Illusionäre Hoffnung Diskriminierung bei der Adoption in Hong Kong
Richard und David wollten unbedingt adoptieren. Sie begannen den Prozess bereits 2002, als in England und Wales Adoptionen für gleichgeschlechtliche Paare möglich wurden. 2007 zogen sie jedoch nach Hong Kong und mussten den Adoptionsprozess abbrechen. In der neuen Heimat hieß es, homosexuelle Paare dürften nicht adoptieren. Schließlich entdeckte David ein Schlupfloch und bewarb sich als Einzelperson. Eine Adoptionsorganisation nahm ihn 2013 zwar an, doch ein Kind wurde ihm bis heute nicht zugesprochen.
Marty Forth bezeichnet das Vorgehen der chinesischen Behörden gegenüber der South China Morning Post als Missbrauch: Man mache Menschen Hoffnung mit der Zulassung, wolle ihnen in Wahrheit aber kein Kind überlassen. Mögliche Eltern-Kind-Paare würden letztendlich vom Ministerium für Soziales festgelegt oder verworfen. Anwältin Evelyn Tsao Chiao-yin fand heraus, dass die Behörden nach Einzelfällen entschieden und damit auch immer Ausreden parat hätten, warum eine andere Familie passender sei. Sie möchte mit dem Fall gegen das Ministerium vor Gericht ziehen.