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Friedliches CSD-Wochenende

Friedliches CSD-Wochenende Trotz kleinerer Aufmärsche von Rechtsextremen blieb es friedlich – vielerorts wie in Köln gehen Menschen offenbar verstärkt mit Bedenken zum Pride

ms - 07.07.2025 - 09:30 Uhr
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Am vergangenen Wochenende kam es zu zahlreichen CSD-Veranstaltungen in Deutschland, die nach Angaben der Polizei trotz einzelner Störaktionen von Rechtsextremen laut bisherigem Stand allesamt friedlich geblieben sind. Die größte Pride-Demonstration mit mehreren hunderttausend Menschen gab es gestern in Köln. Der Vorstand des CSD-Vereins Cologne Pride, Jens Pielhau, erklärte allerdings: „Die Stimmung ist dieses Mal eine andere.“ 

Zeigt Haltung, Mut, Herz

Zu Beginn der Pride-Parade unter dem Motto „Für Queerrechte. Viele. Gemeinsam. Stark“ betonte Pielhau zum einen die steigenden Bedrohungen und verbalen Angriffe, denen auch das CSD-Team im Vorfeld ausgesetzt gewesen war. Zum anderen habe sich die Stimmung innerhalb der Community geändert – auch gegenüber der Tagesschau hatten mehrere Teilnehmer darüber berichtet, dass sie mit ein wenig Angst in diesem Jahr am CSD teilgenommen haben. Pielhau bestätigte, dass das Selbstverständnis, frei und friedlich zu demonstrieren, inzwischen wieder in Gefahr sei. „Daher ist es noch wichtiger, für queere Rechte auf die Straße zu gehen und als Gemeinschaft sichtbar zu werden“, so der Vorstand des CSD-Vereins. Und mit Blick auf die Community und deren Allys beteuerte er: „Macht den Mund auf, wenn wir angegriffen werden, zeigt Haltung, zeigt Mut, zeigt Herz.“ 

Die Bedenken und die Furcht vor möglichen Angriffen spiegelt sich demnach offenbar auch bei den Besucherzahlen wider: Insgesamt waren zu den zweiwöchigen Pride-Wochen in Köln rund 1,1 Millionen Menschen gekommen – im Jahr zuvor waren es noch rund 1,4 Millionen gewesen. Allerdings fand die Pride-Parade mit 90 Festwagen und 65.000 Teilnehmern gestern zudem im Regen statt. Politisch gab es gestern gleich mehrfach Spitzen gegen Bundeskanzler Friedrich Merz und seine Zirkuszelt-Aussage. Auf Plakaten war zu lesen „Willkommen im Zirkuszelt“ und Demo-Leiter Hans Douma startete die Parade selbst mit dem Spruch: „Manege frei, der Zirkus kann beginnen.“ 

Kleine Störaktionen von Rechts 

Zu versuchten Störaktionen von Rechtsextremen kam es am Wochenende bei mehreren anderen CSDs. In Falkensee in Brandenburg skandierte eine kleine Gruppe von Extremisten in der Nähe des Prides mit dem Motto „Vielfalt vereint“ hassfeindliche Parolen. Verletzt wurde niemand, die Polizei verteilte mehrere Strafanzeigen aufgrund von verfassungswidrigen Symbolen auf Seiten der Rechtsextremisten. Getrennt vom CSD selbst protestierten auch eine Handvoll junger Rechter in Neumünster in Schleswig-Holstein gegen den Pride.   

Im bayerischen Regensburg nahmen rund 4.000 Menschen am CSD teil, zu Angriffen kam es nicht. Im Vorfeld war die Parade durch die Innenstadt selbst aufgrund einer „abstrakten Bedrohungslage“ abgesagt worden. Die Kundgebung auf dem Domplatz verlief am Wochenende friedlich. Oberbürgermeisterin  Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) erklärte: „Der Christopher Street Day ist mehr als nur ein Fest. Er steht für eine offene Gesellschaft sowie für Demokratie. Mit dem CSD will die Stadt ein Zeichen für die Rechte queerer Menschen und gegen Diskriminierung in Regensburg setzen.“ Auch im bayerischen Wasserburg verlief der Pride ohne Störungen. Friedlich blieben glücklicherweise auch weitere CSD-Veranstaltungen wie beispielsweise in Nürtingen, Schwäbisch-Hall, Marburg, Heilbronn, Bad Homburg, Lüneburg oder auch in Wittenberge – letzterer (CSD Prignitz) war in der Vergangenheit schon mehrfach mit Attacken von Rechtsextremen konfrontiert gewesen. 

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