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Lebenserwartung von Homosexuellen

Lebenserwartung von Schwulen Englische Studie betont Unterschiede zu heterosexuellen Männern

ms - 04.02.2026 - 12:30 Uhr
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Homosexuelle sowie bisexuelle Menschen haben in Großbritannien eine geringere Lebenserwartung als heterosexuelle Personen. Das geht aus der ersten Analyse dieser Art des Office for National Statistics (ONS) hervor.

1,2 Jahre Differenz 

Demnach liegt die Lebenserwartung von Männern ab 20 Jahren in England und Wales, die sich als schwul oder bisexuell identifizieren, bei 59,4 Jahren, während heterosexuelle Männer im Durchschnitt 60,7 Jahre alt werden – ein Unterschied von 1,2 Jahren. Lesbische sowie bisexuelle Frauen erreichen 63 Jahre, heterosexuelle Frauen 64 Jahre. Aufgeschlüsselt nach sexueller Orientierung betrug die Lebenserwartung für homosexuelle Männer und Frauen 59,3 beziehungsweise 62,8 Jahre. Bei bisexuellen Personen lag sie bei Männern bei 59,6 Jahren und bei Frauen bei 62,9 Jahren.

Zu Bedenken ist: Die Daten spiegeln die Lebenserwartung von Menschen 20+ wider, nicht von Neugeborenen. Zudem wurden nur Daten für England und Wales erfasst. In ganz Großbritannien liegt mit Stand 2024 die Lebenserwartung von Neugeborenen bei rund 81 Jahren, Frauen werden dabei im Durchschnitt zwei Jahre älter als Männer. Die aktuellen Ergebnisse basieren auf Daten aus der Volkszählung 2021 sowie Sterberegistern. Sie stellen die erste Untersuchung des ONS dar, die die Lebenserwartung nach sexueller Orientierung betrachtet. Die Lebenserwartung wurde ab 20 Jahren berechnet, da in der Volkszählung nur Personen ab 16 Jahren nach ihrer sexuellen Orientierung gefragt wurden.

Risikofaktor Diskriminierung 

Greg Ceely, Leiter der Abteilung „Population Life Events“ beim ONS, erklärte: „Menschen, die sich als schwul oder lesbisch identifizieren, haben eine leicht niedrigere Lebenserwartung als diejenigen, die sich als heterosexuell identifizieren. Die Lebenserwartung kann durch viele Faktoren beeinflusst werden, daher können wir anhand dieser Analyse nicht feststellen, ob die sexuelle Orientierung der ausschlaggebende Faktor für die beobachteten Unterschiede ist.“

Laia Becares, Professorin für Sozialwissenschaften und Gesundheit am King’s College London, betonte: „Sexuelle Orientierung an sich ist kein Risikofaktor, aber die Art und Weise, wie Menschen sexueller Minderheiten in der Gesellschaft behandelt werden, ist es.“ Bereits 2025 hatte eine Analyse gezeigt, dass homosexuelle und bisexuelle Personen in England und Wales häufiger an Suizid, alkoholbedingten Erkrankungen und Drogenüberdosierungen sterben als Heterosexuelle. „Diskriminierung und Ausgrenzung gehen mit erhöhtem Stress, Rauchen und Drogenkonsum einher, und sexualisierte Minderheiten neigen nachweislich häufiger dazu“, so Becares weiter.

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