Direkt zum Inhalt
Rauswurf wegen Homophobie

Rauswurf wegen Homophobie Die Chicago Bulls trennen sich von Basketballer Jaden Ivey

ms - 31.03.2026 - 07:00 Uhr
Loading audio player...

Der NBA-Klub Chicago Bulls hat sich von Basketballprofi Jaden Ivey getrennt. Hintergrund sind Äußerungen des 24-Jährigen in einem Livestream, in dem er sich abfällig über die LGBTIQ+-Bewegung äußerte. In einer kurzen Mitteilung erklärte der Klub, die Entlassung sei wegen „teamschädigenden Verhaltens“ erfolgt.

Profi mit großen Ambitionen 

Ivey hatte sich zuvor als verlässlicher Punktelieferant etabliert. Während seiner Zeit bei den Detroit Pistons gehörte er zu den wenigen konstanten Leistungsträgern in einer sportlich schwierigen Phase und erzielte im Schnitt mehr als 15 Punkte pro Spiel. Allerdings wurde seine Entwicklung zuletzt durch wiederholte Verletzungen gebremst.

Erst Anfang Februar war Ivey im Zuge eines Tauschgeschäfts nach Chicago gewechselt. Für die Bulls absolvierte er lediglich vier Spiele, ehe ihn Knieprobleme erneut außer Gefecht setzten. Seit dem 11. Februar stand er nicht mehr auf dem Parkett, ein weiterer Einsatz in dieser Saison war ohnehin nicht vorgesehen. Unmittelbar nach Bekanntwerden seiner Entlassung meldete sich Ivey erneut in einem Livestream zu Wort und sprach ausführlich über seinen Glauben. Die Meisterringe von Michael Jordan und LeBron James seien nichts wert „am Tag des jüngsten Gerichts“, zitieren US-Medien. Für seine Entlassung machte er sich selbst nicht verantwortlich.

Sünde und Unrecht

Zuvor hatte Ivey in einem auf seinem Instagram-Kanal veröffentlichten Stream mit Aussagen zum Pride Monat Juni für Kritik gesorgt. „Sie verkünden den Pride Month in der NBA“, sagte er laut übereinstimmenden Medienberichten. „Sie zeigen es der Welt. Sie sagen: Kommt zu uns für Pride, für den Pride Month, um Unrecht zu feiern (…) Wie kann es dann sein, dass jemand nicht über Gerechtigkeit sprechen kann? Wie können sie sagen, dass dieser Mann verrückt ist?“ Im weiteren Verlauf sprach der Profi auch über Sündhaftigkeit und erklärte, der katholische Glaube sei „die falsche Religion“, weil sie nicht zur „Erlösung in Jesus Christus“ führen würde. Im Zuge des Pride Monats organisieren viele Teams sogenannte „Pride Nights“ bereits vor Juni, um Solidarität und Unterstützung für LGBTIQ+-Personen zu zeigen.

Trainer Billy Donovan äußerte sich vor dem Spiel gegen die San Antonio Spurs zurückhaltend zur Personalie. In der Mannschaft arbeiteten Menschen „aus allen Bereichen“, sagte er. „Jeder hat seine eigenen persönlichen Erfahrungen. Aber wir müssen alle professionell sein. Es muss ein hohes Maß an Respekt füreinander geben, wir müssen einander helfen und diesen Anforderungen gerecht werden.“ Eine direkte Bewertung der Aussagen seines ehemaligen Spielers vermied Donovan. „Aber ich hoffe, es geht ihm gut.“

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Missbrauch von 150 Kindern?

Massive Vorwürfe gegen Volleyballer

Dem schwulen Ex-Nationalspieler und einstigen LGBTIQ+-Ikone Ramon M.G. wird jahrelanger sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen.
Statement von Nagelsmann

Bundestrainer zum Coming-Out

Bundestrainer Julian Nagelsmann bedauert, dass Homophobie im Profifußball noch immer ein Thema ist und hofft auf bessere Zeiten.
Geldstrafe wegen Hassrede

Päivi Räsänen hetzte gegen Schwule

Die US-Botschaft in Helsinki kritisiert die finnische Justiz, die die Abgeordnete Räsänen wegen Hetze gegen Homosexuelle zu einer Geldstrafe verurteilte.
Appell für Schutz im Ausland

Queere Flüchtlinge unter Druck

Ein schwuler iranischer Geflüchteter berichtet, dass er im Iran gezwungen wurde, Hinrichtungen mitanzusehen, um ihn einzuschüchtern.
Spende an LGBTIQ+-Orga

Reform Scotland-Chef sagt sorry

Nigel Farage hat Malcolm Offord für einen als homophob empfundenen Witz über den verstorbenen Musiker George Michael in Schutz genommen.
Donald Trumps Weltsicht

Der Liebling der Schwulen?

Wahrheit oder doch Fiktion? US-Präsident Donald Trump erklärte jetzt, er sei der beliebteste Republikaner in der Schwulen-Community Amerikas.
Porter kritisiert US-Politik

Gefahren für queere Kultur

Schauspieler und Entertainer Billy Porter hat vor den massiven Einschränkungen der Kulturpolitik in den USA gewarnt, insbesondere für LGBTIQ+.
Sinnlose Verbote?

Debatte um Konversionstherapien

Wie sinnvoll ist ein Verbot von Konversionstherapien, wenn die Kirche davon ausgenommen wird? Eine neue Debatte darüber ist in den USA entbrannt.
Sexualisierte Gewalt

Junge Homosexuelle extrem betroffen

Dramatische Zahlen des BIÖG: 90 Prozent der homosexuellen Jugendlichen erlebten sexualisierte Gewalt, mehr als die Hälfte auch mit Körperkontakt.