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Kulturkampf bei Zwischenwahlen Fünf US-Staaten vor Abstimmung um trans* Rechte

Von ms - 26.10.2026 - 12:00 Uhr
Kulturkampf bei US-Zwischenwahlen
Foto: AI GENERATED - FASH Medien
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Wenige Tage vor den US-Zwischenwahlen am 3. November rückt die politische Auseinandersetzung um die Rechte von trans* Menschen erneut in den Mittelpunkt. In fünf Bundesstaaten sollen die Wähler über Initiativen entscheiden, die weitreichende Einschränkungen beim Sport, bei der medizinischen Versorgung und bei der Nutzung geschlechtsspezifischer Einrichtungen vorsehen.

Das Wichtigste im Überblick

  • In Arizona, Colorado, Missouri, Nebraska und Washington stehen bei den US-Zwischenwahlen Initiativen zur Abstimmung, die Rechte von trans* Menschen einschränken könnten.
  • Sport und Toiletten im Fokus: Mehrere Vorlagen sollen trans* Mädchen und Frauen von bestimmten Sportwettbewerben ausschließen. In Arizona sind zudem Einschränkungen bei der Nutzung von Umkleiden und Toiletten vorgesehen.
  • Umstrittene Geschlechtskontrollen: In Washington könnten Sportlerinnen verpflichtet werden, ihr Geschlecht anhand körperlicher, genetischer oder hormoneller Merkmale nachzuweisen.
  • Colorado will geschlechtsangleichende Operationen für Minderjährige verbieten. Missouri könnte ein bereits bestehendes Behandlungsverbot in seiner Verfassung verankern.
  • Konservative Organisationen, wohlhabende Unternehmer und republikanische Politiker unterstützen mehrere Initiativen finanziell und politisch.

Volksinitiativen am Start

Betroffen sind Arizona, Colorado, Missouri, Nebraska und Washington. Mehrere Vorschläge zielen darauf ab, bereits bestehende Verbote auszuweiten oder dauerhaft in den jeweiligen Landesverfassungen festzuschreiben. Der Streit wird von umfangreichen Werbekampagnen begleitet. Wie schon während Donald Trumps Präsidentschaftswahlkampf 2024 setzen republikanische Unterstützer auf Anzeigen, die sich gegen trans* Menschen richten. Auch einzelne demokratische Politiker greifen entsprechende Forderungen auf. So werben Kandidaten damit, „Transgender-Ideologie aus unseren Schulen fernzuhalten“ oder „biologische Männer im Frauensport“ zu verhindern. Hinter mehreren Volksinitiativen stehen finanzstarke Unternehmer, konservative Organisationen und politische Aktionskomitees.

Sportverbote und Einschränkungen 

In Arizona sieht Proposition 318 vor, bestehende Einschränkungen für trans* Sportlerinnen auf nahezu sämtliche organisierten Wettbewerbe auszuweiten. Neben öffentlichen Schulen wären auch Privatschulen, Hochschulen, Universitäten und private Sportligen betroffen. Zusätzlich sollen Toiletten, Umkleideräume, Duschen und andere Bereiche, die unmittelbar mit sportlichen Aktivitäten verbunden sind, ausschließlich entsprechend dem bei der Geburt dokumentierten Geschlecht genutzt werden dürfen. Bei einer Annahme würde die Regelung bereits zum Januar 2027 in Kraft treten. Eine erfolgreiche Volksinitiative kann in Arizona vom Parlament nicht ohne Weiteres aufgehoben werden.

In Colorado stehen zwei unterschiedliche Vorlagen zur Abstimmung. Proposition 134 soll trans* Mädchen von Mädchen-Sportmannschaften ausschließen. Maßgeblich wäre das „biologische Fortpflanzungssystem“ der Sportlerinnen. Gegner befürchten, dass diese Formulierung invasive Geschlechtsüberprüfungen ermöglichen könnte. Proposition 135 richtet sich dann gegen geschlechtsbezogene Operationen bei Minderjährigen. Solche Eingriffe sollen für Menschen unter 18 Jahren verboten werden. Auch eine Finanzierung durch staatliche Programme einschließlich Medicaid wäre ausgeschlossen. In Nebraska geht es bei Initiative Measure 442 ebenfalls um die Teilnahme von trans* Menschen am Sport. Bereits 2025 verabschiedete der Bundesstaat ein Gesetz, das trans* Sportlerinnen von Mannschaften ausschließt, die ihrer Geschlechtsidentität entsprechen. Die Initiative soll dieses Verbot in der Landesverfassung festschreiben. 

Beweispflicht bei Sportlerinnen?

In Missouri soll mit dem Amendment 3 das bestehende Verbot geschlechtsangleichender Gesundheitsversorgung für Minderjährige in der Landesverfassung verankert werden. Außerdem soll das Recht auf Schwangerschaftsabbruch zurückgenommen werden.  Das Behandlungsverbot für trans* Minderjährige gilt bereits seit 2023 und bliebe unabhängig vom Abstimmungsergebnis bestehen. Eine Verankerung in der Verfassung würde eine spätere Aufhebung allerdings erheblich erschweren.

Besonders weitreichende Kontrollen sieht Initiative 638 im Bundesstaat Washington vor. Neben dem Ausschluss von trans* Mädchen aus Mädchen-Sportmannschaften sollen sämtliche weiblichen Sportlerinnen ihr Geschlecht nachweisen müssen. Als mögliche Nachweise nennt die Vorlage „die Fortpflanzungsanatomie der Schülerin, ihre genetische Ausstattung oder ihre normalen, körpereigen produzierten Testosteronwerte“. Für Jungenmannschaften ist keine vergleichbare Verpflichtung vorgesehen. Pädagogen und Menschenrechtsorganisationen warnen, dass Mädchen dadurch zu Untersuchungen ihrer Genitalien gedrängt werden könnten, sofern sie keine kostspieligen genetischen oder hormonellen Tests durchführen lassen. Befürworter begründen in allen fünf Bundesstaaten die Verbote mit fairen Wettbewerbsbedingungen im Frauensport, dem Schutz von Mädchen und der Gesundheit Minderjähriger. Queere Verbände kritisieren dagegen Diskriminierung, Eingriffe in die persönliche Selbstbestimmung und mögliche psychische Belastungen für trans* Jugendliche.

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