nur 66 Jahren, kurz darauf 2024 verstarb dann ihr Bruder Christopher Ciccone mit nur 63 Jahren an Krebs. Mit ihm hatte Madonna über viele Jahre lang eine sehr enge Verbindung, in New York versuchten beide in jungen Jahren gemeinsam Karriere zu machen. Madonna wurde zum Weltstar, Ciccone war dabei lange Zeit ihr Art Director für die Tourneen. Schließlich entfremdeten sich die Geschwister, nachdem Ciccone 2008 seinen Enthüllungsmemoiren „Life With My Sister Madonna“ veröffentlicht hatte. Darin brachte er viele persönliche Details ihrer Beziehung ans Licht. 

„Groll zu hegen, jemanden zu hassen oder ihm Leid zu wünschen, das ist eine Art Gift, eine Art Krebs. Deshalb ist es wichtig, einen Weg zu finden, Menschen zu vergeben, die man als seine größten Feinde betrachtet hat. Lange Zeit war das mein Bruder, der kürzlich verstorben ist. Ich glaube, am schwersten sind die Menschen, denen man sich am nächsten fühlt, die man für seine größten Verbündeten hält und die sich dann gegen einen wenden. Die Menschen, die einen am meisten verletzen, sind diejenigen, die man am meisten liebt“, so Madonna. Auf ihrem neuen Album „Confessions on a Dance Floor Part 2“, das 2026 erscheinen soll, findet sich deswegen auch der neue Song „Fragile“, den sie für ihren verstorbenen Bruder aufgenommen hat.

Kurz vor seinem Tod fanden die Geschwister wieder zueinander. „Ich habe jahrelang nicht mit meinem Bruder gesprochen. Und dann war er krank und wandte sich an mich und sagte: ´Ich brauche deine Hilfe.‘ Das bedeutete für mich in diesem Moment: ´Soll ich meinem Feind helfen?‘ Und ich habe es einfach getan. Es war wie eine Last, die von meinen Schultern genommen wurde, ein Gewicht, das mir abgenommen wurde, Ballast, den ich abwerfen konnte, um endlich mit ihm in einem Raum zu sein und seine Hand zu halten, auch wenn er im Sterben lag, und zu sagen: ´Ich liebe dich und ich vergebe dir.‘ Das war wirklich wichtig.“ Ciccone starb im Juni 2024 in Los Angeles an Kehlkopfkrebs. 

Lebensgefährliche Infektion 

Zuletzt blickte die Queen of Pop auch auf ihren Krankenhausaufenthalt im Jahr 2023 zurück. Mit einer schweren Sepsis war sie damals eingeliefert worden und war vier Tage bewusstlos gewesen. Zum ersten Mal sprach die Musikerin offen über ihre lebensbedrohliche bakterielle Infektion: „Ich probte für eine Tournee und bekam eine bakterielle Infektion. In einem Moment war ich noch am Leben und tanzte herum, und im nächsten Moment lag ich auf der Intensivstation und war vier Tage lang bewusstlos.“ Dabei hatte sie auch Visionen von ihrer verstorbenen Mutter Madonna Louise: „Meine Mutter erschien mir und sagte: ´Willst du mit mir kommen?‘ Und ich sagte: ´Nein.‘ Meine Assistentin war mit mir im Zimmer und sie hörte, wie ich Nein sagte.“ 

Die Genesung dauerte dabei weit über ein Jahr, etwas, das die Pop-Queen anfangs schlecht verkraften konnte, denn es kratzte an ihrem Selbstbildnis als „Superwoman“, wie sie im Podcast ebenso verriet: „Ich dachte: ´Ich werde das schnell schaffen, mir wird es wieder gut gehen, ich werde wieder mit den Proben anfangen‘, aber ich hatte keine Kraft, keine Energie, konnte nicht aus dem Bett aufstehen und wusste nicht, wann das enden würde. Manche Menschen erholen sich nie vollständig davon, werden nie wieder ganz gesund.“ Glücklicherweise kam sie wieder zu Kräften – und hat auch aus dieser Erfahrung viel gelernt, wie sie abschließend betonte: „Radikale Akzeptanz bedeutet einfach zu akzeptieren, dass das, was dir widerfährt, dir widerfahren soll und dass alles gut werden wird. Es gibt keinen Weg, dem Leiden zu entkommen.“

 

Hier gibt es Hilfe

Die Berichterstattung über Suizid ist ein überaus sensibles Thema. Wir möchten es in KEINSTER Weise glorifizieren oder romantisieren. Viele Menschen, die durch Suizid sterben, leiden an einer psychischen Erkrankung. Wenn es dir nicht gut geht oder du daran denkst, dir das Leben zu nehmen, versuche mit anderen Menschen darüber zu sprechen. Das können Freunde oder Verwandte sein. Es gibt aber auch eine Vielzahl von Hilfsangeboten, bei denen du dich melden kannst. Die Telefonseelsorge ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern sind 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222.

Mit Beratung steht dir auch der Coming Out Day Verein via Messenger, E-Mail und Videochat unter www.coming-out-day.de sowie www.comingoutundso.de zur Seite. Weiterhin gibt es von der Telefonseelsorge das Angebot eines Hilfe-Chats. Außerdem gibt es die Möglichkeit einer E-Mail-Beratung. Die Anmeldung erfolgt – ebenfalls anonym und kostenlos – auf der Webseite. Informationen findest du unter: www.telefonseelsorge.de

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