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Schwuler Politiker wehrt sich Fetisch-Vergangenheit im Wahlkampf

Von ms - 09.10.2026 - 14:30 Uhr
Schwuler Politiker zeigt Haltung
Foto: Instagram/Chris Gallant
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Der offen schwule US-Politiker Chris Gallant sieht sich seit Mitte September im Wahlkampf für das Repräsentantenhaus mit Aufnahmen aus seiner Vergangenheit als Fetischmodel konfrontiert. Der demokratische Kandidat für den ersten Kongresswahlbezirk des Bundesstaates New York meldete sich deswegen jetzt zu Wort und wirft politischen Gegnern vor, sein Privatleben gegen ihn verwenden zu wollen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Der demokratische US-Kongresskandidat Chris Gallant war um 2010 als Model für eine schwule Fetischmarke tätig. Die Bilder wurden über Internetarchive wieder zugänglich.
  • Gallant steht zu seiner Vergangenheit und erklärt, dass er sich weder dafür schäme noch davon distanzieren wolle.
  • Der Politiker vermutet eine gezielte Kampagne seiner Gegner, die ihn zum Rückzug aus dem Wahlkampf bewegen solle.
  • Gallant tritt im ersten Kongresswahlbezirk von New York gegen den republikanischen Amtsinhaber Nick LaLota an.
  • Der offen schwule ehemalige Militärangehörige setzt sich unter anderem mit Lebenshaltungskosten, Gesundheitsversorgung und Veteranenpolitik auseinander.

Fetischfotos von 2010 

In einem Interview mit der New York Times zeigte sich Gallant jetzt unbeeindruckt von der erneuten Veröffentlichung der Fotos. „Ich meine, alle meine Freunde wissen, dass ich verdammt kinky bin“, sagte er. „Gegen mich sieht Christian Grey wie ein blutiger Anfänger aus.“ Gallant bezieht sich dabei auf die Hauptfigur der Roman- und Filmreihe „Fifty Shades of Grey“, in der BDSM-Praktiken eine wichtige Rolle spielen. Die um das Jahr 2010 entstandenen Aufnahmen zeigen Gallant als Model für Mr. S Leather, eine auf Fetisch- und Lederbekleidung spezialisierte Marke aus San Francisco. Auf einem der Fotos trägt er Lederkleidung und Bondage-Ausrüstung. Andere Bilder zeigen sexuelle Handlungen.

Noch vor der Bekanntgabe seiner Kongresskandidatur hatte Gallant das Unternehmen gebeten, die Aufnahmen von dessen Internetseite zu entfernen. Im September 2026 wurden sie jedoch mithilfe archivierter Webseiten wiedergefunden und erneut verbreitet. Die New York Post berichtete daraufhin Mitte September über die Bilder und stellte sie als mögliche Belastung für den Wahlkampf des Demokraten dar. Wer die Zeitung auf das Material aufmerksam machte, ist nach Gallants Angaben nicht bekannt.

Gezielte politische Kampagne?

Der Kongresskandidat bezeichnet die Veröffentlichung als Teil eines „koordinierten politischen Angriffs“, der ihn aus dem Rennen um den Sitz im Repräsentantenhaus drängen solle. Bereits in einer Stellungnahme in sozialen Netzwerken hatte er die Berichterstattung scharf kritisiert. „Das steht beispielhaft für alles, was heute in unserer Politik falsch läuft“, schrieb Gallant. „Ein etabliertes Machtgefüge klammert sich an seine Macht und betreibt Schlammschlachten, um sich der Rechenschaftspflicht an der Wahlurne zu entziehen.“  Belege für eine koordinierte Aktion seiner politischen Gegner wurden in dem Bericht nicht genannt. Gallant selbst erklärte, nicht zu wissen, wer die Fotos an die Öffentlichkeit gebracht habe.

Eine Distanzierung von seiner früheren Tätigkeit als Fetischmodel lehnt Gallant ausdrücklich ab. „Ich bin sehr stolz darauf, wer ich bin. Und ich werde mich nicht durch Beschämung zum Schweigen bringen lassen“, erklärte er in sozialen Netzwerken. „Ich werde nicht zulassen, dass mein Privatleben verzerrt und als Waffe gegen mich eingesetzt wird.“ Auch ein Rückzug aus dem Wahlkampf kommt für den Demokraten nach eigenen Angaben nicht infrage. Die freizügigen Aufnahmen würden ihn nicht einschüchtern. „Deshalb hört mir genau zu, wenn ich das sage: Ich bin angetreten, um zu gewinnen“, betonte Gallant.

Wahlkampf gegen Republikaner 

Gallant bewirbt sich um das Mandat im ersten Kongresswahlbezirk von New York, der Teile von Long Island umfasst. Sein Gegner ist der republikanische Amtsinhaber Nick LaLota. Der Demokrat stammt selbst aus Long Island, wo er geboren wurde und aufwuchs. Heute lebt er mit seinem Verlobten in Amity Harbor. Gallant hat einen militärischen Hintergrund. Er diente seinem Land seit seinem 17. Lebensjahr und lebte innerhalb des Militärs seit kurz nach der Abschaffung der Regelung „Don't Ask, Don't Tell“ offen als schwuler Mann. Die bis 2011 geltende Vorschrift erlaubte homosexuellen Angehörigen der US-Streitkräfte zwar grundsätzlich den Militärdienst, untersagte ihnen jedoch, ihre sexuelle Orientierung öffentlich zu machen.

Inhaltlich konzentriert sich Gallants Wahlkampf auf wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Fragen. Zu seinen zentralen Themen zählen die Lebenshaltungskosten, die Gesundheitsversorgung und Investitionen in die Infrastruktur. Darüber hinaus setzt er Schwerpunkte bei den Interessen von Veteranen und der öffentlichen Sicherheit. Die Auseinandersetzung um seine früheren Modelaufnahmen hat diese politischen Themen zeitweise in den Hintergrund gedrängt.

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