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Neuer Fraktionschef Thorsten Frei
Foto: IMAGO / Funke Foto Services
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Nachfolger von Jens Spahn Union regelt Nachfolge nach Rücktritt zügig

ms - 23.07.2026 - 08:00 Uhr
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Nur wenige Tage nach dem Rücktritt von Jens Spahn steht der designierte neue Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion fest. Die Parteispitzen von CDU und CSU haben sich auf Thorsten Frei verständigt. Der 52-Jährige ist derzeit Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramts. Er zählt zu den engsten Vertrauten von Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz. In puncto LGBTIQ+ ist Frei eher umstritten. 

Das Wichtigste im Überblick

  • CDU und CSU haben Thorsten Frei als Nachfolger von Jens Spahn an der Spitze der Unionsfraktion nominiert.
  • Die Wahl durch die Bundestagsfraktion ist für den 29. Juli vorgesehen.
  • Frei ist derzeit Chef des Bundeskanzleramts und gilt als enger Vertrauter von Bundeskanzler Friedrich Merz.
  • Jens Spahn war nach rund 14 Monaten als Fraktionsvorsitzender zurückgetreten.
  • Frei gilt in puncto LGBTIQ+ als eher konservativ und lehnte das SBGG ab. 

Nominierung von Thorsten Frei 

Die Entscheidung trafen Merz und CSU-Chef Markus Söder nach Beratungen in den Parteigremien und der Fraktion. Nach einer abschließenden Videokonferenz mit dem Fraktionsvorstand lobte Merz seinen Vertrauten. Frei habe „einen maßgeblichen Anteil am bisherigen Erfolg der Regierungsarbeit und der Stabilität der Koalition“ und werde für „das perfekte Zusammenspiel zwischen Parlament, Koalitionspartner und Bundesregierung sorgen“. Söder erklärte ergänzend, die CSU habe mit Frei bereits in der Vergangenheit gut zusammengearbeitet. Formell übernimmt Frei das Amt erst nach der Wahl durch die Bundestagsfraktion. Dazu sollen die 208 Abgeordneten von CDU und CSU am 29. Juli zu einer Sondersitzung im Bundestag zusammenkommen. 

Zurück in den Mittelpunkt

Thorsten Frei gilt als freundlich, verbindlich und vermittelnd. Der Jurist ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Seine Familie lebt in Baden-Württemberg. Als direkt gewählter Bundestagsabgeordneter vertritt er einen Wahlkreis im Schwarzwald. Als Chef des Bundeskanzleramts war Frei vor allem für die Koordinierung der Regierungsarbeit zuständig. Zu seinen Aufgaben gehörte es, den Bundeskanzler organisatorisch zu unterstützen, Abläufe innerhalb der Bundesregierung zu koordinieren und die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren sicherzustellen.

Mit dem Wechsel an die Spitze der Unionsfraktion rückt Frei nun wieder stärker in die Öffentlichkeit. Als Fraktionsvorsitzender vertritt er die Positionen der Union nach außen, hält Reden und führt Gespräche mit den Medien. Zugleich muss der Fraktionschef mit den Koalitionspartnern verhandeln und Kompromisse ausloten. Während der Bundeskanzler die Regierung führt, sorgt der Fraktionsvorsitzende für die politische Unterstützung im Parlament. Erfahrung in der Fraktionsarbeit bringt Frei bereits mit. Während der dreieinhalb Jahre in der Opposition war er Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Nach dem Wahlsieg der Union bei der Bundestagswahl im Februar 2025 war Frei bereits als möglicher Fraktionsvorsitzender genannt worden. Beobachter gingen damals davon aus, dass er das Amt gerne übernommen hätte. Beim Koalitionspartner SPD stößt die Nominierung Freis auf positive Resonanz.

Positionen zu LGBTIQ+

Thorsten Frei, der auch stellvertretender Landesvorsitzender der CDU Baden-Württemberg ist, vertritt in gesellschaftspolitischen Fragen konservative Positionen. Im Jahr 2017 stimmte er – anders als Jens Spahn – gegen die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Außerdem sprach er sich gegen die Aufnahme eines ausdrücklichen Schutzes queerer Menschen in das Grundgesetz aus. Das Selbstbestimmungsgesetz der damaligen Ampel-Regierung bezeichnete Frei als ideologisch motiviert.

Rücktritt von Jens Spahn

Spahn stand rund 14 Monate an der Spitze der Unionsfraktion. Am Samstag, 18. Juli, erklärte er seinen Rücktritt. Zuvor hatten er und sein Ehemann Daniel Funke öffentlich gemacht, mithilfe einer Leihmutter in den USA Eltern geworden zu sein. Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten. Die CDU setzt sich für den Erhalt dieses Verbots ein und hatte ihre Haltung dazu auf dem Bundesparteitag im Februar erneut bekräftigt. Auch Spahn hatte sich in der Vergangenheit gegen eine Legalisierung der Leihmutterschaft ausgesprochen. Die Entscheidung löste innerhalb der Union eine Debatte aus. Bundeskanzler Merz drängte Spahn schließlich zum Rücktritt. 

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