Er machte Karriere in einer Welt, in der offene Homosexualität lange kaum vorstellbar schien. Nun kündigt Rick Welts seinen nächsten Abschied an: Wie NBC Dallas-Fort Worth berichtet, beendet der Chef der Dallas Mavericks seine Tätigkeit zum Jahresende. Mit ihm zieht sich einer der bekanntesten schwulen Manager des amerikanischen Profisports aus dem Tagesgeschäft zurück.
Das Wichtigste im Überblick
- Rick Welts gibt den CEO-Posten der Dallas Mavericks zum Jahresende ab.
- Nachfolger wird der bisherige Teampräsident Ethan Casson.
- Welts hatte sich bereits 2011 öffentlich als schwul geoutet.
- 2018 wurde er in die Basketball Hall of Fame aufgenommen.
- Seine Karriere umfasst Stationen bei der NBA und mehreren Clubs.
Ein Coming-out mit Signalwirkung
Als Welts 2011 seine Homosexualität öffentlich machte, stand er bereits seit Jahren an der Spitze eines NBA-Unternehmens. Sein Schritt wurde zu einem sichtbaren Gegenbeispiel zur Vorstellung, ein offenes schwules Leben und eine Führungsrolle im Männersport passten nicht zusammen. Eine Fallstudie der Stanford Graduate School of Business würdigt ausdrücklich die Verbindung zwischen seiner beruflichen Laufbahn und seiner Bedeutung für schwule Jugendliche.
Seine Karriere begann als Balljunge in Seattle. Später arbeitete Welts in der Ligazentrale sowie unter anderem bei den Phoenix Suns und den Golden State Warriors. Bei den Warriors begleitete er den Umzug ins Chase Center. Nach einer früheren Ruhestandsphase kehrte er für die Aufgabe in Dallas zurück.
Der Übergang ist geregelt
Die Mavericks haben die Nachfolge mit Ethan Casson bereits bekannt gegeben. Welts bleibt bis zum 31. Dezember im Amt; anschließend übernimmt der bisherige Präsident. Der Club setzt damit auf einen Übergang aus der eigenen Führungsspitze.
Sichtbarkeit entsteht im Sport nicht nur auf dem Spielfeld. Welts steht für die Menschen, die hinter den Kulissen Strukturen prägen und zugleich anderen Mut machen. Wie unterschiedlich solche Wege verlaufen, zeigte zuletzt auch das Coming-out des früheren Basketballprofis Andrew Ogilvy.
Bild: Rick Welts in Oakland am 6. Juni 2019.