Hassverbrechen in Südafrika Schwules Model nach Klubnacht zusammengeschlagen
Der 24-jährige Mfundo Ngobese ging am 24. April vom beliebten LGBTI*-Klub Albany 58 nach Hause, als er von drei Männern angegriffen wurde. Im Krankenhaus erfuhr er, dass die Hälfte seiner Zähne abgebrochen waren und sein gebrochenes rechtes Bein operiert werden muss. Ngobese, der professionell modelt, fürchtet nun um seinen Lebensunterhalt. Jede Nacht durchlebt er die Attacke erneut.
Klar ein Hassverbrechen
„Ich wurde nicht ausgeraubt“, so Ngobese gegenüber Mamba Online. „Ich hatte ein Handy dabei und sie haben es nicht genommen. Sie sagten immer wieder, dass sie Schwule hassen. Ich glaube, ich wurde für meine Sexualität bestraft.“ Als Ngobese beim Nachhauseweg das Rathaus von Durban erreichte, wurde er von seinen Freunden getrennt. Er sah, wie seine Freunde vor drei fremden Männern davonliefen. Einer der Männer registrierte den verwirrten Ngobese und sagte zu seinen Komplizen: „Hier ist noch einer!“ Bei einem Fluchtversuch stellte einer der Männer Ngobese ein Bein: „Ich fiel auf mein rechtes Knie und wurde danach ins Gesicht geschlagen. Ich begann, aus Mund und Nase zu bluten. Man trat mir außerdem ins rechte Bein.“
Polizei tatenlos
Südafrika ist eines der wenigen afrikanischen Länder, das die gleichgeschlechtliche Ehe einführte. Doch es gibt keinerlei Gesetze, die LGBTI* vor Hassverbrechen schützen. Und Anzeigen werden von der Polizei oft nicht ernst genommen. Auch in Ngobeses Fall ist bislang nichts geschehen.