LGBTIQ+-Hass an Schulen Diskriminierung von Schülern und Lehrern in Baden-Württemberg
Seit März 2024 erhebt das Kultusministerium in Baden-Württemberg Fälle von LGBTIQ+-Diskriminierungen an Schulen – jetzt hat die Behörde die ersten Zahlen dazu veröffentlicht. Im letzten Jahr wurden 24 Fälle registriert, in diesem Jahr bisher bereits 80 Vorfälle und Angriffe auf homosexuelle und queere Menschen – betroffen sind sowohl Schüler wie auch Lehrkräfte.
Viele Fälle bleiben undokumentiert
Das Kultusministerium geht allerdings davon aus, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher liegen könnte, denn registriert werden nur jene Fälle, die die Schulen an die Schulaufsichtsbehörde auch gemeldet haben. Die Schulen übermitteln dabei in der Regel nur jene Vorfälle, die zu Ordnungsmaßnahmen oder einer Strafanzeige führten – alle Attacken unter dieser Richtlinie bleiben zumeist undokumentiert. Das Ministerium möchte daher auch noch keine finale Einschätzung zur Lage an sich abgeben.
Sehr wohl publizierte die Behörde aber diverse Beispiele von Diskriminierungen – die Palette reicht von Hasssprüchen an Hauswänden oder an der Tafel im Klassenzimmer bis hin zu homophoben Beleidigungen während der Pause. „Ich hasse Schwule“ oder auch „Schwule und Lesben sind psychisch krank“ sind dabei nur zwei Beispiele.
Kein Platz für Diskriminierung
Das Problembewusstsein wachse dabei stetig, trotzdem käme es bis heute zu vielen Fällen von Diskriminierung an den Schulen im Süden Deutschlands. Ein Runder Tisch soll nun in einem ersten Schritt gegensteuern. Dabei betonte die zuständige LGBTIQ+-Beauftragte, Staatssekretärin Sandra Boser (Grüne): „Diskriminierung hat an unseren Schulen nichts verloren. Schulen müssen ein sicherer Ort auch für queere Menschen sein. Das Thema ist eine Daueraufgabe, das wir, wie jede Form der Diskriminierung, ernst nehmen.“