Rauswurf wegen Homophobie Die Chicago Bulls trennen sich von Basketballer Jaden Ivey
Der NBA-Klub Chicago Bulls hat sich von Basketballprofi Jaden Ivey getrennt. Hintergrund sind Äußerungen des 24-Jährigen in einem Livestream, in dem er sich abfällig über die LGBTIQ+-Bewegung äußerte. In einer kurzen Mitteilung erklärte der Klub, die Entlassung sei wegen „teamschädigenden Verhaltens“ erfolgt.
Profi mit großen Ambitionen
Ivey hatte sich zuvor als verlässlicher Punktelieferant etabliert. Während seiner Zeit bei den Detroit Pistons gehörte er zu den wenigen konstanten Leistungsträgern in einer sportlich schwierigen Phase und erzielte im Schnitt mehr als 15 Punkte pro Spiel. Allerdings wurde seine Entwicklung zuletzt durch wiederholte Verletzungen gebremst.
Erst Anfang Februar war Ivey im Zuge eines Tauschgeschäfts nach Chicago gewechselt. Für die Bulls absolvierte er lediglich vier Spiele, ehe ihn Knieprobleme erneut außer Gefecht setzten. Seit dem 11. Februar stand er nicht mehr auf dem Parkett, ein weiterer Einsatz in dieser Saison war ohnehin nicht vorgesehen. Unmittelbar nach Bekanntwerden seiner Entlassung meldete sich Ivey erneut in einem Livestream zu Wort und sprach ausführlich über seinen Glauben. Die Meisterringe von Michael Jordan und LeBron James seien nichts wert „am Tag des jüngsten Gerichts“, zitieren US-Medien. Für seine Entlassung machte er sich selbst nicht verantwortlich.
Sünde und Unrecht
Zuvor hatte Ivey in einem auf seinem Instagram-Kanal veröffentlichten Stream mit Aussagen zum Pride Monat Juni für Kritik gesorgt. „Sie verkünden den Pride Month in der NBA“, sagte er laut übereinstimmenden Medienberichten. „Sie zeigen es der Welt. Sie sagen: Kommt zu uns für Pride, für den Pride Month, um Unrecht zu feiern (…) Wie kann es dann sein, dass jemand nicht über Gerechtigkeit sprechen kann? Wie können sie sagen, dass dieser Mann verrückt ist?“ Im weiteren Verlauf sprach der Profi auch über Sündhaftigkeit und erklärte, der katholische Glaube sei „die falsche Religion“, weil sie nicht zur „Erlösung in Jesus Christus“ führen würde. Im Zuge des Pride Monats organisieren viele Teams sogenannte „Pride Nights“ bereits vor Juni, um Solidarität und Unterstützung für LGBTIQ+-Personen zu zeigen.
Trainer Billy Donovan äußerte sich vor dem Spiel gegen die San Antonio Spurs zurückhaltend zur Personalie. In der Mannschaft arbeiteten Menschen „aus allen Bereichen“, sagte er. „Jeder hat seine eigenen persönlichen Erfahrungen. Aber wir müssen alle professionell sein. Es muss ein hohes Maß an Respekt füreinander geben, wir müssen einander helfen und diesen Anforderungen gerecht werden.“ Eine direkte Bewertung der Aussagen seines ehemaligen Spielers vermied Donovan. „Aber ich hoffe, es geht ihm gut.“