Direkt zum Inhalt

Große Herausforderungen Alternativer Drogen- und Suchtbericht vorgestellt

Von ms - 04.12.2025 - 11:00 Uhr
Große Herausforderungen
Foto: iStock / monticelllo
ANZEIGE
Loading audio player...

Mehrere Fachverbände haben den neuen Alternativen Drogen- und Suchtbericht 2025 vorgelegt, der deutlich aufzeigt, dass die Bundesrepublik vor großen Herausforderungen steht – das betrifft in nicht unerheblicher Weise auch die queere sexpositive Party-Community. Synthetische Opioide und Crack-Konsum nehmen zu, außerdem steigt die Zahl der Neu-Infektionen mit HIV bei Menschen, die Drogen konsumieren. Zudem sei Deutschland ein „Hochkonsumland bei Tabak und Alkohol“, wie Organisationen wie der akzept Bundesverband sowie das Selbsthilfenetzwerk JES betonen. 

Sexpositive Events und Opioide 

In den letzten Jahren habe sich dabei vielerorts die Lage dramatisiert, es brauche daher dringend einen neuen Angang, der bei der Lösungsfindung niemanden ausschließt und alle Konzepte aus Politik, Medizin, Praxis, Selbsthilfe und Wissenschaft einbeziehe. Die Kernforderung betont die Dringlichkeit einer neuen Strategie im Umgang mit Drogen, eine moderne Neuausrichtung der deutschen Drogenpolitik sei überfällig.

Gerade synthetische Opioide wie Fentanyl oder Nitazenen sind auch in der Community ein immer größeres Problem, die Substanzen finden auch im Umfeld von sexpositiven privaten und offiziellen Events immer mehr Anklang in der Szene. Gerne werden synthetische Opioide auch in Heroin beigemischt, mitunter mit tödlichen Folgen – eine Überdosierung ist schnell möglich.  

Die Verbände fordern hier eine breite Verfügbarkeit des Notfallmedikaments Naloxon, zudem müssten Drogenkonsumräume flächendeckend verfügbar sein – das Bundesland Bayern weigert sich beispielsweise bis heute, solche Angebote umzusetzen. Außerdem sollte auch das Drugchecking weiter gefördert und ausgebaut werden. 

Cannabis und neue Modelle 

Im Bereich Cannabis erklärte Prof. Dr. Heino Stöver, Vorstandsvorsitzender von akzept: „Wer den Schwarzmarkt wirklich zurückdrängen will, muss legale, kontrollierte und attraktive Zugänge schaffen – so, wie es andere Länder, zum Beispiel die Schweiz, längst erfolgreich vormachen.“ Bereits die teilweise Legalisierung von Cannabis habe in Deutschland einen deutlichen Rückgang der drogenbezogenen Kriminalität bewirkt. 

Mit Blick auf die Gesamtlage im Bereich Drogenkonsum in Deutschland attestiert Stöver abschließend: „Forschung und Best-Practice-Beispiele bieten aussichtsreiche Modelle. Der Alternative Drogen- und Suchtbericht soll dazu beitragen, dass sich auch der nötige politische Wille entwickeln kann, der für lösungsorientierte Ansätze benötigt wird.“

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

WDRQueere Menschen wollen kein Feindbild seinBILDEin Jahr nach der Tat - Berliner Polizei sucht zwei U-Bahn-SchlägerSüddeutsche ZeitungCSD in Fürstenfeldbruck: Die Regenbogenfarben erreichen mehr und mehr das Münchner UmlandtazQueerfeindlichkeit unter Jugendlichen: An der ToleranzgrenzeAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Sollte die geplante automatische Weitergabe sensibler Daten in Baden-Württemberg verhindert werden?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Triumph in Roanne

Mika Brunold dreht das Finale

Mika Brunold gewinnt in Roanne nach Satzrückstand. Für den offen schwulen Schweizer ist es der zweite Challenger-Titel in gut einem Monat.
Keine Scham im Wahlkampf

Gallant kontert den Fotowirbel

Alte Fetischfotos sollten Chris Gallant schaden. Jetzt setzt der schwule US-Kandidat auf Offenheit – und einen frechen Wahlkampfslogan.
177 Jahre nach seinem Tod

Die Debatte um seine Männerlieben

Am 17. Oktober 1849 starb Frédéric Chopin. Seine Briefe an Männer berühren bis heute – und sorgen weiter für Streit in der Forschung.
Teure Ausgrenzung

Japan verschenkt sein Potenzial

Lohneinbußen, Krankheit und fehlende Rechte: Ein neuer Bericht zeigt, welchen Preis Japan für die Ausgrenzung von LGBTIQ+-Menschen zahlt.
Revision nach Vergewaltigung

Trans* Polizistin ficht Hafturteil an

Trotz Geständnis und Verständigung: Maja S. legt Revision ein. Das Urteil aus Traunstein ist noch nicht rechtskräftig. Was jetzt geprüft wird.
Fahndung nach U-Bahn-Angriff

Schläge, Tritte und Beleidigungen

Zwei Männer sollen in Alt-Mariendorf einen 30-Jährigen homophob beleidigt und verletzt haben. Die Polizei veröffentlicht jetzt Fahndungsbilder.
Eine Sekunde für die Liebe

Schwule Männer im Zeitrausch

Die Schaltsekunde wird abgeschafft. Für schwule Männer beginnt damit eine neue Zeitrechnung – zwischen Grindr, Größenwahn und ganz großen Gefühlen.
Homophobie bei der WM

FIFA meldet Rekordzahlen

240.000 Hassnachrichten bei der Fußball-WM 2026: Besonders Frankreichs Nationalspieler wurden im Netz angefeindet, berichtet jetzt die FIFA.
Vom Eis zur Erotik

Ein verborgenes Fotoerbe

Roy Blakey war Eiskunstläufer und ein Pionier schwuler Fotografie. Nun erzählt seine Nichte von seinem außergewöhnlichen Leben und Werk.